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Die Welt · 1905-09-22 · 38 (22.9.1905) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
38 (22.9.1905)
Date
1905-09-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 16 „bie # w^it t*r. 38 W^i^Sb^Dik- Die Geschichte einer Ausweisung. Ein schon seit mehreren Jahren in Hemelingen (Hannover) wohnhafter jüdischer Kaufmann (üalizier) beantragte im Februar 1904 bei dem Regierungspräsidenten von Streisswitz zu Stade durch deib kgl. Land rat von Kemnitz zu Achim seine Naturalisation. Zu seinem nicht geringen Schrecken erhielt er statt dessen einen Monat später den Bescheid (ohne Angabe von Gründen), bis zum 1. Oktober J9U4 Preussen zu verlassen. Zu gleicher Zeit erhielt noch ein anderer dort wohnender Jude, der schon seit vier Jahren ein stehendes Produkten- und Uhrengeschäft dort betreibt, einen Ausweisungsschein. Min Bittgesuch an den kH. Regierungspräsidenten zu Stade um Zurücknahme der Ausweisung hatte den Erfolg, dass die Aufenthaltsfrist bis zum 1. April 1905 verlängert wurde. Ein nochmaliges Bittgesuch mit dem Hinweis auf die gänzliche Unbescholtenheit, auf die Schwierigkeit der Liquidation etc. wurde mit dein Bemerken abschlägig beschieden, dass schon die Verlängerung der Aufeiithaltsfrist als eine grosse Wohltat anzusehen sei. Für den einen der beiden Unglücklichen verwendete sich nun ein Ausschussmit^lied der Hemelinger Gemeinde; diese verstand es, den Reichstagsabgeordneten Held (nat.) dafür zu interessieren. Bei der Uebernahmc der Angelegenheit zur Regelung zweifelte Herr Held nicht an dem Erfolge; er machte seinem Klienten auch dernentsprecheiide Hoffnungen. Zunächst stellte er den Ausgewiesenen unter Vorlegung des Aktenmateriales dem Oberpräsidenten von Hannover vor und bat um dessen Meinung. Derselbe enthielt sich jeden UHeiles, da ihm die Gründe der Ausweisung nicht bekannt waren. Herr Held -reiste sofort nach Berlin, um die Sache dem Minister zu unterbreiten, nachdem er zuvor den Regierungspräsidenten um Angabe der Gründe und Ueberweisung nach Berlin ersucht hatte. Monate vergingen., die Hoffnung wurde immer geringer. Die Bemühungen des Herrn Held blieben erfolglos, für den anderen Ausgewiesenen wurde ein schriftliches Gesuch unter Befürwortung des Landrabbiners Dr. Grouemann-Hannover direkt an den Minister Ereiherrn von Harnmerstein, der kurze Zeit darauf gestorben ist, gerichtet. Das Gesuch wurde dem Oberpräsidenten zur Beantwortung überwiesen. Resultat; Der Aufenthalt wurde bis zum 1. April künftigen Jahres verlängert. So müssen: nun die Bedauernswerten zum Wegzuge rüsten. Erwähnen wollen wir noch, dass in dem industriereichen Herneling noch 4()<i Galizier wohnen, aber nichtiüdischen Glaubens. Der Verband der deutschen Juden wird am 3U. Oktober .1905 in Berlin seine erste öffentliche Hauptversammlung halten. Die Beteiligung mehrerer hundert Abgesandter aus allen 'J eilen Deutschlands ist gesichert. Der Verband findet fast ausnahmslos in den Gemeinden und Verbänden lebhaftes Entgegenkommen, so dass zum ersten Male eine Kundgebung sämtlicher deutscher Juden zu -erwarten steht. Der Fortschritt des Antisemitismus. Nach dem Beispiele der Kantone Luzern und St. Gallen hat auch die Züricher Justizdirektion (Regieruugsrat Nägeli) nunmehr verfügt, dass an russische Juden keine Hausierpatente mehr gegeben werden dürfen. Diese Masregel trifft wohl mehr als J5U arme Familien und wird deshalb besonders hart empfunden, weil sie ohne vorherige Ankündigung plötzlich erlassen wurde und so die Armen von einem Tag auf den anderen brotlos gemacht hat. Es sind durch den Präsidenten der Gemeinde Herrn Qj\ jur. Guggenheim nebst Herrn Rabbiner Dr. Littmann als Vertreter der Armenpflege und Herrn Dr. Schmidt, Generalsekretär der Freiwilligen und Einwohnerarmenpflege, Schritte getan worden, um eine Milderung herbeizuführen. Nach den Aeusserungen des Herrn Regierungsrates dürfe man nicht zu viel Hoffnung auf Erfolg haben. Die englischen Gewerkschaften gegen die FremdenbilL Eines der Hautpargumente der Verteidiger der englischen Einwanderimgsgesetze war bekanntlich, dass die Einwanderer, zumeist Juden, den Lohn des einheimischen Arbeiters herabdrücken. Nun hat der Präsident des englischen Gewerkschaftskongresses, der fast die gesamte in den Trades Unions vereinigte Arbeiterschaft (irossbritanniens umfasst und der kürzlich in Hauley abgehalten wurde, sich öffentlich' gegen die Fremdeugesetze ausgesprochen und damit dargetan, wie wenig die englischen Arbeiter in Wahrheit an der Fremdengesetzgebung interessiert sind. Den Abgebrannten in Adrianepel sendete die Alliance israelite 3000, das Hans Rothschild 500U Francs. Die Regierung von Natal hat einen Aufenthalt von drei Jahren in einer englischen Besitzung als Bedingung für dje Naturalisation der Fremden vorgeschrieben. Heilsarmee. Der soeben aus Australien zurückgekehrte General ßooth hat die ersten Schritte zu einem ausserordentlichen Unternehmen getan. Er kaufte, wie der Generalagent von Westaustralien mitteilt, 20.000 Morgen Land. Das Land ist zum Teile mit Holz bestanden und gut mit Wasser versehen. Es wird von dem Flusse Collie durchzogen. Es liegt im südwestlichen Distrikt, etwa 6«J km von der Küste entfernt. In der Nähe liegen die Kohlenfelder von Collie und es besteht bereits eine Eisenbahnverbindung. General Booth beabsichtigt noch weit grössere Landstreckeo aufzukaufen, da sich die Landarbeiterkolonien der Heilsarmee in Amerika so bewährt haben, dass sie von der Regierung unterstützt und als Muster vorgeführt werden. die ^mbrtet) (jCsiODUD^SgCDOSSCo! Infolge persönlicher Verhinderungen fand ich mich veranlasst, von der Herausgeberschaft der „Weif* zurückzutrtten Dr. Leopold Kahn Hof- und Gerichtsadvokat. Briefkasten. n. nn. Böhmisches Distriktskomitee, Prag, Elisabethstrasse 6. M. Stöcke!. Der Aufruf hat doch noch lange Zeit. Bitte ihn später zu wiederholen. Siebenschein in G. Bitte, mit Vergnügen. Dr. S. in London. Schicke nur ein. Aufforderung sistiert. Gruss. S. Gr-ur, Wien. Ist uns nicht zugegangen, phii. Kieferndorf, Jerusalem. Solche Dinge können wir nur mit Beglaubigung des Herrn Dr. S. Grünhut oder der Anglo-Palestine Company bringen. S. G., Johannesburg. Wir können diese Arbeit nur über Antrag der südafrikanischen Federation veröffentlichen. ß. H., Wien. Wegen Ueberfüllung dankend abgelehnt. SPENDEN für den Nationalfonds: Sammlung Kaffee ,.Jägerhofu; Dr. S. Frankl K 2.-, med. J. Körner 2.—, J. Uphmny 1.-, ür, R Glücklich 2—, Eisenschreiuer 1.—, Amar u. Deutsch 1.—, Dr. Anton Kolb 1 —, Ing. Eugen Lanzer. Ing. Emil Fried 1.—, . jur. J. Wmterstein ].—, Kitz..«........13.— Sammlung bogyansky, anl. Tischgebetes bei Spitzer durch D. L. Werner . . ................ o>___ Jos. Fried, Tluste, gratuliert Salornon Spindel, Kalusz . O.öO Ida Eckstein, zum Geburtstage Frl. Minna Rose izweig . °2 — Bielietz, Horwitz bei ,,Emuriaha-Kommers....... 2._ Jettie Robisek, Litschau..............' %_ Przemysi; jur. H. Reit und L. Lauterbach, für eine Gefälligkeit von Kol. Gr eher. Verein „Herz lu, Wien....................... 2._ Czernowitz: Durch K. Schapira: Bauaiann L—, Ebner,' . Straucher, Krassel, Schapira, Hornik ä 0.20,'Chodakovvsky O10, Schapira, statt Karte an Kimmelmann 0. 40, ab Porto................... g 49 Przemysl: Leopold Diamant anlässlich seiner Vermählung „Z i o n".................. 5 __ Rzeszow : Tempelspende Dr. J. Verstandig 10.—, E. Hirschhorn 0.50 (zu wenig). Wulff söhn.....10.50 Kalu=z: Sammlung Frl. Seemann und H. Mandel bei Hochzeit Axelrnaier-Lilien 8.40, Leo Seemann u.d Frau zur Hochzeit Stern, Stryj-G sela Horowiz, Hseszow 1. —, Leo 8eemann und Frau zur Hochzeit Spindel, Kalusz-Kolfler, Tarnopol ä 0.60...........10.— Feiwisch Licht, zur Hochzeit bpindel-Koffler, Tarnopol ü!oo Hermann Me^ec: Elijahu hen David und Rudolf Löwit . 5 4ü Auberson: Fri Mirjam Gurewitsch Frcs. 3.—, Hinda Pewsner für hebräischen Unterricht duich Hermuni 3.—, S. Wolkomitsch 1.—, A. Gmsi urg - Hermoni 1.—.................. 7 04 Heublum, Rzeszow. „Poale Z i 0 iv'.........19.22 Stnm'slau: Mechei und Mendel Nachwalger bei Hochzeit R. Herschberg mit Frl. E Nachwalger K. 6.01, bräulein Schächter, Stanistau 0 60, FiL Laufer, Rolszowce 0.40, Zur Hochzeit Schuster, Bolechow, Don J. Mandel und Frau, zur Hochzeit Frl. Toni Heioitz-Max Eckstein Don J. Mandel und Frau, zur Hochzeit Frl. Berta

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