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Die Welt · 1911-06-01 · 22 (1.6.1911) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
22 (1.6.1911)
Date
1911-06-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 22 . DIE3§gELT 521 JUeDISCHCR flATIQnAL-FOriDS^^ Der Jüdische Nationalfonds ist dam bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum dts jüdischen Volkes?c erwerben. Vom V. Zioniüenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von ca. 2lll2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Der 20. Tammus Zu den Tagen der Trauer, die den Monaten Tammus ind Aw ihre düstere Stimmung verleihen, zählt das üdische Volk seit einigen Jahren den 20. Tammus, den Tag, da Theodor Herzl die Augen für immer schloß. Jnd zu der Klage um Jerusalem, um sein heiliges .and tönt in diese Zeit die Totenklage um seinen größten Sohn. Aber die Trauer um Zion ist seit den Tagen Theodor ierzls anders geworden, als sie viele Jahrhunderte hindurch gewesen. Wir trauern noch um das zerstörte Vaterland, aber wir trachten auch darnach, es wiederzugewinnen; nicht nur klagen wollen wir um sein nglück, sondern an der Wiederherstellung des alten .andes arbeiten. Und in diesem Sinne wollen wir uch den 20. Tammus begehen; nicht in tatenloser Yauer um den Toten, sondern in voller Erkenntnis essen, was uns der Lebende gewesen, und weiter rbeitend an dem Werke, das er mit seinem ganzen Vollen und Können geschaffen hat. Sein schönstes Ziel aber war ein blühendes, neu rworbenes Heimatland für alle jene unserer Brüder, He heimatlos und elend über die Erde wandern, — var ein freies, starkes jüdisches Volk, das die Heimat er Väter wieder zu dem Lande seiner Kinder und inkel machen soll. Wir Zionisten haben Herzls Vermächtnis angetreten, und mit allen Mitteln und Kräften ind wir bestrebt, sein Werk zu Ende zu führen. Das tärkste und mächtigste Instrument des Zionismus ur Erreichung dieses Zieles aber ist der Jüdische \ationalf onds. Als heilige Pflicht betrachtet es der Nationalonds, das Andenken des groISen Mannes durch ein ichtbares äußeres Zeichen zu ehren, das gleichzeitig unsere Arbeit fördern soll. Darum pflanzen wir ihm n Palästina einen großen Olivenwald, der vielen üdischen Arbeiterfamilien Unterhalt gewährt, späterhin;ber jüdische gemeinnützige Institutionen erhalten soll. Ms zum heutigen Tage hat die Dankbarkeit des jüdischen Volkes bereits die Pflanzung von nahezu 50000 Bäumen gesichert, und ein großer Teil davon befindet sich bereits n blühender Entwicklung. Soll er aber ein wirklich großes, würdiges Denkmal unseres Führers sein, so müssen wir die Zahl der Bäume dieses Herzlwaldes vervielfachen. Dazu muß jeder Jude beitragen, der Verständnis besitzt für die Bedeutung Theodor Herzls ind dessen Sehnsucht um die Wiederherstellung Zions -cht und währ ist. Stammesgenossen! Gesinnungsgenossen! Am 20. Tammus zeiget eure Trauer um den Toten, indem ihr zum Bau seines Denkmals, zur Vermehrung des Herzlwaldes beitragt. Jeder stifte an diesem Tage mindestens einen Ölbaum (der mit einem Betrag von 6 M.k. gesichert ist) und veranlasse alle seine Verwandte und Freunde, ein gleiches zu tun. So werdet ihr den Tag der Trauer in einen Tag der Erinnerung verwandeln und die nutzlose Klage in frische, vorwärts strebende Tat. Das Hauptbureali des Jüdischen Nationalfonds. * * >!; (Anmerkung für die Sammelstellen und N. F.-Kommissionen. Für den Herzltag ist noch eine größere Amahl Exemplare des Flugblattes „Unserem Herzl" in Deutsch und Englisch vorhanden. Bestellungen müssen sofort aufgegeben werden, damit eventuell eine neue Auflage hergestellt werden kann.) Die HerzlwaldhPflanziung In Nr. 78 der „Hazefirarr' war ein Artikel „Versuche" von Jakob Rabbinowitz erschienen, in dem u. a. & Behauptung aufgestellt wurde, „daß die Vertreter des Zionismus nur gezwungenerweise sich veranlaßt sehen, mit den schlechten Geschäften der Herzlwälder sich abzugeben", und daß „die mit der Durchführung der Sache betrauten Leute selbst gestehen müssen, das Geld wäre nutzlos vergeudet, und die Wälder hätten Ieinerlei Existenzberechtigung." Hierzu schreibt uns unsere Vertietung in Palästina folgendes: „Die Behauptung des Herrn Rabbinowitz müssen wir als eine vollständig aus der Luft gegriffene entschieden zurückweisen, denn die verantwortlichen Beamten, die mit der Ölban tnpflanzung zu tun haben, teilen auch nur annähernd nicht eine solche Ansicht. Im Gegenteil halten wir alle diese Institution fiiir einen außerordentlich wichtigen Faktor in unserer ganzen Kolonisationsarbeit. Die Ölbaumspende hat sogar (abgesehen von der P.L. D.C.) überhaupt erst die Möglichkeit gegeben, die bis dahin anderweitig verpachteten Ländereien des N. F. zu bewirtschaften, und dadurch den Antrieb gegeben, den Nationalfondsbesitz durch Zukauf von Land zu vergrößern. Die „Ölbaumspende" ist eines der besten Mittel, um neuerworbenes Land, wohin Privatleute nicht so Leicht sich wagen, durch Pionierarbeit für eine neue Ansiedlung vo zubereiten. Der Gedanke der Aufforstung von großeBi Landstrecken in Palästina, die gewiß einst blühende Gärten waren und nur durch Unkultur und menschliche Roheit in wüstes Land, wie es sich jetzt darstellt, verwandelt worden sind, gehört zu den schönsten Aufgaben unserer Kolonisationsbestrebungen. Si& kann nicht durch einzelne, sondern durch eine große, starke Institution, welche die fehlende staatliche Fürsorge ersetzt, geleistet weiden. Es eröffnet sich hier ein weites Gebiet, für das die eingehenden Spenden nicht zu hoch, sondern leider viel zu niedrig bemessen sind. Wir werden

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