Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 36 (3.9.1909)
- Date
- 1909-09-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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! 802 DIESaKELT No. 36 „März", Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber Ludwig Thoma, Hermann Hesse, Kurt Aram, Robert Hessen. Zweites Augustheft 1909. Preis 1.20 Mk.t im Abonnement: das Quartal (6 Hefte) 6.— Mk. Verlag von Albert Langen in München. Leo: Zeitlin erläutert Zweck und Ziel des Hansabundes, Professor Otto Harnack zeigt unsere Reichsregierung „in der Gefangenschaft der Konservativen", Paul Rohrbach „Rußland und England in Persien", Edgar Steiger widmet Detlev von Liliencron einen interessanten Nachruf, Egon Friedeil analysiert „Shaw als Erzieher", Friedrich Schräder taxiert „die Zukunft der jungtürkischen Idee", Dr. Wendorff- Toitz bringt eine Entgegnung „aus unsern Branntweinbergen", Willy A. Rickmers plaudert über seine „Verkehrsträume", Albin A. Baeumler greift Meyer-Graefe scharf an als einen Bekenner des Impressionismus", Albert von Trentini bringt eine launige Erzählung „Das Frauenzimmer", Hermann Hesse setzt seinen „Ladidel" fort, Ludwig Thoma bespricht in der Rundschau „Krisen im Zentrum". Das Konversations-Lexikon mittleren Umfangs*) Ein für unser ganzes Kulturleben bedeutsames Ereignis ist die vor kurzem erfolgte Vollendung eines neuen, des Herderschen Konversations-Lexikons. Wenn es auch auf dem Grunde der katholischen Weltanschauung aufgebaut ist, hat dieses neue Werk von Anfang an nicht nur eine über Erwarten freudige Aufnahme bei den Gleichgesinnten, sondern auch die unverhohlene Anerkennung von Fernerstehetiden und Gegnern gefunden, kann daher auch unsern Lesern sehr wohl empfohlen werden. Ganz abgesehen von der positiven Grundrichtung ist mit dem Herderschen Lexikon ein völlig neuer Typ in der Lexikographie eingeführt worden: das Konversations-Lexikon mittleren Umfangs mit dem Stoffreichtum der weit größeren Lexika. Es verlohnt sich deshalb wohl, auf den Arbeitsplan, der dein Werke zugrunde gelegt und mit peinlicher Genauigkeit von Anfang bis zum Schluß eingehalten worden ist, näher einzugehen. Ist doch in erster Linie diesem Plan und seiner Ökonomie zu verdanken, daß inhaltlich das gleiche geboten werden konnte, was man bislang; nur in großen Enzyklopädien zu suchen gewohnt war Vor allem ist hier die gedrängte Kürze, der prägnante Ausdruck, die Vermeidung jeglicher überflüssiger Redensart zu erwähnen, ohne daß dabei ein sogenannter „I)epeschen3tila unangenehm auffällt. Dazu gesellt sich ein wohldurchdachtes, leichtverständliches System von Abkürzungen. Die planmäßige Zergliederung der verschiedenen Fächer in die wesentlichsten Einzelheiten so wie ein folgerichtig durchgeführtes Verweisungssystem haben ebenfalls ihr Gutes für die Erreichung übersichtlicher Kürze und Knappheit; unter dieser hat aber keineswegs die Vollständigkeit und Genauigkeit gelitten. Nicht wenige Artikel gehen weit über dasjenige hinaus, was in Nachschlagewerken im all gemeinen geboten wird; so verraten ■/.. V>. die grundlegenden Ausführungen über die verschiedenen Wissenschaften, über Kunst-, Kultur- und Literaturgeschichte, über die wirtschaftlichen .Bestrebungen und Einrichtungen unserer Zeit, die Errungenschaften der Technik und Naturwissenschaften usw. durchweg die sachkundigsten Federn: biographische und statistische Angaben, überall nach Möglichkeit auf den neuesten Stand gebracht, lassen in ihrer Zuverlässigkeit erkennen, daß .sie auf direkte Erkundigung an Ort und Steile zurückzuführen sind. Dabei ist offensichtlich große Sorgfalt auf eine gemeinverständliche Fassung verwandt; das Fremdwort i-A nach Kräften durch eim-n passenden deutschen Ausdruck ersetzt. Bei allen fremdsprachigen Stichwörtern ist. soweit als möglich, Geschlecht und Ableitung, Aussprache und I>etoiiimg beigefügt. Wohlgesichtete B iicb.eranga.ben tragen dein Bedürfnis nach ausführlicherer Belehrung Rechnung. A usw ahl, Reichhaltigkeit und Ausführungsweise der Abbildungen im Text wie auf den Beilagen ist durchweg gutzuheißen. l)ie Aufgaben der Eiuzelwissenschafteii, seien es Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaft oder Geschichte, Philologie, Volkswirtschaftslehre oder Technik und Naturwissenschaften, werden streng umschrieben, ihre Einteilung, ihre geschichtliche- Entwicklung, ihre Hilfsmittel und Org;me, ihre Plauptvertreter und ihre Literatur, der Studiengang auf Grund des neuesten verfügbaren Materials einschlägig dargestellt. Nicht selten werden diese Artikel durch wertvolle Textbeilagen ergänzt. Inier dein II iustrathmsmaterial stehen obenan die prächtigen Kunsttafeln, die im Verein mit den einschlägigen Artikeln die künstlerische Tätigkeit ganzer Völker., Stilgattungen und Perioden vorführen. Auch das Kunstgewerbe und die fc-ogenannten Kleinkünste sowie die graphischen Künste sind nicht vernachlässigt, vielmehr ist hier den verschiedensten Geschmacksrichtungen Genüge geschehen. Als hervorragende Leistungen seien hier ausdrücklich die Farben tafeln Duchrnalerei, KatakombcnkapellC; Mosaiic, die Rekonstruktionen der Akropolis, Pompeji, die kunstgeschichtlich bemerkenswerten Tafeln usw. usw. hervorgehoben. Was schließlich den katholischen G i undcharakter des ganzen angeht, so muß hervorgeholten werden, daß dieser nirgendwo in störender Aufdringlichkeit hervortritt. I de Anschauung, als ob das Lexikon sich als ein konfessionellkatholisches ausschließlich an katholische Leser wende, ist völlig irrig; schon e-berllächliche Stichproben geniigen zu ihrer Entkräftung, wie wiederholt auch von Organen entgegengesetzter Richtimg betont worden ist. I>t sonnt das Werk nach der inhaltlichen Seite hin modern im besten Sinne des Wertes zu nennen, so läßt sich das gleiche auch von der äußeren Ausstattung sagen. Deutlicher Druck und kräftiges Papier, ein solider Halbfranzeinhand, musterhafte Ausführung der Textiii hier, der durchweg neu anne wie der Tafeln in Farben- oder in fein abgetöntem gewissenhafte Nutzbarmachung moderner Buchkunst Nehmen wir noch dazu den Preis von M 100 für die Aufgabe, ..das Konversations-Lexikon mittleren •s trefflich gedöst bezeichnet werden. Seine weiteste «ftormoonoo«««''» gefertigten Karten und PI; Kunstdruck beweisen die und Reproduktionstechnik. das ganze Werk, so darf Umfangs" zu schaffen. Verbreitung liegt im Interesse der alIge ineinen Bildung *:) Herders Konversations-Lexikon. Dritte Auflage. Reich illustriert durch Textabbildungen, Tafeln und Karten. ü Bände. Lex.-8" (LXIV Seiten und 14454 Spalten Text, ~j, durchweg neu hergestellte Karten, i'ög zum Teil in reichstem Farbendruck ausgeführte Tafeln, 132 Textbeilagen, 6540 Abbildungen im Text und auf Tafein . Freiburg i. B., Herdersche Verlagshandlung. Geb. M 100 —. Palästinareise der Israeliten Abfahrt per Sonderzug und Extraschiff von Budapest am 21. Oktober 1909. Reisedauer 21 Tage. Streng rituelle Verpflegung. Mit Programmen und näheren Auskünften dient bereitwilligst die Ungarische ReiseunfernehmungA.-G., Budapest VII, Erzsebetkörut Nr.12. ' Anmeldungen werden bis 20. September 1909 angenommen. c Vom 1. September d. J. ab befindet sich mein Bureau § I Zeil 74, I. Stock. | f Dr. Siegfried Schwarzschild I § Frankfurt a. Main. Rechtsanwalt. I C 3 c-uuuuwuouu«öuogüuüüuuououüuuuuwuuuuugoü^ Die Geburt ihrer Tochter Judith zeigen an | Dr. JaKob u. Frau Sarah Thon | 6. Ellül 5669. | Jaffa, 23' Bernard Schireson Gertrude Schireson geb. Finkelstein VERMÄHLTE Los Angeles, Kalifornien, September 1909. €>©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©€>©©©©© i Lotte Löwenstein, Berlin q Dr. jur. Heinrich Gabel, Wien § Verlobte. jü® 3:3QQQ®QQQ®Q> 2'®QQ®Q>< 5r3 ' Yfi-JPTJ^' V »TT* -| "£fwrj£?§ Deborah Spinner, Lemberg Jehoschuah Feldniann, Jaffa Verlobte. ffi ^zzzzz^ t£ZiyL£ -?J'rjA'-r ipi'yi'EFi^T^rFF, S^i/^^yy ^^zir^^FFTfrrAy^zrrtr ftTTZz^ y//££%ffi Soeben erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Wünsche zum jüdischen Neujahr in Versen und Prosa für Knaben und Mädchen von 4—16 Jahren sowie für die reifere Jugend und Erwachsene. Preis 60 Pf, mit Frankozusendung 70 PL Prag. Richard Brandeis. Zur geföllisen BenclM! Anläßlich des bevorstehenden Neujahrsfestes ru£>n £>*n laden wir unsere P. T. Leser und Gesinnungsgenossen höflichst ein, Neujahrsgratulationen durch Anzeigen in der „Welt" erstatten zu wollen. Die Anzeigen werden von uns auf einem einheitlichen Raum im Inseratenteile gebracht werden. Preis einer Anzeige in der Größe der tieferstehenden Einfassung Mark 3.—. Briefmarken aller Länder werden in Zahlung genommen. Expedition „Die Welt." »R!!«Ara[fl<i@^ifi