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Die Welt · 1910-12-16 · 50 (16.12.1910) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
50 (16.12.1910)
Date
1910-12-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1332: Ein Ölbaumfest in Ratibor Unsere Freunde in Ratibor O./S. haben am 10. d. Mt ein Chanukkahfest veranstaltet, dessen Reinertrag der Ölbaumspende bestimmt war. Wie wir hören, ist die Feier ausgezeichnet gelungen und hat der Ölbaumspend^, hauptsächlich durch Verwendung unserer Propaganda^ Ölbaumkarten, außer vielen neuen Freunden auch einei| respektablen materiellen Erfolg gebracht. Es ist freudig zu begrüßen, daß zionistische Festlichkeiten mit der Bestimmung gefeiert werden, den Reinertrag dem Nationalfonds zuzuführen. Abgesehen von der direkten Einnahme sind solche Feste sehr geeignet, die Popularität des N. F. zu erhöhen, weshalb wir allen Ortsgruppen und Vereinen ihre Veranstaltung sehr empfehlen. DIEOTELT No. 50 Ein Vorschlag zur Propagierung der Telegrammablösungen r An das Hauptbureau des „Jüdischen Nationalfonds", Köln. Ich studiere soeben die Tabelle der vom 1. Januar bis 30. September 1910 in der „Welt" ausgewiesenen Spenden für den Jüdischen Nationalfonds, und es fällt mir auf, daß in der Rubrik „Telegrammformulare" nur die Summe von Kr. 2864 ausgewiesen ist. Ober dieses Sammelmittel ist bei uns, wie ich glaube, noch wenig gesprochen worden, trotzdem es nach meiner Auffassung mehr Aufmerksamkeit verdient; ich glaube sogar, daß dieses Sammelmittel das einträglichste werden könnte, denn es hat den guten Vorteil gegenüber den andern, daß wir d.em Nationalfonds Spenden zukommen lassen können, ohne daß es uns einen Heiler kostet. Bedenken wir nur, daß anläßlich einer jüdischen Hochzeit durchschnittlich 150—250 telegraphische Gratulationen einlaufen was also durchschnittlich Kr. 100 per Hochzeit ausmacht. Wenn wir in den fünf Weltteilen nur die kleine Zahl von 10000 jüdischen Hochzeiten pro Jahr annehmen, machen die von Juden an die verschiedenen Telegraphenämter entrichteten Telegrammgebühren die stattliche Summe von einer Million Kronen aus. Nun möchte ich gerne die Methode angeben, wie diese Million dem Nationalfonds zuzuführen wäre. Unsere bisherigen Telegrammformulare entsprechen selbstverständlich diesem Zwecke nicht. Ein solches benutzt nämlich höchstens ein Zionist, ja wahrscheinlich nur ein besserer Zionist — gesetzt den Fall, daß er in einem Ort wohnt, wo Telegrammformulare erhältlich sind. Auf diesem Wege ist also kaum Besserung zu erwarten. Nun schlage ich vor, daß unter Beibehaltung der bisherigen Formulare die Telegrammablösung andeis propagiert werde. Ein Aufruf müßte an sämtliche Landessammelstellen beziehungsweise an alle Vertrauensmänner ergehen, in welchem diese ersuch werden, sie mögen die in ihrem Orte resp. dessen Umgegend vorkommenden jüdischen Verlobungen mit Aufmerksamkeit verfolgen und an jedes Paar mit der Bitte herantreten, den Einladungskarten je ein Blankett beizulegen und ohne Angabe einer Telegramm, adresse in den Einladungskarten um Telegrammablösung zugunsten des Nationalfonds in Postmarken zu ersuchen. Ich möchte glauben, daß sich kaum eine jüdische Familie finden wird, welche diese Bitte verweigern wird. Wir werden dann erreicht haben, daß jeder, der eine Einladungskarte erhält, sei er Zionist oder nicht, sich der Blankette bedienen wird und daß anläßlich einer Hochzeit 200—300 Personen von unserer Bewegung etwas hören. Eine Summe von 2864 Kr., welche vom 1. Januar bis 30. September ausgewiesen ist, mußten auf diesem Wege 30 -35 Hochzeiten dem Nationalfonds eintragen. Ich habe diese Proposition vor ungefähr zwei Jahren der ungarischen Landessammelstelle gemacht; diese hat auf meine Anregung solche Blankette anfertigen lassen, die zu diesem Zweck den Verlobten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. In drei Fällen sind auf meine Veranlassung solche Blankette beigelegt worden, und die drei Hochzeiten — sie wurden in engerm Familienkreise abgehalten — haben 140 Kr. gebracht. Daß wir hier in Ungarn, trotzdem es schon eingeführt ist, noch kein Resultat aufzuweisen haben, ist dem Umstand zuzuschreiben, daß die Idee gar nicht oder nicht genügend propagiert wurde. Durch direkte Aufrufe an die einzelnen Vertrauensmänner könnte, glaube ich, viel erzielt werden. Ich habe noch die Erfahrung gemacht, daß viele nicht wissen, wie sie mit dem Blankett umzugehen haben. Daruni ist notwendig, daß die Verlobten ersucht werden, schon in den Einladungskarten um . Telegrammablösung zu bitten, und daß die Blankette ungefähr mit diesem Text versehen sein sollen: „Es wird ersucht, diesem Blankett Postmarken im Werte eines Telegramms als Telegrammablösung beizulegen und dasselbe per Post an die Adresse des Brautpaars abzusenden. Die eingegangenen Spenden fließen dem Jüdischen Nationalfonds zu. Zweck des Jüdischen Nationalfonds: •......" (Ev.: „Spenden in höherem Betrage werden dankend angenommen und im....... [das betreffende Publikationsorgan ] quittiert.") — Auf der Rückseite Linien für die Adresse und Postmarke. — Indem ich höfl. ersuche, meinen Vorschlag in der nächsten Nummer der „Welt" veröffentlichen zu wollen, zeichne ich Arva-Pärnicza (Ungarn), 7. Dez. 1910. hochachtungsvoll mit Zfönsgruß Dr. Baruch Tomaschoff. Bericht der russischen Sammelstelle über die vom i. Januar 1909 bis 1. Januar 1910 eingegangenen Gelder erstattet von Direktor Dr. Tschlenow Wenn wir darangehen, dem jüdischen Publikum einen Rechenschaftsbericht über das zweite Jahr der Verwaltung der Nationalfondssammlung in Rußland, die sich unter unserer Leitung befindet, zu erstatten, können wir über unsere allgemeinen Organisationsbedingungen hinweggehen. Wir haben sie bereits längst in unserm frühern Rechenschaftsbericht dargelegt, und bis heute ist keine merkliche Änderung darin eingetreten. Die Grundsätze, auf denen wir unsere Arbeit aufbauten, sind, wie es scheint, durch das Leben selbst bestätigt worden. Die Hinweise und Ratschläge, welche wir von Zeit zu Zeit seitens der Freunde des Nationalfonds empfangen, und denen wir unsere größte Aufmerksamkeit schenken, helfen uns, Verbesserungen einzuführen und Fehler zu vermeiden. Mit einem Gefühl der Genugtuung können wir feststellen, daß unsere Arbeit sich erfolgreich gestaltet, soweit dies bei unsern Lebensbedingungen möglich ist. Die Tabellen, die wir veröffentlichen, werden dem Leser die Möglichkeit geben, die ihn interessierenden Vergleiche zu ziehen. Um ihm diese Arbeit zu erleichtern, brachten wir in den Tabellen auch die Zahlen aus dem Jahre 1908. Wir begnügen uns deshalb jetzt mit einigen Bemerkungen, die im allgemeinen den Stand unserer Arbeiten im Berichtsjahre beleuchten. L Gesamteingänge im Jahre 1909 Die allgemeinen Eingänge haben sich fm Verhältnis zu 1908 beträchtlich vermehrt. Während der Gesamteingang des Jahres 1908 £ 3325.— brachte, ergaben in diesem Jahre die gewöhnlichen Sammlungen Rubel 43481.65 £ 4580.—. Außerdem empfingen

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