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Die Welt · 1911-02-17 · 7 (17.2.1911) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
7 (17.2.1911)
Date
1911-02-17
Page
– (sequence 18)
Language
German
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156 DIE ELT No. 7 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina G-rwid und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdisclien Volkes in erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe über 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Die Briefmarkenspenden für den Jüdischen Nationalfonds Die in den monatlichen Ausweisen des Nationalfonds und auch in seinem letzten Jahresbericht veröffentlichten Einnahmen aus der mir unterstehenden Briefmarkenabteilung des Nationalfonds ver- . anlassen mich nochmals, die Gesinnungsgenossen auf dieses so wenig beachtete Sammelmittel aufmerksam zu machen. Im vorigen Jahre wurden mit geringen Ausnahmen so wenig und so minderwertige Briefmarken eingeliefert, daß es mir nur mit großer Mühe und unter Hinzunahme noch vorhandener Bestände des Jahres 1909, die ich absichtlich in Rücksicht auf die Konjunktur zurückbehalten hatte, gelang, diese auch mich nicht befriedigenden, im Verhältnis zu meiner aufgewendeten Mühe nicht genügenden Ergebnisse zu erzielen. Wenn man bedenkt, daß die deutsche Reichsfechtschule allein durch den Verkauf gesammelter Briefmarken mehrere große Waisenhäuser hat einrichten können, — und daß ebenfalls viele christliche Klöster aus diesem Sammelzweig beträchtliche Einnahmen erzielten, — erscheint es doch äußerst bedauerlich, wenn aus diesem Sammelmittel, das den Spender absolut nichts kostet, für unsern Nationalfonds keine größern Einnahmen zu erzielen wären. Es bedarf dazu wirklich nichts weiter, als daß unsere Gesinnungsgenossen dem Nationalfonds ein wirkliches Interesse entgegenbringen. Da ein großer Teil unserer Freunde als Kaufleute durch ihren Briefwechsel rege internationale Beziehungen hat, so kommen natürlich bei solchen viele ausländische Briefmarken vor. Da nun in größern Geschäften die Angestellten, die auch Sammler sind, die Marken für sich behalten, so möchte ich hier angeben, wie es einer unserer Gesinnungsgenossen gemacht hat, der stets durch die Auslandskorrespondenz seines Geschäftes viele ausländische und darunter sehr seltene Briefmarken erhält. Er hat seinen Angestellten erklärt, daß die Marken der vom Auslande kommenden Geschäftsbriefe zum Eigentum des Jüdischen Nationalfonds bestimmt seien und daher von keinem abgelöst werden dürfen, sondern daß sie sorgfältig aufbewahrt werden müssen. Von Zeit zu Zeit sendet mir nun der Gesinnungsgenosse diese Marken für meine Sammelstelle. Dieses Verfahren möchte ich den Gesinnungsgenossen,die über einegroßeGeschäftskorrespondtnz verfügen, anempfehlen;auch möchte ich sie bitten, auch nichtzionistischeKaufleute auf dieses Verfahren hinzuweisen; da in solchen Geschäften gleichartige Marken oft eingehen, so läßt sich auch bei diesen von mir empfohlenen Maßnahmen berechtigten Wünschen sammelnder Angestellter vollkommen Rechnung tragen. — Gerade ein Hauptteil der von mir zuletzt erzielten Einnahmen stammt aus dem Verkauf dieser von dem genannten Gesinnungsgenossen gesammelten Marken. — Ich möchte nun nochmals unsereFreunde im Interesse unseres Nationalfonds bitten, die Marken ihrer eigenen Korrespondenzen und ihrer Geschäftsfreunde regelmäßig zu sammeln; besondersbitteichunsereFreunde im Ausland, die in ihren Ländern kursierenden Marken für den Nationalfonds zu sammeln. Um mir die mühevolle Arbeit des Sortierens zu erleichtern, bitte ich die bessern und seltenen Marken von den gewöhnlichen bei den Sendungen gesondert zu packen. Außer den Briefmarken können wir auch die sogenannten Ganzsachen, das sind die von den Postanstalten verausgabten Kuverts, Postkarten, Kartenbriefe, Streifbänder usw. mit eingedruckten Marken gebrauchen. Diese erbitte ich aber nur im ganzen, nicht ausgeschnitten. — Dann sind uns auch Stempelmarken, Telegraphen- und Telephonmarken aller Länder erwünscht. — Da es in vielen Ländern öfters Jubiläumsmarken, provisorische Marken und seltener vorkommende Werte gibt, so mache ich hierauf unsere Gesinnungsgenossen aufmerksam, die in den Kolonien und in fernen Ländern wohnen; gerade diese könnten mich durch ihre Sendungen in den Stand setzen, dem Nationalfonds größere Beträge zuzuführen. Da es unter unsern Freunden in allen Ländern sicherlich viele Briefmarkensammler gibt, so wäre es recht und billig, wenn diese von ihren Dubletten (Marken und Ganzsachen) recht viel dem Nationalfonds spendeten. Auch diese Sammler können andererseits aus den dem Nationalfonds gespendeten Marken, von denen die bessern in Verkaufsheftchen eingeklebt werden, recht vieles sehr billig für ihre Sammlungen kaufen. Ich bin bereit gegen Angabe von Referenzen Auswahlsendungen aus den Beständen zu machen und gebe auf einzelne Anfragen ausführliche Antwort. Der Ausweis der Markenspenden erfolgt von Zeit zu Zeit in der „Welt". Dr. Julius Loewenheim, Berlin W., Neue Bayreutherstraße 8. Rentabilität der Ölbäume in Palästina Hierzu erhalten wir nachstehende Zuschrift: An dieser Stelle sei die Ansicht eines bekannten christlichen Palästinaforschers über die Rentabilität palästinensischer Ölbaumplantagen wiedergegeben. In seinem Buche „Palästina" (erschienen 1908 in Scobels Monographiensammlung „Land und Leute" Bd. XXI.) schreibt Professor Dr. Hermann Guthe folgendes: Der einheimische Bauer läßt dem Ölbaum wenig Pflege angedeihen. Man rechnet nur in jedem zweiten Jahr auf eine reichliche Ernte und nimmt z. B. in Jerusalem an, daß ein guter Baum durchschnittlich im Jahr 10 Franken einbringt. Das würde für den Hektar mit ungefähr 200 Olivenbäumen einen Ertrag von 2000 Franken bedeuten. Noch günstiger für den Wert des Ölbaumes lautet die Berechnung, die auf die Erfahrungen der deutschen Kolonisten zurückgeht. Si i verwenden mehr Pflege auf den Baum als die Fellachen. Die bessere Behandlung vergilt der Baum durch reichern Ertrag; er bringt mehr Früchte, und es schwindet zugleich die Ungleichheit der Ernten, die dem Fellachen schon als Regel gilt. Ein Ölbaum von 50 Jahren kostet höchstens 60 Franken. Bei guter Pflege bringt er jährlich im Durchschnitt zwei Kele Oliven zu je 60 Piaster, also 120 Piaster. Davon gehen als Unkosten für Pflügen und Haschein etwa 15 Piaster (nicht ganz eine Mark) ab, so daß 105—110 Piaster als Ertrag bleiben 20 Franken. Der Baum macht sich also in drei Jahren bezahlt. — Bei einer größern Anzahl von Bäumen stellt sich die Berechnung noch günstiger. Mein Gewährsmann kaufte selbst einen Baum für 15 Franken und erntet davon jährlich einen Ertrag von 30 Franken. Für Bäume im Alter von 200 Jahren zahlt man 100 Franken und gewarnt von ihnen jährlich bis zu vier Kele, nach obiger Rechnung im Werte von 240 Piaster oder reichlich 40 Franken, mit andern Worten eine Verzinsung des Anlagekapitals zu 40 Prozent." Aus diesen Ausführungen eines der hervorragendsten christlichen Palästinaforfcher können wir schließen, welch gewaltige Bedeutung die Ölbaumpflanzung für unsere Zukunft im Lande der Väter hat. Ein Ölbaumgarten von 100 Bäumen, dessen Anpflanzung heute 600 Mark kostet, wird nach einer Generation einer bescheidenen jüdischen Bauernfamilie den Lebensunterhalt gewähren. Wahrlich, mit jedem Baume pflanzen wir ein Stück Zukunft unseres jüdischen Volkes. Wir müssen uns dessen stets bewußt sein und unsere Pflicht opferfreudig erfüllen. _ Dr. A. J. B. Eine neue N.=F.-Kommission für Berlin. Um die Eingänge für den Nationalfonds in Berlin zu erhöhen, hat sich dort eine N.-F.-Kommission unter dem Vorsitz von Dr. Julius Loewenheim, dem Leiter unserer Philatelieabtellung, gebildet, die sich besonders mit der Organisierung der Büchsen und dem Verkauf von Marken und Telegrammen in Berlin befaßt. Die Kommission hat ihre Arbeit bereits aufgenommen und dürfte in Anbetracht der Größe der Berliner Gemeinde gute Erfolge haben.

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