Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 35 (27.8.1909)
- Date
- 1909-08-27
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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786 IMEOTELT No. 35 tage von Pessach und Sukkoth sind wohlgewählt, da sie je um ein Halbjahr auseinanderliegen, doch wird es sich nach Einbürgerung dieser Termine empfehlen, zwei weitere Termine, zu Tischoh Beaw und Chanukah, einzuschallen, denn auch unsere Erfahrung 'lehrt, daß die Erträge durch häufigere Leerung eher steigen. Dies wird um so mehr zutreffen, wenn mit der Büchsensammlung die bisher so schwache Selbstbesteuerung derart verschmolzen wird, daß die Beträge, mit denen man sich — laut Anzeige an die örtliche N. F.-Kommission — selbst besteuert hat, in die Büchsen getan werden. Das bisher übliche Sonderinkasso der Selbsbtesteuerungssummen ist wegen der unverhältnismäßigen Mühe untunlich, den Büchseninkassanten aber wird es ein leichtes sein, die Einhaltung der Selbstbesteuerung aus dem Büchsenertrag zu ersehen, allenfalls auf einen Nachschuß zu dringen. Für die Großstädte empfehlen sich nach mehrfacher Richtung Ausnahmen: Zunächst soll, da bei dem geringen persönlichen Kontakt der Großstädter von der Privatinitiative wenig zu erwarten ist, schon die Verteilung der Büchsen durch bezahlte Kräfte erfolgen, welche — von der örtlichen N. F.-Kommission gehörig legitimiert und mit einer von angesehenen Männern der Stadt gefertigten Befürwortung des N.-F. — als Werber planmäßig von Tür zu Tür gehen. Wer eine Büchse gerne nimmt, wird um schriftliche Empfehlung zu Verwandten und Bekannten ersucht. Auch demjenigen, der die Büchse zurückweist, soll ein aufklärendes Flugblatt überreicht werden. Es empfiehlt sich, zur Hebung des Eifers der Verteiler sie nach der Stückzahl zu entlohnen, und zur Kontrolle ihnen die Bestätigung der Büchsenempfänger abzufordern. Auch die Leerung der Büchsen soll dann durch bezahlte Kräfte, unter Beobachtung der nötigen Kontrolle, besorgt werden. Je dichter die Büchsen verteilt sind, je weniger Zeit daher ihre Leerung braucht, desto mehr wird die Quote der Leerungskosten sinken. Ist einmal in der Großstadt eine genügende Zahl Büchsen verteilt, um mit ihrer Leerung einen Mann ständig zu beschäftigen, dann werden zweckdienlich Rayons abgegrenzt, in denen abwechselnd während bestimmter Monate einkassiert wird. Als Voraussetzung tadellosen Funktionierens der Büchsensammlung erscheint allerdings, daß jeder Ort seinen Ortskommissär mit einer ständigen, nicht ad hoc zusammengetrommelten N. F.-Kommission bereit hat. Wenn auch diese Voraussetzung heute noch nicht zutrifft, muß schon diesmal zu Sukkoth der Versuch einer für alle Länder gleichzeitigen Büchsenleerung gemacht werden. Der voraussichtliche Erfolg wird auf die Konsolidierung der N. F.¬ Kommissionen gewiß zurückwirken. Dr. Egon Zweig Leiter der Landessammelstelle für Österreich. Der Rekord einer Nationalfondsbüchse Gesinnungsgenosse L. Rosenberg, der Besitzer eines Warenhauses in Essen-Ruhr ist, und sich um die Verbreitung des Zionismus in der dortigen Gegend manches Verdienst erworben hat, schreibt unter der Spitzmarke: „Wie arbeitet man für den Nationalfonds?" in der „Jüdischen Rundschau" wie folgt: Zu dieser hochwichtigen Frage möchte ich in nachstehendem eine Anregung geben, deren Beachtung und praktische Durchführung geeignet ist, unserm Nationalfonds bedeutende Einnahmen zuzuführen. Manchem unserer Leser wird vielleicht in der letzten Nummer der „Rundschau" unter Büchsenleerungen die Quittung über die dritte diesjährige Leerung meiner Büchse D482, die diesmal 38 Jt enthielt, aufgefallen sein. Die Nationalfondsverwaltung bemerkt dahinter: Rekordleistung! — Wie ich diese „Rekordleistung" wohl erzielt habe? Mit geringer Mühe. Ich habe an der Kasse meines Geschäfts eine Büchse untergebracht, die in der Hauptsache dazu bestimmt ist, jedem Reisenden und Agenten oder Fabrikanten, dem ich einen Auftrag gebe, nach Abschluß des Geschäfts gereicht zu werden. Noch keiner der Herren hat sich bisher geweigert, seinen Obolus für der guten Zweck, der auf Befragen in kurzen Worten erläutert wird zu entrichten. Ob Zionist, ob „Anti" oder Christ, von jedem wirt nach dem Grundsatze: „Non olet" der Beitrag entgegengenommen Viele der Herren sind bereits so an die Büchse gewöhnt daß sie dieselbe selbst fordern. Nicht selten wird dabe das Thema Zionismus eingehend besprochen — zum Nutzen unserer guten Sache. Meine Büchse hat in den letzten drei Jahrer, auf diese Weise schon ca. 500 Jt, eingebracht, doch bin ich fest überzeugt, daß mancher Kollege sehr bald diesen Rekorc; schlagen würde, wenn er nur den Versuch machen wollte. Es würde mir eine Freude sein, wenn ich als Wirkung dieser Anregung genötigt würde, meine Büchse bald als eine der „kleinen* betrachten zu müssen. SPENDEN AUSWEIS Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Osterreich: (Adresse: Wien IX, Türkenstraße 9- — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 9.—-16. d. M..eingegangen und in Nr. 34 der „Jüdischei Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 392.9' Selbstbesteuerung...............„ 12.7; Sammelbogen..................„ 128.9' Büchsen.................... . „ 318.7.- Summe Kr. 853.45 Jt 12bA Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland: (Adresse: Dr. E. W. Tschlenow, Moskau, Mjasnitzkaja, Juschkow Per., Haus„Rossija". — Publikationsorgan:„Rasswjet", St.Petersburg. Vom 20—27.Juli a. St. eingegangen und in Nr.31 des „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Rbl 619.82 Selbstbesteuerung...............„ 70.89 Sammelbogen (russische).............„ 111.74 Büchsen.....................„ 119.09 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 228J 8 Summe Rbl. 1149.72 Jt 2483.40 Canada: Bei der Federation of Zionist Societies of Canada. Montreal, im Juli d. J. eingegangen: Goldenes Buch*)...........$ 50.— Jt 210.- Palästina: Bei der A. P. C, Jaffa, im Juni und Juli d. J. eingegangen: Allgemeine Spenden: Jaffa, durch das Palästinaamt: Dr. Rappaport, Haifa Frcs. 3.—, Schwester Tempelmann, Jaffa —.80, Personal der A.P.C., Jerusalem 8.—, Personal des Palästinaamtes 1.50, Blumenfeld, Sichron Jakob 4.27, Personal der A. P. C, Jerusalem 9.20, Malkin, Sichron Jakob 1.16, zus. ____ Frcs. 27.93 Ji 22.63 *) Siehe die Rubrik »Eintragungen ins Goldene Bucht«, Nr. 3145. -i