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Die Welt · 1906-05-11 · 19 (11.5.1906) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
19 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
– (sequence 16)
Language
German
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18 DIE^E LT No. 19 iiiÄ-ft l*£*r.i; ,ü ~ ' r-> - i#»,> f»> \ f ">) yl V '» J ,r<- j/. j Aufruf des Hilfs-Komitees für die jüdischen Abbrändler in Sniatyn Teure Glaubensgenossen! Eine furchtbare Feuerkatastrophe hat unsere Stadt heimgesucht, und ihre verheerende Wirkung traf zum großen Teile die Häuser des Judenviertels. In wenigen Stunden wurden Hunderte Glaubensgenossen mit dem nackten Leben auf die Straße getrieben. Ihre Häuser sind eingeäschert, ihr Hab und Gut ein unrettbarer Raub der Flammen und sie selbst mit einem Schlage einer trostlosen Zukunft, der bittersten Armut, ja dem Gespenste des Hungers gegenübergestellt. An euch, teure Glaubensgenossen, ergeht der Ruf, zu lindern und zu helfen. Wir appellieren an die bewährte Großmut unserer Brüder, an das warme Fühlen jüdischer Herzen, mit der Bitte, nach Kraft und Willen im Rettungswerk uns beizustehen, um den armen Obdachlosen ein Heim und einen Herd wieder zu schaffen, um ihren Frauen und Kindern das Brod wiederzugeben, dessen sie ein namenloses Unglück mit einem Schlage beraubt hat. — Die Spenden werden in öffentlichen Zeitungen publiziert werden. Das Hilfs-Komitee: Adresse für Spenden: Moses Wechsler, Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Sniatyn. Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden Am 26. April d. J. fand in Berlin die III. ordentliche Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden statt. Aus dem vom Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Alfred Nossig, erstatteten Berichte ergab sich, daß der statistische Verband in äußerst erfreulichem Aufblühen begriffen sei. Das Bureau veröffentlichte im Berichtsjahre drei größere Arbeiten: das „Statistische Jahrbuch deutscher Juden", den „Anteil der Juden am Schulwesen in Preußen" und „Die sozialen Verhältnisse der Juden in Rußland" (im Auftrage des zionistischen Aktions-Komitees). Die von Dr. Artur Ruppin und D. Jakob Thon verfaßten Schriften fanden volle Anerkennung seitens der wissenschaftlichen Kritik und erwiesen sich zugleich als wertvolle Hilfsmittel für die praktischen Zwecke der jüdischen Verwaltung und Wohlfahrtspflege. Besonderes Interesse erweckte in den gebildeten jüdischen Kreisen die voni Bureau herausgegebene „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden", die eine Fülle von zuverlässigen Angaben über die Verhältnisse der Juden in den verschiedensten Ländern bietet. In Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit und der praktischen Nützlichkeit des statistischen Bureaus bezeigten die großen jüdischen Organisationen und Gemeinden dem Verbände im letzten Jahre ein viel lebhafteres, tätiges Interesse als früher. Zunächst überwies man dem Bureau neue wissenschaftliche Arbeiten : Im Auftrage der Großloge des U. O. B. B. wird eine erschöpfende Statistik der jüdischen Bevölkerung im Großherzogtum Hessen ausgearbeitet werden. Die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" ermöglichte dem Bureau die Inangriffnahme einer Arbeit über „Die jüdischen Gemeinden Deutschlands". Betreffs der Herstellung einer Statistik der Juden in Österreich, Ungarn und Galizien schweben zurzeit Unterhandlungen mit mehreren Körperschaften. Zu den Körperschaften, die den Verband bereits früher subventionierten, dem Zentralverein, der Großloge, mehreren Einzellogen, dem Deutsch-Israel. Gemeindebund, der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft der Juden, traten in diesem Jahre fast sämtliche größeren Gemeinden Deutschlands hinzu: Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Breslau, Stettin, Posen, Wiesbaden, Frankfurt, Mainz. Auch die Vereine für Statistik der Juden in anderen Ländern, die sich dem Verbände angeschlossen haben, besonders der statistische Verein in Bayern, haben im letzten Jahre eine rege Tätigkeit entwickelt und die Zeitschrift des Verbandes mit wertvollen Beiträgen versorgt. Aus dem Berichte des Schatzmeisters Benno Braun ging hervor, daß der Etat des Verbandes sich im letzten Jahre gegen das Vorjahr mehr als verdoppelt hat; er betrug im Jahre 1904 5 4-032 Mk., im Jahre 1905 6 9685.75 Mk. Auf Antrag der Revisionskommission wurde . für die Finanzgebarung Decharge erteilt. Auf Grund der Satzungen, die der Generalversammlung des Verbandes die Entsendung von fünf Mitgliedern in das Kuratorium einräumt, fanden die Wahlen statt, aus denen nachstehende Herren hervorgingen: San.-Rat Dr. Maretzki, Geh. R. Dr. Blumenthal, Prof. Dr. Martin Philippson, Just.-Rat Dr. Eugen Fuchs, Benno Braun. In den Vorstand des Verbandes würden gewählt: Dr. Kurt Alexander, Dr. Walter Münk, Dr. Theodor Zlocisti, Dr. Alfred Nossig, Dr. Bruno Blau, Dr. Hans Gideon Heymann, Dr. Moritz Sobernheim, Benno Braun, Dr. Rothholz, Priv.-Doz. Dr. J. Schur. Zu Revisoren wurden, wie im Vorjahre, Richard Cassel und Ing. S. Eliasberg gewählt. Nachdem Dr. Horwitz dem scheidenden Vorstande Dank und Anerkennung für seine erfolgreiche Tätigkeit ausgedrückt hatte, schloß die Versammlung. Die in jhr vorgebrachten Tatsachen verschafften den Anwesenden die Überzeugung, daß die allgemein jüdische Institution, die in dem Bureau für Statistik der Juden dank dem einsichtsvollen Interesse der jüdischen Organisationen und Gemeinden zustande gekommen ist, durch ihre Arbeiten tatsächlich allen jüdischen Körperschaften und Bevölkerungsgruppen wesentliche Dienste leiste. Verein Jüdischer Studenten in Berlin Berlin. Der Verein Jüdischer Studenten in Berlin, der am 2. Mai mit einer wohlgelungenen Veranstaltung sein 23. Semester eröffnete, hat für die Sommermonate folgendes Programm wissenschaftlicher Vorträge aufgestellt: 8. Mai: A. H. Rabb. Dr. Emil Cohn: „Über religiöse Ausdrucksformen". 15. Mai: Herr Moritz Baum: „Politischer Zionismus und zionistische Politik". 22, Mai: Herr Dozent Dr. E1 b og e n: „Vorboten des Backochbaaufstandes". 12. Juni: Bbr. Rosenblüth: „Die wirtschaftliche Lage der Juden Preußens zu Beginn der Emanzipation". 19. Juni: A. H. Dr. Kirschner: (Thema unbestimmt). 26. Juni: Herr Gymnasiallehrer Dr. Calvary: „Jüdische Nuancen in der deutschen Prosa". 10. Juli: Bbr. Moses: „Die kulturelle Lage der Juden Preußens zu Beginn der Emanzipation". 17. Juli: A. H. Dr. Max Eschelbacher: (Thema unbest). Der Ausbildung der Bundesbrüder dienen die internen wissenschaftlichen Kurse: A. H. Dr. Namiot: Hebräisch für Anfänger. A. H. Dr. Gotthold Weil: Hebräisch für Fortgeschrittene. A. H. Dr. Theodor Zlocisti: Historische Übungen über die Zeit der Emanzipation. A. H. Dr. Soskin: Einführung in die Palästinakunde. An jedem Sonntagvormittag turnen die Aktiven in der Turnhalle des Reichenheimschen Waisenhauses. Zuschriften sind zu richten an den Schriftwart phil. Arno Wagner, Große Frankfurter Straße 86 oder an die Kneipe desV.S. St., Gipsstraße 12a. Briefkasten der Redaktion S. R. S. Wenden Sie sich wegen Schekelblocks an das Landeskomitee für Österreich, Wien IX, Türkenstr. 9. K. W., Komarno. Vgl. letzte Nummer S. 23. Das erste Moorbad der Welt. - Franzensbad eeeeeeee besitzt die stärksten Stahlquellen, leichtverdauliche Eisensäuerlinge, alkalische Glaubersalzwässer, Lithionsäueriinge. Vier große städtische Badeanstalten mit natürlichen, kohlensäurereichen Stahl-, Mineral-, Sol- und Strombädern, den heilkräftigen Moorbädern, Dampf- und Heißluftbädern, elektrischen Wannen- und Lichtbädern, medico-rnechamsches Institut, Inhalatorium. Bewährt bei: Blutarmut, Bleichsucht, Skrofulöse, Rheumatismus, Gicht, Katarrhen der Atmungsorgane, Harnorgane und Verdauungsorgane, habitueller Stuhlverstopfung, Nervenkrankheiten, Neurasthenie, Hysterie, Frauenkrankheiten, Exsudate-Herzkrankheiten, Insuffizienz des Herzens (Herzschwäche), chronischen Herzmuskel- und Herzklappenentzündungen, Neurosen des Herzens, Fettherz. Hervorragendstes Herzheilbad Österreichs. - Saison vom 15. April bis 30. September. ——— Versand des kräftigen Lithionsäuerlings „Nataliequelle", der Franzens-, Salz- und Wiesenquelle, der Stahlquelle, Herkules-, Stefanie- und Dr. Cartellieriquelle. Indikationen bekannt. Jede Auskunft erteilt — Prospekte gratis. — die Kurverwaltung. Verlag „Die Weit" Köln, Ubierring 23. — Verantwortlicher Redakteur: Julius Berger. — Druck von M. DuMont Schauberg, Köln ^lulky.

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