Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 12 (19.3.1909)
- Date
- 1909-03-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XIII. JAHRO. KÖLN, 19. März 1909 p-WT? D"nrVf< TW )"-D So. 12. Bericht über die Sitzung des Großen Aktionskomitees am 15. März 1909 in Köln Der Sitzung des Großen Aktionskomitees ging am Sonntag den 14. ds. eine Sitzung des E. A. C. voraus. Außerdem fanden an diesem Tage die konstituierende Versammlung der Palestine Land Development Company sowie eine Ausschußsitzung des Vereins Ölbaumspende statt. Am Montag den 15. März begann sodann im Hotel Kaiser Friedrich die Tagung des Großen Aktionskomitees. Vormittagssitzung vom 15. März 1909 Der Vorsitzende des E. A. C. Herr Wolffsohn eröffnet um lO1/* Uhr die Sitzung und begrüßt die Mitglieder des Großen Aktionkomitees im Namen des E. A. C. Anwesend waren die Herren: Präsident David Wolffsohn, Professor Dr. O. Warburg, I. H. Kann, S. Gronemann, Dr. M. I. Bodenheimer, Dr. Camille Levy, Jean Fischer, Dr. S. Franzie-Berenstein, Leopold Keßler, Dr. E. W. Tschlenow, I. Rosoff, Davis Trietsch, A. Idelsohn, Berthold Feiwel, I. L. Goldberg, Professor G. Belkowsky, Dr. S. Lewin, Jakob Moser, Herbert Bentwich, Johann Kremenetzky, Dr. A. Hantke, N. Sokolow, Dr. Heymann-Berlin (als Revisor und Berichterstatter der Finanzkommission), und J. Berger als Protokollführer. Außerdem wohnten als Gästeden Beratungen bei: Dr. Bogratschow, Israel Beikind, Manager Hirsch und Sekretär Neumann vom Jewish Colonial Trust sowie der Sekretär des Palästina-Ressort Herr Awadiowitz. Entschuldigt haben sich die Herren: Dr. Friedemann, Dr. Gaster, L. Joffe, Grenberg, Montefiore, Dr. Nossig, Dr. Bernstein-Kohan, Samuel Pineles, Schalit, Schein, Moskowitz, Böhm, Dr. Margulies-Wien, Dr. Fränkel Kopenhagen, Boris Goldberg-Wilna. Die Herren Ussischkin und Dr. A. Marmorek haben sich wegen plötzlicher Krankheit telegraphisch entschuldigt Bevor in die Tagesordnung eingetreten wird, gedenkt der Vorsitzende jener Mitglieder, die in den letzten Monaten aus der Reihe der Lebenden geschieden sind: des Herrn Dr. Leopold Kohan sowie des Herrn Aron Vecht. Dr. Leo Kohan war einer unserer Besten. Er war Zionist vom Scheitel bis zur Sohle, er war einer unserer Palästinapioniere, der in seiner glühenden Liebe zu unserm Lande sein Schicksal mit dem Palästinas verband. Er hat für uns gearbeitet bis zum letzten Atemzuge. Aron Vecht war wohl einer der meist gereisten Juden der Welt. In allen Erdteilen war er zu Hause und überall hat er die Fahne des Zionismus aufgepflanzt. Seiner unermüdlichen Tätigkeit verdanken wir die Gründung und das Blühen unzähliger zionistischer Vereine in allen Teilen der Erde. Mit rührenden Worten gedenkt der Vorsitzende der dahingeschiedenen Herren, des verdienstvollen frühern Mitglieds des E. A. C, Herrn Dr. Leopold Kahn und des frühern Mitglieds des Großen A. C, Herrn Dr. Benderski. Die Anwesenden erheben sich zum Andenken dieser Toten von ihren Sitzen. Begrüßungen haben gesandt: Die Zionisten Konstantinopels, das Ungarische Landeskomitee u. v. a. Der Versammlung liegt der nachfolgende Bericht des Engeren Aktionskomitees vor. Palästinaamt T3ie Tätigkeit des Palästinaamtes war selbstverständlich in erheblichem Maße durch die Neuordnung der politischen Verhältnisse beeinflußt. Die Gewährung der Verfassung und die Parlamentswahlen brachten es mit sich, daß das Palästinaamt sich politischen Fragen zuwenden mußte. Selbstverständlich war ein direktes, offizielles Eingreifen in die Wahlbewegung ausgeschlossen. Im Bewußtsein der geringen Aussichten, die sich einer Durchsetzung jüdischer Kandidaturen in Palästina bot, hatten wir dem Palästinaamt die Weisung gegeben, seine Tätigkeit in der Wahlbewegung darauf zu beschränken, daß es versuchte, die verschiedenen herrschenden Differenzen innerhalb der palästinensischen Judenheit möglichst auszugleichen. In dieser Hinsicht war denn auch das Palästinaamt in der Lage, schätzbare Dienste zu leisten. Die Wahlen haben gezeigt, daß die Juden, solange sie nicht in großen Massen Ottomanen werden, in Palästina zur politischen Ohnmacht verurteilt sind; immerhin war es nicht zu umgehen, daß die Juden sich am Wahlkampf beteiligt haben. Sie konnten im Interesse ihres Prestiges nicht Gewehr bei Fuße bleiben, wo alle andern Nationen in Palästina am Wahlkampf mit Eifer teilnahmen. Den größern Teil der Arbeit des Palästinaamtes bildeten Arbeiten administrativer und informatorischer Natur. Die letztern betrafen natürlich in besonderm Maße die durch die neuen Verhältnisse geschaffene geänderte Lage und Aussichten in wirtschaftlicher und sozialer Natur. Im Zusammenhang damit arbeitete