Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1907-11-15 · 46 (15.11.1907) · page 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
46 (15.11.1907)
Date
1907-11-15
Page
– (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316240-3316289--49972-3344933
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 46 DIE^ELT 27 K. 2.-- Oreskovitz, N.N., N.N. jeK. 1.— Aktienbrauerei Sarajevo K. 5.-, P. H„ A. J. Romano, Fisco je K. 1.— Zionistische Mittelschüler, Sarajevo . . . . . K. 100.60 K. 171.80 Hebräischer Sprachverein in Wien D. Vakuf (Bosnien): Dr. Heinrich Friedmann. ..... K. 6.— Hospital Misgab Ladach in Jerusalem D. Vakuf (Bosnien): Dr. Heinrich Friedmann..... „ 5.— Israel. Blindeninstitut in Jerusalem D. Vakuf (Bosnien): Dr. Heinrich Friedmann..... „ 5.— Die Oesamtsumme der Nationalfonds-Spenden in dieser Nummer beträgt Mark 2353.79» d*e der sonstigen Spenden Mark 326.63 Die Briefmarkenabteilung des Nationalfonds Eine Quelle zur Erhöhung seiner Einnahmen Von Dr. Julius Löwenheim-B erlin *) Zur Erhöhung der Einkünfte des Nationalfonds hat die Nationalfonds-Verwaltung schon seit langem eine Materialien- und Briefmarkenspende eingerichtet, welche die ihr gespendeten Materialien und Briefmarken im Interesse des Nationalfonds veräußert. Als Kenner des Briefmarkensammelns ist es mir schon lange aufgefallen, daß die Einsendungen der Briefmarken sehr wenig rationell gehandhabt werden, wie gut sie auch gemeint seien, so daß die Einkünfte daraus für den Nationalfonds in gar keinem Verhältnis zu der von der Nationalfondsverwaltung aufgewendeten Mühe stehen. Es wurden bis jetzt größtenteils nur die landläufigsten Marken eingeschickt, wie deutsche Marken zu 5 und 10 Pfg., oder österreichische zu 5 und 10 Heller, russische zu 3,7 und 10 Kopeken, oder englische zu 1 Penny und 21/* Pence usw.; daß die Nationalfondsverwaltung mit solchen gewöhnlichen Marken der niederen Werte nichts anfangen kann, liegt auf der Hand; denn diese Marken hat jeder und kauft niemand. Oft, leider sehr oft, werden aber auch zerrissene und beschmutzte Marken eingeschickt; so habe ich kürzlich in einem Paket, das sonst recht gute Marken enthielt, ein Drittel zerrissen oder, wie der technische Ausdruck lautet, lädiert gefunden. Diese zerrissenen Marken — ungefähr 400 Stück — mußten mühsam herausgesucht und, da sie vollkommen wertlos waren, weggeworfen werden, während dieselben in tadellosem Zustande ca. 60 M. wert gewesen wären. Dabei wird der Begriff der lädierten Marken unter den Sammlern sehr eng gefaßt; so genügt z. B. das Fehlen einer Zacke oder eines Zähnchens oder ein unbedeutender Riß, um die Marke für den Sammler und dadurch auch für den Nationalfonds vollkommen wertlos zu machen. Wir möchten daher an alle, die uns Marken einsenden wollen, — und das müssen recht viele in Deutschland und im Auslande, besonders auch außerhalb Europas sein, — die dringende Bitte richten, uns nur tadellose Exemplare zu senden. Um dieses zu erreichen, seien noch einige Worte über die Behandlung der auf Briefen etc. klebenden Marken gesagt: Am bequemsten ist es, die Marken aus den Kuverts mit der Schere so auszuschneiden, daß noch um die Marke herum ein Papierrand bleibt, der verhindert, daß die Zähnchen der Marken lädiert werden. Das vielfach übliche Abreißen der Marken von den Kuverts durch Anheben einer Ecke oder Seite derselben und Herunterreißen ist unter allen Umständen zu vermeiden, weil dadurch fast immer Einrisse in den Marken entstehen oder weil oft von der Rückseite der Marken ein Teil davon am Kuvert hängen bleibt, so daß die Marke dann dünnere Stellen bekommt, wodurch ihr Wert erheblich vermindert oder ganz aufgehoben wird. Wer noch ein weiteres tun will und geschickt und vorsichtig dabei verfährt, kann die nach obiger Angabe aus den Kuverts ausgeschnittenen Marken noch von dem an ihnen haftenden Papier auf folgende Weise ablösen: In eine mit kaltem oder lauwarmem V/asser gefüllte Schale, z. B. Waschschüssel, werden die Marken so hineingelegt, daß die farbige Seite nach oben sieht, und sie mit der Rückseite, an der das überflüssige Papier haftet, auf dem Wasser schwimmen. Dadurch wird erreicht, daß die bei vielen Marken löslichen Farben nicht abgehen, was aber eintreten würde, wenn die Marken mit der farbigen Seite nach unten ins Wasser gelegt werden. Die Marken müssen ca. 10 Minuten auf dem Wasser schwimmen, bis das Papier durchweicht ist; dann kann man sie in diesem halbnassen Zustande von dem Papier mit Leichtigkeit abziehen, ohne sie irgendwie zu verletzen. Darauf legt man sie zwischen Löschpapier zum Trocknen; und erst nach dem völligen Trocknen dürfen sie ins Kuvert gesteckt und der Briefmarken- *) Aus der „Jüdischen Rundschau" (Berlin), Nr. 40. abteilung des Nationalfonds zugeschickt werden. Das vielfach übliche Bündeln der Marken und Umwickeln mit Zwirnfäden ist unnötig und unzweckmäßig, da sie dadurch leicht verletzt werden, und weil sie doch bei uns noch sortiert werden müssen. Welche Marken sind uns nun für unsere Zwecke die liebsten? Natürlich nicht die obengenannten gewöhnlichen Marken, sondern nur die seltener vorkommenden Werte, wie sie für Drucksachen, Einschreibebriefe, Geldbriefe, Postanweisungen und Pakete gebraucht werden, besonders diejenigen Marken, deren aufgedruckter Wert 20 Pfg. oder 25 Cts. oder Heller, 14 Kopeken usw. übersteigt. Sehr dankbar wären wir natürlich für die von den Postverwaltungen herausgegebenen höheren Werte, .wie Deutsches Reich, Kolonien und Bayern 1, 2, 3 und 5 Mk., Österreich, Ungarn und Bosnien 1, 2, 4 resp. 3 und 5 Kronen, Frankreich und Kolonien 1 Franc und höher, England und Kolonien 1 sh. und höher, Nord-, Mittel- und Südamerika 1 Dollar resp. Peso usw. usw. Von den jetzt vielfach ausgegebenen Gedenk- und Jubiläumsmarken und von den Marken der verschiedenen kleineren Staaten, besonders der exotischen, die, entsprechend dem geringen Verkehr, nur in kleiner Auflage erscheinen, sind uns natürlich alle Werte, auch die kleineren, erwünscht. Außer den üblichen zur Frankatur gebrauchten Freimarken werden von vielen Postverwaltungen noch Portomarken oder, wie das Publikum sie nennt, Strafportomarken ausgegeben, die von der Post auf nicht genügend frankierte Briefe geklebt werden, und außerdem noch sogenannte Dienstmarken, die für die Korrespondenz der Behörden mit dem Publikum in vielen Staaten benutzt werden. Diese beiden letzteren Sorten sind uns ebenso, wie die vorher erwähnten höheren Werte der Freimarken und die vielfach zur Frankierung von Zeitungen gebrauchten Zeitungsmarken, sehr erwünscht. In Deutschland und Belgien gibt es noch eine Sorte Marken zur Frankierung der Eisenbahnpakete und Frachtbriefe analog den Postpaketen; auch diese Eisenbahnmarken, von denen es in Deutschland so viele Abarten wie Eisenbahnverwaltungen gibt, können uns eingesandt werden. Von allen Postverwaltungen werden außer den Marken noch Postkarten ohne und mit Antwort, Weltpostkarten ohne und mit Antwort, Kuverts, Kartenbriefe, Streifbänder, Postanweisungen und Einschreibekuverts (letztere in England und seinen Kolonien) ausgegeben, die alle den Wertstempel oder die Marke gleich eingedruckt tragen; diese alle werden von den Sammlern mit dem Namen Ganzsachen bezeichnet und auch als ganze Sachen gesammelt, d. h. die eingedruckten Marken dürfen niemals aus den Ganzsachen ausgeschnitten werden, da diese sonst wertlos sind; auch etwaige auf ihnen klebende. Marken dürfen nicht entfernt werden. Um die Zusendung solcher Ganzsachen bitten wir ebenfalls in nur sauberem, tadellosem Zustande, nämlich die Kuverts dürfen nicht aufgerissen, sondern müssen sauber aufgeschnitten sein, und dürfen ebensowenig wie die Postkarten usw. in der Mitte geknifft sein. Bei der Öffnung der Kartenbriefe verfahre man so, daß die perforierten (gelochten) Ränder, mit denen die Kartenbriefe zugeklebt werden, an ihnen erhalten bleiben, indem man mit einer Nadel oder einem Messerchen die zusammengeklebten Ränder auseinanderdrängt oder, wenn dies nicht geht, den perforierten Rand der Rückseite in der Perforierungslinie selbst auftrennt; durch das erstere Verfahren bleiben die Ränder ganz erhalten, durch das letztere bleiben sie zusammen an der Vorderseite. — Als Zusammenfassung des Ganzen bitten wir nochmals: Schickt uns nur gute und unverletzte Marken und Ganzsachen. Wer selbst Sammler ist, der soll uns seine Dubletten senden; wer selbst keine Marken bekommt, kann befreundete Firmen, die viel Auslandsverkehr haben, und Freunde im Ausland und in den Kolonien bitten, die Marken für den Nationalfonds aufzuheben. Diese kleine Mühe, die fast keine Kosten verursacht, kann aber wesentlich dazu beitragen, dem Nationalfonds größere"1 Summen zuzuführen, stecken ja doch in den Marken und Ganzsachen, besonders in den besseren, größere, oft kaum geahnte Werte, Zum Schluß bitten wir alle"*Sendungen frankiert zu senden, da ungenügend oder gar nicht frankierte Sendungen" nicht angenommen werden können. Frl. Klare Fingerer, Stryj Wilhelm Kupfermann, Kolomea empfehlen sich als VERLOBTE. Im November 1907. Dr. Julius Löwenstein, Rechtsanwalt Erika Löwenstein, geb. Brandt VERMÄHLTE. Aachen-Berlin; 9. November 1907. Verlag: „Die Welt", Ges. m. b. H. —^Verantwortlicher Redakteur; Julius Berger, Köln. — Druck von M. DuMont Schauberg,yKöln.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.