Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 10 (11.3.1910)
- Date
- 1910-03-11
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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No. 10 DIEIaKlLT 223 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als zinoeräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu encerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von nahem 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Gesinnungsgenossen! Organisiert aus Anlaß des Purimfestes überall Kindersammlungen zugunsten des J. N. F. Widmet den Machazis Haschekel dem Jüdischen Nationalfonds! Wir erhallen folgende Zuschrift: Antwerpen, 5. März 1910. Erlauben 'Sie mir, bitte, eine kleine Anregung zugunsten des J. N. F., und wollen Sie dieselbe gefl. in der „Welt" veröffentlichen. Da es eine alt jüdische Sitte ist, am Purim Machazis- Hasche)kel zu sammeln, haben wir hier in Antwerpen eine solche Sammlung zum Besten des J. N. F. eingerichtet, die eine sehr beträchtliche Summe ergab. Wir haben für den Machazis Haschekel in üblicherweise V« Franken festgesetzt. Hoffentlich wird dieses ^Beispiel auch anderwärts Nachahmung finden. Ich bin überzeugt, daß der N. F. dadurch zu erheblichen Einnahmen gelangen wird. Mit Zionsgruß Sam. Schmeidler * * * In derselben Angelegenheit finden wir in einem soeben versandten Zirkular der russischen Landessatnmelsteiie. folgenden Appell: „Purim naht heran, ein Fest der Freude. Dieses Fest zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß es alte Sitte ist, am Purim für allgemeine Wohlfahrtszwecke zu spenden und allen Hilfsbedürftigen beizustehen. Der Machazis Has'chekel in den Synagogen, die Armenspenden, — alles dies hat sich Jahrhunderte hindurch bei uns eingebürgert. Und wer bedürfte mehr des hilfreichen Beistandes der Gesamtheit als unser Volk und unser Land? So mögen denn Tellersammlungen in 'den Bethäusern veranstaltet werden; wo diese Sammlungen aber nicht üblich sind, mögen unsere Gesinnungsgenossen die einzelnen Familien besuchen und sie daran mahnen, daß die jüdische Freude so lange keine wahrhafte Freude sein kann, als unser Volk von seinem Lande losgerissen und in alle Erdteile versprengt ist. Mögen auch unsere an diesem Tage schulfreien Kinder Verwandte und Bekannte aufsuchen und ihnen Nationalfondsmarken zum Kaufe anbieten. Man wird die Kinder sicherlich nicht mit leeren Händen wegschicken. Gedenket des Nationalfonds und mahnet andere an ihre Pflicht, und wir sind sicher, daß ihr überall bei unserm Volke liebevolles Entgegenkommen finden werdet!" Wir erhielten von Herrn Jean Fischer, Antwerpen, gelegentlich der wiederholten Zusendung von Spendensammlungen für die Siedllingsgenossenschaft die nachstehende Zuschrift: „Ich erlaube mir, Sie zu fragen, woran es nach Ihrer Meinung wohl liegen mag, daß für diesen Zweck bis nun noch keine Gelder von den Landsmannschaften eingegangen sind und daß nicht einmal die auf dem Kongreß gezeichneten Beträge einlaufen. Ich habe beinahe Lust, einen Aufsatz darüber an die „Welt" zu schicken. Ich denke aber, daß andere vielleicht berufener sein werden, darüber zu schreiben, und daß man noch abwarten muß, bevor man zu schreien beginnt. Aber ich sehe tatsächlich keinen Eifer für praktische Arbeit und kolonisatorische Versuche. Ich höre bloß Kritik von allen Seiten . . . . " Wir hielten es für angemessen, diesen Brief — ohne ausdrückliche Zustimmung des Herrn Fischer —