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Die Welt · 1909-12-31 · 53 (31.12.1909) · page 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
53 (31.12.1909)
Date
1909-12-31
Page
– (sequence 43)
Language
German
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über die Vorgänge und die Lage im Lande stets auf dem laufenden und gab ihm die gewünschten ausführlichen Darstellungen über gewisse ihm zur Untersuchung übertragenen Fragen von -aligemeinem Interesse. Durch eine ausgedehnte informative Tätigkeit hat das Palästinaamt auch das breitere Publikum über die Lage im Lande regelmäßig aufgeklärt. Zu diesem Zwecke hat es die Palästina-Korrespondenz anfangs einmal, später zweimal monatlich herausgegeben, die durch das Zentralorgan „Die Welt" der weitem jüdischen Presse und der Öffentlichkeit zur Verfügung gesteilt wird. Des fernem entfaltete das Palästinaamt eine ausgedehnte direkte schriftliche und mündliche Auskunfterteilung an alle diejenigen, die es um Information angingen. Das Palästinaamt veröffentlichte unter dem Titel })Erwerbsaussichten in Palästina" Mitteilungen, betreffend die Erwerbsmöglichkeiten in der Landwirtschaft, im Handel, Industrie usw., und gab zwei Studien über „ikilage von Pflanzungen" und „Bodenerwerb inPalästina" heraus. Im Auftrage des Actions-Comites hatte das Palästinaamt dem Kischinewer Waisentonds und einen Teil des Hilfsfonds für die Opfer der Judenverfolgungen in Rußland zu verwalten. Aus dem Kischinewer Waisenfonds wurden zur Zeit, als das Palästina-Amt seine Tätigkeit aufnahm, noch 22 Kinder unterhalten. Aus dem Russischen Hilfsfonds wurden 4 Waisenknaben im Waisenhause des Herrn Dr. Grünhut und 12 Mädchen im Jüdischen Mädchenheim untergebracht. Den Hauplteil seiner Tätigkeit widmete das. Palästinaamt der Besorgung der Geschäfte des Jüdischen Nationalfonds. Es erledigte für ihn mannigfache juridische Arbeiten und sorgte auch für die Verwendung seines Bodenbesitzes gemäß den Bestimmungen seines Statuts. Für den Verein Ölbaumspende besorgte das Palästinaamt die sämtlichen Anpflanzungen, insbesondere die für den Herzlwald. Ein großer Teil der Arbeiten des Amtes war auch der Palestine Land Development Co. gewidmet, für die das Palästinaamt die Gutswirtschaft Kinereth einrichtete. Auch für den nPflanzungsverein Palästina" und für das „ Palästina-Industrie Syndikata bildete das Palästinaamt die Vertretung in Palästina und besorgte die sich daraus ergebenden mannigfachen Arbeiten. Für den Vorstand des Verein „Bezalel" in Berlin fiel dem Palästinaamt die finanzielle Leitung und Inspizierung der Bezalelschule in Jerusalem zu. Auf diese Weise wurde es möglich, die Ordnung des ständig wachsenden Betriebes aufrecht zu erhalten. Zu erwähnen ist auch die Beteiligung des Palästinaamtes an dem vom Palästinarate eingesetzten Schiedsgericht, als dessen Bureau es fungierte. 6 „Die Welt" „Die Welt" hat seit dem letzten Kongreß in bezug auf ihren finanziellen Stand eine langsame, aber stete Besserung zu verzeichnen. Diese beruhte sowohl auf einer Erhöhung der Einnahmen wie auf einer starken Verminderung der Ausgaben. Dadurch wurde es möglich, die Subvention des Actions-Comites um Mk. 5500.— zu verringern. Die internationale Verbreitung des Blattes stempelt es nach wie vor zu einem wirkungsvollen Verbreiter unserer Idee. Die Redaktion des Blattes lag in der Berichtszeit ausschließlich in den Händen des Zionistischen Centraibureaus. 7 „Ha'Olam" „Ha'01am",das hebräische Zentralorgan der Bewegung, erscheint seit dem 1. Dezember 1908 in Wilna unter der Leitung des Zentral-Komitees der zionistischen Organisation für Rußland, mit der wir diesbezüglich stets in Kontakt geblieben sind. Wir sahen uns zu dieser Verlegung veranlaßt, weil es sich auf die Dauer als unbedingte Voraussetzung für ein Gedeihen des Blattes herausgestellt hat, daß es innerhalb eines jüdischen Zentrums erscheine. Die Subvention des A. C. für den „Ha'Olam* beträgt jährlich Rubel 2000.—. 8 „Jüdischer Verlag" Der „Jüdische Verlag" ist in der Berichtsperiode einer durchgreifenden Reorganisation unterzogen worden. Diese unter fachmännischer Leitung vollzogene Neuordnung hat sich bereits vollauf bewährt und vor allen Dingen die Administration des Verlags auf eine modernen Ansprüchen entsprechende Grundlage gestellt. Unter der neuen Leitung hat sich der Umsatz des Verlags beträchtlich gehoben. In der Berichtszeit hat der Verlag folgende Werke publiziert: „Erez Israel": von J. H. Kann, „Max Nordau's Zionistische Schriften", Max Eisler: „Von jüdischer Kunst", H. Grünau-Grünzweig: „Unterwegs", „Dia Judenpogrome in Rußland". Das letztere Buch, herausgegeben im Auftrage des Zionistischen Hilfsfonds in London von der zur Erforschung der Pogrome eingesetzten Kommission, liegt nach langwierigen Vorarbeiten nunmehr endlich in zwei Bänden vor. Es enthält in seinem ersten Teile eine umfangreiche Darstellung der Ursachen und der Wirkung der Pogrome und gibt in seinem zweiten Teile in zahlreichen Einzeldarstellungen ein anschauliches Bild der erschütternden Vorgänge. Außer den Zionistischen Schriften Dr. Max Nordaus, die der Jüdische Verlag im Auftrage des Actions- Comites anläßlich des 60. Geburtstages des verehrten Führers herausgab, brachte er beim gleichen Anlaß ein neues Bild Dr. Max Nordaus, ein Gegenstück zu dem vor zwei Jahren erschienenen Herzl-Bilde, heraus. Nachdem die Verhältnisse des Verlags eine Umgestaltung erfahren haben und er nunmehr in der Lage ist, seinen geschäftlichen Aufgaben mit allen Mitteln eines modernen Verlagsunternehmens gerecht zu werden, darf wohl damit gerechnet werden, daß es ihm jetzt in erhöhtem Maße möglich sein wird, die hohen Aufgaben zu erfüllen, zu deren Pflege er gegründet wurde. 9 Der Jüdische Nationalfonds Der Jüdische Nationalfonds ist nach wie vor unsere populärste Institution und nahm in den letzten zwei Jahren einen erfreulichen Aufschwung. In mehr als 20 Ländern ist es gelungen, regelmäßig funktionierende Landessammelstellen einzurichten. Des Endergebnis der Sammlungen im Jahre 1908 betrug Mk. 275 738.41, in den ersten 11 Monaten des Jahres 1909 Mk. 364519.21. XXI

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