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Die Welt · 1910-04-08 · 14 (8.4.1910) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nu. 14 DIE3SELT 319 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu, bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes su erwerben. Vom V. Zimistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, liat er bereits die Höhe von nahezu 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Vorbemerkung zur Statistik der vom i. Januar bis 31. März 1910 eingegangenen Nationalfondsspenden Das vergangene Jahr brachte für den Jüdischen Nationalfonds bekanntlich einen außerordentlichen Aufschwung. Um so mehr freuen wir uns, konstatieren zu können, daß die Steigerung der Eingänge auch weiterhin anhält. Ein Blick auf die nachfolgende Tabelle zeigt uns, daß deren Endresultat das Ergebnis des gleichen Zeitabschnitts im Vorjahre wieder um ein recht beträchtliches übersteigt. Rund 7000 J6 sind in diesem Quartal mehr eingegangen als im ersten Quartal 1909, das sind ca. 8°/o. Man muß noch hinzufügen, daß in derselben Zeit für die Siedlungsgenossenschaft 24 264.35 Jl bei uns eingegangen sind, und da ja sämtliche für die Siedlungsgenössenschaft gespendeten Beträge unter 100 Frs. als ein rückzahlbares Darlehn des Jüdischen Nationalfonds an die Siedlungsgenossenschaft zu betrachten sind, so ist auch ein Teil dieser Eingänge auf das Konto des Jüdischen Nationalfonds zu setzen, und es dürfte demgemäß die Zuwachssteigerung in den ersten drei Monaten d. J. nicht viel hinter der gewaltigen Zuwachssteigerung der ersten drei Monate des Jahres 1909 zurückbleiben. Die einzelnen Posten der nachfolgenden Tabelle werden sicherlich manchen überraschen. Vor allem ist das günstige Resultat unserer deutschen Sammelstelle ganz unerwartet. Deutschland steht in dieser Statistik vor Österreich an zweiter Stelle. Eine recht erfreuliche Steigerung haben auch Belgien, Bulgarien, Kanada, Ungarn, Kroatien und Rumänien aufzuweisen; insbesondere Belgien nimmt relativ einen außerordentlich günstigen Platz ein. Der Erfolg unserer ungarischen Sammelstelle entspricht trotzdem nicht unsern Erwartungen, und hoffen wir bestimmt, daß das nächste Vierteljahr ein besseres Resultat ergeben wird. Es wäre auch recht sonderbar, wenn das kleine Kroatien mehr für den Jüdischen Nationalfonds aufbringen sollte, als Ungarn mit seiner rund 30mal so großen jüdischen Bevölkerung. Daß Holland, verglichen mit dem Vorjahre, so außerordentlich günstig abschneidet, ist wohl in erster Reihe auf den Umstand zurückzuführen, daß dort die gesammelten Gelder nunmehr regelmäßig abgeführt werden. Doch ist zu erwarten, daß die Reorganisation der Sammelstelle auch auf die Höhe der Spendeneingänge ihren günstigen Einfluß nicht verfehlen wird. In England und Amerika sind bedauerlicherweise die Nationalfondsspenden erheblich zurückgegangen, in Amerika um mehr als 2000 J6 und in England, wenn man von der einmaligen Spende des Herrn Jac. Moser im Jahre 1909 absieht, um über 3000 JL Mit andern Worten, die Eingänge aus England betragen heute noch nicht einmal 2/5 der Eingänge im Vorjahre. Dieser Rückgang datiert seit Ende des vorigen Jahres, und wir hegen das feste Zutrauen, daß unsere englische Sammelstelle nun alle ihre Kräfte anspannen wird, um England an den ihm gebührenden Platz zu bringen. Von Italien kommt nach wie vor nichts ein. Es scheint dort nur einen einzigen Zionisten zu geben, der regelmäßig des Jüdischen Nationalfonds gedenkt, nämlich Herrn Tobias Markus in Florenz, welcher durch seine Selbstbesteuerung stets dafür sorgt, daß die Rubrik Italien wenigstens nicht ganz leer bleibt. Es ist ein recht bedenkliches Zeichen für die geringe Teilnahme der italienischen Juden an der Sache ihrer Brüder, daß sie dem Jüdischen Nationalfonds gar kein Interesse entgegenbringen. Was die Erträge der einzelnen Sammelmittel anlangt, so läßt die vorliegende Statistik ein Vergleichen der Rubriken Allgemeine Spenden, Goldenes Buch, Sammelbogen und Sammelbüchsen nicht unbedingt zu, da wir seit Beginn d. J. sämtliche für Golden-Buch- Eintragungen verwendeten Beträge in die Rubrik Goldenes Buch einstellen, auch wenn sie ursprünglich als Allgemeine Spenden oder vermittels Büchsen oder Bogen gesammelt worden sind. Dieser Modus ist unseres Erachtens der richtige, da das Verwenden von Erträgen der Sammelbüchsen und Sammelbogen usw. zu Golden-Buch-Eintragungen durchaus dem Interesse des Jüdischen Nationalfonds entgegenläuft. Auch muß die Übereinstimmung zwischen der Anzahl der Golden-

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