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Die Welt · 1906-08-31 · 35 (31.8.1906) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
35 (31.8.1906)
Date
1906-08-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIE KÖLN AM RHEIN, UBIERRING 23 ELT ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG X. JAHRG. KÖLN, 31. August 1906 iminb lW« btt* "*> No. 35. SPEZIALBERICHT ÜBER DIE III. ZIONISTISCHE JAHRESKONFERENZ Präsenzliste der zionistischen Jahreskonferenz am 28. August und den folgenden Tagen in Köln Dr. M. Bodenheimer, Köln Herbert Bentwich, London Dr. J. Caleb, Sofia Josef Cowen, London Berthold Feiwel, Köln M. Feldstein, Warschau J. L. Goldberg, Wilna Heinrich Grünau-Grünzweig, Antwerpen L. J. Greenberg, London Dr. Arthur Hantke, Berlin Dr. Ladislaw Herz, Antwerpen Dr. J. Idelsohn, Petersburg Bezalel Jaffe, Grodno J. H. Kann, Haag Dr. N. Katzenelsohn, Libau * Dr. Korkis, Lemberg .1. Kremenetzky, Wien Dr. Schmarje Lewin, Wilna E. W. Lewin-Epstein, Newyork Dr. Alexander Marmorek, Paris Oskar Marmorek, Wien J. Moser, Bradford Leo Motzkin, Berlin Dr. Max Nordau, Paris Dr. Alfred Nossig, Berlin A. Podlischewsky, Warschau S. J. Rabbihowitz, Liverpool Heinrich Rosenbaum, Tg. Neamtz S. Rosenbaum, Minsk Dr. Sapir, Odessa Dr. Schalit, Wien M. Scheinkin, Jaffa S. Seeligmann, Amsterdam N. Sokolow, Warschau Dr. E. W. Tschlenow, Moskau M. Ussischkin, Ekaterinoslaw Prof. Dr. Warburg, Berlin Dr. ChaimWeitzmann, Manchester D. Wolffsohn, Köln Harry R. Lewis, London Direktor Hirsch, London Direktor D. Lewontin, Jaffa I. SITZUNG Dienstag, 28. August, 10 Uhr vormittags Der Präsident des Aktionskomitees, Herr DavidWolffsohn, gegrüßt die Erschienenen auf das herzlichste. Vor Eingang in die Tagesordnung wird einer Reihe von Gästen Gesinnungsgenossen aus Deutschland, Rußland, Österreich und der Schweiz) der Zutritt für die Verhandlungen, soweit sie nicht für ertraulich erklärt werden, gestattet. Der Präsident erstattet sodann den Bericht des Aktions-Komitees Das Jahr, über das wir Ihnen zu berichten haben, wird in dem Buche" der jüdischen Geschichte für ewige Zeiten mit blutigen Lettern verzeichnet stehen. Furchtbares Leid ist in diesem Jahre dem jüdischen Volke geschehen und entsetzliches und grauenhaftes Unrecht ihm zugefügt worden. In seiner schrecklichsten Bedeutung zeigte sich der Welt das Elend unseres unglücklichen Volkes, das, heimatlos, auf Recht nicht hoffen kann. Es ist klar, daß die furchtbaren Ereignisse ig Rußland für unsere Bewegung von schwerwiegendstem Einflüsse sein mußten. Der Zionismus wurde in erster Linie mit betroffen von dem entsetzlichen Unglücke. Gerade in diesem Jahre aber hatten wir außerdem noch mit manchen großen Schwierigkeiten zu kämpfen, die sich aus den äußeren und inneren Verhältnissen unserer Organisation ergaben. Zum ersten Male lag die Führung der Bewegung einem Engeren Aktions-Komitee ob, dessen Mitglieder nicht wie bisher in einer Stadt, sondern an räumlich weit auseinanderliegenden Orten ansässig waren. Dazu kam, daß die Erregung in der Organisation, die vom sechsten zum siebenten Kongresse so hohe Wellen geschlagen hatte, noch an vielen Stellen nachzitterte und erst sehr langsam einer ruhigen Auffassung Platz machte. In diesem Jahre mußte es sich zur Evidenz erweisen, ob die Bewegung Lebenskraft genug besitzt, um aus sich heraus den schweren Verlust zu überwinden, den sie durch den Tod unseres Dr. Herzl erlitten hatte. Wir können in unserer abschließenden Betrachtung mit Genugtuung konstatieren, daß die zionistische Bewegung auch diese harte Probe auf ihre Existenzberechtigung bestanden hat und daß insbesondere die oft bewährte Disziplin der Gesinnungsgenossen, manchen Prophezeiungen zum Trotz, nirgends versagte. Auch im verflossenen Jahre, das wir natürlich nur mit einem kongreßlosen Jahre vergleichen können, hat die zionistische Bewegung an vielen Orten neue Wurzel geschlagen und ernsthafte Verluste im Besitzstande kaum zu beklagen gehabt. Und es soll besonders hervorgehoben werden, daß auch da, wo eine Schädigung tatsächlich zu konstatieren ist, wie z. B. in Rußland, diese nicht auf den Abfall beträchtlicher Massen von unserm Programm, sondern lediglich auf die allgemeine Depression, die auf der russischen Judenheit lastet, zurückzuführen ist. Dagegen haben gerade die russischen Ereignisse an vielen anderen Orten eine erhöhte Rührigkeit unserer Gesinnungsgenossen zur Folge gehabt und uns an vielen Punkten Freunde und Unterstützung zugeführt. Die Politik des Aktions-Komitees hatte sich naturgemäß in der vom siebenten Kongresse bestimmten Richtung zu bewegen. Der Kongreß hatte mit Nachdruck festgestellt, daß die zionistische Organisation streng und unerschütterlich an dem Baseler Programm festhält, das die Lösung der Judenfrage ausschließlich in der Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina sieht und jede Lösung verwirft, die ein 1

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