Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 43 (28.10.1910)
- Date
- 1910-10-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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No. 43 DIE'^ELT 1155 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes eu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er "bereits die Höhe von über 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Bemerkungen zur statistischen Tabelle der vom i. Januar bis 30. September 1910 in der „Welt" ausgewiesenen Spenden für den Jüdischen Nationalfonds: Die Eingänge vom 1. Januar bis 30. Sept. cT- J. betragen 279 761,59 Mk. gegen 294 765 Mk. in derselben Zeit 1909; das ergibt zahlenmäßig einen Bückgang von ca. 15 000 Mk. Trotzdem' aber können wir mit Recht behaupten, daß der N. F. auch in diesem Jahre einen Zuwachs zu verzeichnen hat. Zunächst entfiel auf 1909 die außerordentliche Spende der Madame Klur von 30 000 Mk., der in diesem Jahre nur 15 000 Frs. von B. K., Wien, gegenüberstehen. Die Differenz von 15 000 Mk. ist also ausgeglichen. Nun kommt hinzu, daß der bisher für die Siedlungsgenossenschaft aufgebrachte Betrag von 54 709,52 Mk. fast ausschließlich der angestrengten Tätigkeit unserer N. F.-Kommissäre zuzuschreiben ist, die naturgemäß entsprechend weniger Arbeit auf die einzelnen Zweige des N. F. verwenden konnten. Im übrigen bleibt bekanntlich der Teil des Genossenschaftsfonds, der sich aus Spenden unter 80 Mk. zusammensetzt, dem N. F. als Eigentum. In einzelnen Ländern ist eine Abnahme der Eingänge entstanden, weil vorübergehend besondere Energie auf die Vermehrung anderer Institutionen verwandt wurde. In Südafrika ist z. B. entgegen unsern Erwartungen ein Stillstand zu verzeichnen, der anscheinend auf die diesjährige große und sehr erfolgreiche Bezalel-Propaganda zurückzuführen ist. Auch Nordamerika hat in diesem Jahre die Hoffnungen, die man darauf setzte, enttäuscht; der schlechte Zustand ist indes eine Folge der bisherigen Desorganisation der dortigen Sammlungen und dürfte jetzt nach einer vollkommenen Neuordnung des Bureaus und nach Gewinnung neuer Kommissäre aufgehoben sein.' Hoffentlich wird sich nun das bisherige Manko in einen Fortschritt verwandeln. Das scheinbare Mißverhältnis der Eingänge in Rußland ist durch die oben genannte 30 000 Mk.-Spende erklärt; daß im übrigen dort ein Stillstand eingetreten ist, muß auf die andauernd schwierigen Verhältnisse zurückgeführt werden. Zu unserer Freude hat Deutschland einen Zuwachs von ca. 10000 Mk. gegen das Vorjahr aufzuweisen, wie wir glauben, wird dieser Fortsehritt andauern, da die neue Kommission recht rührig und hoffentlich auch weiter erfolgreich arbeitet, Österreich verdankt die schöne Endsumme zum größten Teil der Spende B. K. mit 15 000 Frs. Wir wollen hoffen, daß Rumänien sein Minus von 2500 Mk. auf eine ähnliche Weise ausgleichen wird, wie es im letzten Quartal 1909 mit seiner Spende von 24 000 Mk. plötzlich an die erste Stelle aufrückte. Bedauerlicherweise ist England, wohl infolge der dortigen Parteidifferenzen, ungefähr auf die Hälfte des vorjährigen Ertrages gesunken; es werden jetzt aber Vorkehrungen getroffen, um eine völlige Reorganisation der Verhältnisse herbeizuführen. Von Argentinien erwarten wir einen baldigen Ausgleich der Abnahme von 2400 Mk. Erfreulicherweise ist Ungarn gut vorwärts gegangen und läßt auch für die Zukunft ein ständiges Wachsen seiner Spenden erhoffen. Ganz besonders ist Kroatien mit seinem mehr als verdoppelten Ergebnis heraufgerückt; die tüchtigen Mitarbeiter dort versprechen uns weiterhin eifrige Propagandaarbeit. Ein im Vergleich zu der Anzahl der dort lebenden Juden ungünstiges Ergebnis hat Bulgarien geliefert; indes haben unsere Gg. dieses Mißverhältnis selbst erkannt und suchen es durch eine neu eingesetzte X. F.¬ Kommission auszugleichen. Auch die Schweiz muß eine größere Anstrengung machen, um ihr Minus (ein Drittel weniger als im Vorjahre) in ein Plus zu verwandeln. Einen deutlichen Überblick über alle Länder gibt folgende Tabelle: Tabelle 1. L a n d Rußland . . Österreich . Deutschland Nordamerika Südafrika . Rumänien . Kanada . . England . . Ungarn . . Belgien . . Kroatien . . Holland . . Türkei . . Argentinien Bulgarien Australien Serbien . . Schweiz . . Frankreich . Ägypten . . Brasilien . . Skandinavien Ostasien . . Italien . . . Griechenland *) hiervon entfallen auf Dänemark 39.34, auf Schweden 148.53. Bei der Vergleichung der Ergebnisse unserer Sammelmittel fällt die enorme Zunahme der Golden-Buch-Spenden auf; diese ist aber zum größten Teil auf Kosten der Büchsenerträge zu verrechnen. Die Büchsen selbst gehen langsam aber ständig voran; eine genaue Kontrolle der Ergebnisse ist leider durch die 1. Januar bis 1. Januar bis 30. Sept. 1910 30. Sept. 1909 76 676.57 105 402.82 63 793.41 52 163.09 35 929.86 25 963.20 31 647.22 35 146.64 14 369.42 14 570.54 12 033.42 15 559.35 7 439.11 3 219.21 6 302.38 14 266.77 5 343.85 3 764.95 4 716.74 6 606.81 4 545.55 1 916.86 3 637.12 2 202.11 2 679 48 2 302.27 2 381.96 3 804.75 1 932.88 2 563.90 1 716.06 386.54 1 015.— 403.51 871.32 1 234.54 847.46 571.98 465.57 853.69 324 — 247.60 237.87*) 136.34 204.— 596.67 30.20 39.04 — 80.40