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Die Welt · 1910-07-22 · 29 (22.7.1910) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
29 (22.7.1910)
Date
1910-07-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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718 DfE^ELT ■ —— ■ - - No. 29 JUeDISCHfR MATIOriAL-FOHPS)1S Zter Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina G-rimd und Boden als anveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von über 2 Millionen Mark erreicht MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Ein Fälscherstücklein der amerikanischen Judenmission. Wir erhalten ein in New York zur Verbreitung gelangtes Missionsflugblatt, das wieder einmal zeigt, daß die Devise „Der Zweck heiligt die Mittel" bei den Herren Missionaren nach wie vor in Geltung ist. Dieses Flugblatt enthält auf der Titelseite das Bild unserer Herzlmarke in vergrößerter Form, was doch offenbar nur zur Irreführung der Juden bestimmt ist Auf derselben Seite ist aber auch eine genaue Reproduktion der Marke enthalten, die statt des Bildes unseres verewigten Führers das Konterfei des Missionspredigers Pastor Russell aufweist. Diese Manipulation ist eine Fälschung, die in Europa schwer bestraft wird. Leider steht uns bei den mangelhaften Kunstschutzgesetzen in Amerika kein Mittel zu Gebote, um die frommen Herren gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen. Wir müssen uns daher darauf beschränken, dieses Vorgehen öffentlich zu brandmarken und die jüdischen Blätter in Amerika zu bitten, vorstehende Notiz abzudrucken. Eine Rekordbüchse Wir verweisen heute auf einen in Nr. 22 der „Welt" veröffentlichten Brief, in welchem auf die glänzenden Leistungen der N. F.¬ Büchse der Firma Rosenberg in Essen-West hingewiesen wurde. Es freut uns heute feststellen zu können, daß diese erfolgreiche Büchse noch weit übertroffen wird, und zwar durch die Sammelbüchse des Herrn Dr. Jakob Woroschilsky in Odessa. Dieser Herr, der als Arzt in Odessa praktiziert, erzielt seine schönen Erfolge dadurch, daß er die Büchse seinen dankbaren Patienten reicht, von denen er keine Bezahlung annehmen will. Die Büchse befindet sich stets auf seinem Schreibtisch. Wir geben nachstehend das Ergebnis dieser Sammlung in den letzten drei Monaten wieder: April 1910 ... 51 Rubel ca. 107 Mk. Mai „ ... 63 „ „ 132 „ Juni „ ... 68 „ „ 143 „ 182 Rubel ca. 382 ML Wie uns die Odessaer N. F.-Kommission, bestehend aus den Herren J. Konstantinowsky und K. Marder, mitteilt, soll Herr Dr. Woroschilsky zum Dank für seine dauernden glänzenden Erfolge auf dem Gebiet der N. F.-Sammlungen ins Goldene Buch eingetragen werden. Indem wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese Rekordbüchse ihre Erträgnisse dauernd in gleicher Weise steigern wird, möchten wir allen unsern zionistischen Ärzten empfehlen, sich diese Anregung dienen zu lassen. Durch eine derartige Einrichtung, die gleichzeitig dem kostenlos behandelten Patienten die Möglichkeit gibt, seine Dankbarkeit für den Arzt zu beweisen, kann dem N. F. eine neue unerschöpfliche Einnahmequelle eröffnet werden. Dieses Verfahren ist unseres Wissens bereits von Dr. Elias Auerbach, jetzt in Haifa, seinerzeit in Berlin mit gutem Erfolge angewandt worden. Jeder Freund oder Verwandte, der nicht ganz unentgeltlich behandelt sein wollte, gab gern sein Scherflein in die stets bereitstehende Büchse. Wir hoffen, recht bald ähnliche Ergebnisse wie in Odessa aus den Büchsen vieler zionistischer Ärzte veröffentlichen zu können und sprechen Herrn Dr. Woroschilsky an dieser Stelle für seine fortgesetzten Bemühungen zum Besten unserer Institution unsern herzlichsten Dank aus. Wir erhalten folgende Zuschrift: Antwerpen, 4. Juli 1910. An das Hauptbureau des J. N. F. Köln. Hiermit ersuche ich Sie höflich urn gefl. Veröffentlichung folgender Zeilen, resp. um eventuelle Wiederholung nach kurzer Zeit, damit die darin gegebene Anregung um so sicherer beachtet und nutzbringend verwertet werde. Zu den bevorstehenden hohen Feiertagen bietet sich in allen größern jüdischen Zentren die günstigste Gelegenheit, für den Nationalfonds beträchtliche Summen mit geringer Mühe zu verdienen. Der Privatinitiative einzelner Zionisten ist nämlich die passendste Möglichkeit gegeben, durch Einrichtung von Betsälen an den Jomim Na uro im nicht bloß einem überall empfundenen Bedürfnisse zu entsprechen, sondern auch unsern zionistischen Einrichtungen nennenswerte Summen zuzuführen, die sich hierbei als Reingewinn aus den bezahlten Sitzen ergeben. Die entsprechenden Vorbeter und Prediger, selbst wenn es keine Zionisten sind, werden überall zu finden sein, die zu diesem Zwecke ihre Dienste unentgeltlich zur Verfügung stellen weiden. Schreiber dieses hat bereits einigemal aus Versuchen kleinsten Maßstabes neben der vollen Anerkennung der Besucher auch noch einen Reinerlös bis zu 800 Frs. für die zionistischen Institutionen verdient. Einmal mit Umsicht eingerichtet, werden sich diese zionistischen Betsäle als zuverlässige Jahresrente bewähren, die bereits in diesem ersten Jahre die Höhe von mindestens Frs. 10 000 erreichen kann, sobald nur in den verschiedenen in Betracht kommenden Städten die Vorbereitungen hierzu rechtzeitig getroffen werden. Mit vorzüglicher Hochachtung Jonathan Eibenschütz. Ein Aufruf zu Tischo=be=Aw. Das zionistische Organ für Nord-Amerika „Dos Yiddische Folk" bringt in einer seiner letzten Nummern folgenden Aufruf, den wir der Aufmerksamkeit unserer Sammelstellen empfehlen: „Zionisten! Wir stehen heute kurz vor dem Todestage Herzls, dem 20. Tammus (27. Juli), dem kurz darauf (am 14. August) der nationale Trauertag der Juden folgt, der Tischo=be=Aw. Bei den Zionisten hat sich der Brauch eingebürgert, an diesen Tagen besonders intensiv für den Jüdischen. Nationalfonds tätig zu sein, indem sie Versammlungen und Gedenkfeiern veranstalten, oder je nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse von Haus zu Haus sammeln gehen. Immer aber geben diese Tage einen Anlaß zu erhöhter Arbeit für den Nationalfonds, und diese Sitte ist von allen zionistischen Federationen gern angenommen worden. Wir wollen heute besonders unsere zionistischen Freunde in Amerika an ihre Pflichten gegenüber dem Jüdischen Nationalfonds erinnern. Leider haben wir amerikanischen Juden bisher unsere Pflichten noch keineswegs erfüllt; wir sind hinter vielen kleinern Federationen, die zum Teil unter einem schweren wirtschaftlichen Druck zu leiden haben, mit den Einkünften für unsern Volksschatz verhältnismäßig weit zurückgeblieben; es liegt aber in unserer Hand, das Versäumte wieder einzuholen. Jede Landesorganisation, jedes N. F.-Komitee, jeder energische aktive Zionist kann in diesen Tagen für eine so populäre, allgemein beliebte Institution, wie sie unser Nationalfonds darstellt, mit gesteigerten Kräften agitieren. Es ist unnötig, unsern zionistischen

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