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Die Welt · 1909-05-07 · 19 (7.5.1909) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
19 (7.5.1909)
Date
1909-05-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 19 DIE ELT 421 erst aus der nächsten bezw. übernächsten Statistik ersichtlich werden. Erfreulich ist auch das Steigen des Ertrages der Sammelbüchsen. Auch dieser Erfolg ist in erster Linie ein organisatorischer, und wir hoffen, daß die Sammelbüchsen, welche schon heute mehr als die Selbstbesteuerung eine regelmäßige Einkunftsquelle des Nationalfonds bilden, in gleichem Maße mit der Ausdehnung der Organisation und der Kontrolle stetig höhere Erträge bringen werden. Bemerkenswert ist, daß Rußland, welches vor einem Jahre noch am Anfang einer systematischen Tätigkeit stand, damals nur zwei Spendenarten zum Ausweis brachte, nämlich allgemeine Spenden und Goldenbuch- Spenden, während heute in Rußland alle unsere Sammelmittel verbreitet sind und sämtlich gute Erfolge erzielen. Dieser Umstand ist der deutlichste Beweis für den Nutzen einer zielbewußten Organisation. Der geringe Erfolg der Telegrammblankette ist bedauerlich. Aus welchen Gründen sich dieses Spen^denmjttel noch -nicht ütafalL eingebürgert hat, wissen wir uns nicht zu erklären. Ünserer Ansicht nach müßten die Gesinnungsgenossen gerade den Telegrammblanketten überall den Vorzug geben, da sie2 dem Spender nicht einmal besondere Unkosten verursachen. Darum lenken wir die Aufmerksamkeit unserer Vertrauensmänner und Kommissäre insbesondere auf "dieSls Sammelmittel und empfehlen ihnen, für dessen Benutzimg eine regere Propaganda zu entfalten. Die Rubrik 'S"arft m e 1 b*ogen ist noch ziemlich leer. Nachdem aber dieser Tage die englische Ubersetzung des Sammelbogens die Presse verlassen hat, hoffen wir, daß auch dieses Sammelmittel einen starken Aufschwung nehmen wird. Wir.erhalten folgende Zuschrift: Berlin-Charlottenburg, Bleibtreu-Str. 4), den 30. April 1%9. An das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds Köln a. Rh. In Ihrer Statistik über die Nationalfondseingänge im I. Vierteljahr 1909 erwähnen Sie, daß die Eingänge aus Deutschland gegen * den gleichen Zeitraum im Jahre 1998 einen Rückgang . aufweisen und ziehen hieraus den Schluß, daß hier eine mangelnde Propaganda für den Jüdischen Nationalfonds vorliege, die beseitigt werden müsse. Wir bedauern nun natürlich selbst auf das lebhafteste, daß die Nationalfondseingänge gefallen sind, können aber die Schlüsse, die Sie hieraus ziehen, nicht anerkennen. Der Rückgang ist nur ein zufälliger, denn wenn man ein Bild über die Sammeltätigkeit für zionistische Zwecke, wie sie von den deutschen Zionisten geübt wird, bekommen und daraus Schlüsse ziehen will, so muß man alle Sammlungen für z:onistische Zwecke zusammenfassen. Eine solche Zusammenstellung ergibt nun, daß seitdem VIII. Kongreß, also in I1/* Jahren (vom Oktober 1907 bis April 1909) von den deutschen Zionisten folgende Beträge aufgebracht worden sind: Jüdischer Nationalfonds, einschließlich Ölbaumspende, ca. 57 000 Jl Palästina-Industrie-Syndikat............. 39 000 „ Palestine Land Development Co., ca......... 24 000 „ Zeichnungen für die Terraingesellschaft Haifa .... 24 000 „ Palästina-Pflanzungsverein............. 6 000 „ Parteifonds.................... 25 000 n 175 000 JL Zu diesen Beträgen treten natürlich noch die eingegangenen Schekelgelder und Landesbeiträge sowie die Sammlungen für den Bezalel, die Misrachistische Mittelschule, das Hebräische Gymnasium und sonstige palästinensische Unternehmungen . . . Diese Beträge machen zusammen ebenfalls etwa 40 000v# aus. Die etwa 6000 deutschen Zionisten haben somit in den letzten I1)« Jahren für zionistische Zwecke etwa 215 000^ aufgebracht. Mit freundlichem Zionsgruß Zionistische Vereinigung für Deutschland, Abteilung Nationalfonds Zu diesen Ausführungen der deutschen Nationalfondskommission möchten wir folgendes bemerken: Die Leistungen der deutschen Organisation für die verschiedenen palästinensischen und Parteiinstitutionen wissen wir sehr wohl zu würdigen, allein es muß doch darauf hingewiesen werden, daß die Beiträge für die palästinensischen Unternehmungen und insbesondere für den Parteifonds doch in erster Linie von verhältnismäßig wenigen, vermögenderen Zionisten herrühren. Demgegenüber werden die Spenden für den Nationalfonds in den meisten Ländern im großen und ganzen von dem jüdischen Mittelstand und den ärmeren Volkskreisen aufgebracht. Gerade in dieser Richtung läßt nun die Propaganda und Organisation des Nationalfonds in Deutschland leider sehr viel zu wünschen übrig. Es ist unbestreitbar, daß beispielsweise die Organisation der Büchsen- und Bogensammlungen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern, wie Österreich, Rußland, Nordamerika noch sehr im argen liegt. Auch in vielen größeren Orten und selbst dort, wo bereits zionistische Ortsgruppen bestehen, gibt es noch immer keine besonderen Nationalfondskommissäre, die eine planmäßige Arbeit für den Nationalfonds durch Verteilung und Evidenzhaltung der verschiedenen Sammelmittel in Angriff nehmen. Die Bestellung besonderer Nationalfondskommissionen bzw. -Kommissäre in jedem Orte des Landes, wo Juden wohnen, ist bekanntlich durch Beschluß des VII. Zionistenkongresses einer jeden Landeszentrale zur Pflicht gemacht worden. Wir sind überzeugt, daß bei der Leistungsfähigkeit der deutschen Juden gerade hier eine planmäßige Organisation und Propaganda die Eingänge für den Nationalfonds in kurzer Zeit derart steigern würde, daß die deutschen Zionisten auchinbezug auf den Nationalfonds allen anderen Landsmannschaften vorangingen. Woran es in Deutschland u. E. bis jetzt mangelt, ist, daß hier, nicht wie in anderen Ländern, sowohl in der Zentrale wie in den Ortsgruppen mit den Agenden des Nationalfonds besondere Funktionäre betraut werden, welche sich diesen Aufgaben ausschließlich widmen. Es wäre zu wünschen, daß diejenigen verdienten deutschen Gesinnungsgenossen, die in so opferwilliger Weise ihre bewährten Kräfte in den Dienst des Nationalfonds stellen, von anderweitigen Funktionen entlastet würden. Durch eine derartige Reorganisation würde sich ohne Zweifel recht bald ein beträchtlicher Aufschwung in bezug auf den Nationalfonds bemerkbar machen. (gez.) Professor Lewin. 'gez.» Dr. Friedemann.

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