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Die Welt · 1909-01-01 · 1 (1.1.1909) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
1 (1.1.1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Herrn H. Aronowitz. Für den N.-F. wurde in 1907/08 gesammelt ü. 2797.68 (fl. 2.98l2 pro Schekelzahler), fl. 615.82 mehr als in 1906/07. Ein schönes Resultat der nimtnerruhenden Arbeit ünsers eifrigen N.-F.-Kommissars. Die Debatte über diese Berichte war nicht ausgedehnt. Destomehr aber wurde gesprochen über einen Antrag, welcher gestellt wurde"* von den Herrn: G. C. Polak, Eduard Pool und N. de Lieme. Diesen Antrag der Versammlung unterbreitend, tadelte Herr G. C. Polak in einer längeren Rede scharf erstens die Haltung des Bankdirektors Herrn Joseph Cowen im Bankprozesse, zweitens das Verfahren des Direktoriums des J. N. F., des Großen Aktionskomitees und des E. A. C. in der Kreditgewährung für Häuserbau in Jaffa und Haifa. Der gestellte Antrag ging dahin, das EAC. zu ersuchen, eine Untersuchung über diese Tatsachen einzuleiten und vor dem Kongresse die Resultate mitzuteilen. Es wurden im Laufe der Debatte über diesen Antrag, welche fast den ganzen weitern Verlauf der Versammlung in Anspruch nahm, derartige Anträge mehr oder weniger scharf gestellt von den Herrn: E. Zwartser (Haarlem), Dr. A. van Raalte (Dovdrecht), S. Hoofien (Amsterdam) und Dr. L. S. Ornstein (Leiden). Diese Anträge wurden, mit Ausnahme des Antrages Zwartser, welcher verworfen wurde, zum Schluß in ©inen Antrag vereinigt, welcher dann fast einstimmig angenommen wurde und dem E. A. C. unterbreitet werden soll. Man findet diesen Antrag an einer andern Stelle des Blattes. Nachdem noch Herr Dr. Ornstein seine Ansichten über die allgemeine Politik entwickelt hatte, schritt man zu der Beratung über die holl. Bewegung, deren vermeintliche Schwäche namentlich Herr Dr. Hen offenbarte. Einige organisatorische Anträge wurden angenommen, deren wichtigster bestimmte, daß der „Joodsche Wächter" fortan Bundesorgan sein wird, dessen Administration der bestehenden „Holl. zion. Buchhandlung" überlassen wird, und daß man versuchen wird, dieses ßundesorgan wöchentlich erscheinen zu lassen. Danach schritt man zu den Wahlen des infolge der neuen Statuten zu ernennenden Vorstandes von 7 Mitgliedern. Der bisherige Vorsitzende Herr S. Seeligmann, hatte erklärt, eine Wiederwahl nicht annehmen zu wollen. Es wurden gewählt zum Vorsitzenden des Bundes Herr Dr. S. Franzie Berenstein (Haag), zum Schriftfü irer Herr docts. phil. D. Cohen (Deventer), zum Redakteur des Bundesorgans Herr A. B. Kleerekoper (Amsterdam); zu Mitgliedern des Vorstands die Herren J. Hertzberger (Groningen), S. Hoofien (Amsterdam), Dr. L. S. Orn st ei n (Leiden), G. C. Polak (Amsterdam). Als Kandidat für die Wahl ins G. A. C. wird dem Kongreß vorgeschlagen werden Herr Ed. Pool (Hengelo). Mit den Wahlen war die eigentliche Versammlung beendigt. Abends vereinigte man sich wieder zum Makkabäerfest, das die Ortsgruppe Amsterdam veransfaltete. Es war ein froher Abend, an dem A. B. Kleerekoper die Festrede hielt und Dr. Hen und Dr. van Raalte jüdische Verse vortrugen. Antrag des Delegiertentages des Niederländischen Zionistenbundes Am Delegiertentage des Niederländischen Zionistenbundes, am 20. Dezember 1908, wurde folgender Antrag der Herren G. C. Pollak, Eduard Pool und N. de Lieme angenommen: Der Delegiertentag des Niederländischen Zionistenbundes, abgehalten in Amsterdam am 20. Dezember 1908, ist der Meinung, daß die zionistische Organisation ihrem Programm gemäß das ganze jüdische Volk umfassen soll, und erkennt hierdurch den demokratischen Charakter der Bewegung an, durch welchen auch die kleinste organisatorische Einheit, in Holland bis auf die Ortsgruppen und ebenso die Landesorganisation das Recht der Kritik hat dem E. A. C. gegenüber, welches in letzter Instanz seine Befugnis diesen demokratischen Einheiten entlehnt. Er mißbilligt: 1. daß einer der Direktoren des J. C. T. (Jüdischen Kolonialbank) die von ihm bekleidete Stelle mißbraucht hat; 2. daß Gelder des Nationalfonds durch das „Direktorium" dieses Fonds ohne Mitwissen oder Genehmigung des E. A. C. verwendet worden sind. Er erwägt daß diejenigen, welche diese Unregelmäßigkeiten verschuldet haben, ihr Mandat dem Kongreß oder dem Kongreß Verantwortung schuldenden Organisationen und also auch teils den untergeordneten organisatorischen Einheiten wie dem Niederländischen Zionistenbunde verdanken. Und er schließt daraus: 1. daß es den Anschein hat, daß die souveränen Rechte des Kongresses, deren Schutz dem E. A C. obliegt, durch das erwähnte Vorgehen geschmälert worden sind, während die betreffenden Funktionäre offenbar noch immer das offizielle Vertrauen genießen; 2. daß der Propaganda für die zionistische Idee durch das daraus entstandene Mißtrauen geschadet wird, und bittet daher das E. A. C, die Motive, welche es zu seiner Haltung den obengenannten Tatsachen gegenübergeführt haben, im offiziellen Organ der Organisation publizieren zu wollen, damit der Neunte Kongreß in der Lage sei, darüber mit vollkommener Sachkenntnis zu urteilen. Er beauftragt den Vorstand des Niederländischen Zionistenbundes, diesen Antrag vor dem 15. Januar 1909 im „JoodscheWachter" oder dessen Stellvertreter zu veröffentlichen und ins Deutsche übersetzt der „Welt" zur Publikation zu schicken. Die Adresse des Niederländischen Zionistenbundes ist fortan: Niederländischer Zionistenbund, Deventer (Holland). Österreich N. Sokolow in Galizien. Der Vortragszyklus N. Sokolows in Galizien, über den wir in voriger Nummer berichtet haben, stellt sich nach nähern Angaben folgendermaßen dar: Am 20. bei der Makkabäerfeier im Sacil des alten Theaters in Krakau; am 21. fand ein Diskussionsabend der Krakauer Zionisten im Vereinslokal des Przedswit statt; am 22. in Tarnow; am 23. in Rzeszow; am 24. öffentliche Vorlesung in Krakau im Saale Kleinas über die Judenfrage und zuletzt am 25. hebräischer Vortrag über „Juden- und Griechenzeit" im Lesesaal des Vereins „Esra". — Die vorwöchentliche Nachricht muß noch dahin berichtigt werden, daß die galizische Reise N. Sokölow's keine Agitationsreise im eigentlichen Sinne dieses Wortes war, sondern eine durch den akademischen Verein „Przedswit" veranstaltete Vortragsserie. Aus Rücksicht auf die äußerst knapp bemessene Zeit — die ganze Tour dauerte nur eine Woche — war es dem Vortragenden nicht möglich, seine Reise auch auf Ostgalizien zu erstrecken. Hochschulkurse für Palästinakunde Der Verein zionistischer Hochschüler in Wien, „Theodor Herzl", vollendet das zehnte Semester seines Bestandes. Anläßlich seines Gründungsjubiläums veranstaltet er vom 20. bis zum 24. Februar d. J. in einem Hörsaal der Exportakademie allgemein zugängliche Paiästinakurse. Hervorragende Kenner Paliistinas und des Orients werden als Dozenten den kurzfristigen Kursen einen hohen wissenschaftlichen Wert verleihen. Prof. Vambery, der gefeierte Kenner und Freund der Türkei, dessen Beistand bei den Verhandlungen Österreich-Ungarns mit der Pforte vom Minister Aehrenthal angerufen wurde, wird über „Die Verhältnisse im Orient und der Zionismus" vortragen. Über die Geographie Palästinas wird Prof. Dr. Oberhummer ein Kolleg abhalten. Reg.-Rat Prof. Dr. Gruazel, Referent im Handelsministerium, wird die „Wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas", Prof. Dr. Obermayer die Kulturverhältnisse Erez-Israels behandeln. Ferner werden vorlesen: Dozent Dr. Karl Uli mann über „klimatische und hygienische Verhältnisse", Kaiserlicher Rat Dr. Schwarz über „Export und Import", Oberingenieur Lau über die „Wasserkräfte" Palästinas, Dr. Berkowicz wird über „Palästina in der Volkskunde", Dozent Dr. Pasmanik über „Das zionistische Palästinaprogramm" sprechen. Dr. Chilaiditis-Staveo wird voraussichtlich über „Türkisches Recht" vortragen. Die Hochschulkurse versprechen somit ein wertvoller Bei rag zur Kenntnis der wirtschaftlichen, natürlichen und sozialpolitischen Möglichkeiten Palästinas zu sein. Dieser eminent-wissenschaftlichen Veranstaltung soll am 31. d. M. eine literarische vorangehen, — ein Perez- Abend" mit Perez, Dr. Buber, Frl. Lia Rosen und Herrn Brecher als Mitwirkenden. Im Frühjahr ist in der Sezession eine Jüdische Kunstausstellung in Aussicht genommen. Man sieht, es ist ein schönes Stück nützlicher und fruchtbringender Arbeit, das der Verein „Theodor Herzl" zu leisten sich anheischig macht. Der Erfolg ist ihm von Herzen zu wünschen. Distriktstag für Podolien Das Distrikts-Komitee für Podolien macht hiermit bekannt, daß der zweite Distrikstag in Tarnopol am 10. Januar 1909 im Schloßsaale um 3 Uhr nachmittags stattfinden wird, und ersucht alle diejenigen Vereine, die dem D. K. für Podolien unterworfen sind, laut der ihnen eingesandten Instruktion an die Delegiertenwahl zu schreiten. Die Tagesordnung wird kürzlichst den einzelnen Vereinen ausgesandt werden. Mit Zionsgruß! Dr. Waldmann.

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