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Die Welt · 1905-09-29 · 39 (29.9.1905) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
39 (29.9.1905)
Date
1905-09-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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m. 39 weit" Seite 11 Bevölkerung nach der Volkszählung 1880 9.65% betragen hatte unfl 1890 auf 1.13% gesunken war, betrug sie nach der letzten Zählung 3.34%, denen eine Zunahme der Gesamtbeyplkerung von 14.04% gegenübersteht. Unter den Verschiebungen in der Örtlichen Verteilung fällt besonders die starke Abnahme in der Provinz Posen auf, in welcher im Jahre 1871 61.982 Juden wohnten, deren Zahl im Jahre 1900 bis auf 35.327 fällt. Prozentualiter wohnten in dieser Provinz damals 12.10% sämtlicher Juden Deutschlands, im Jahre 1900 nur 6.02%* Es ist eine längst bekannte, auch in diesen, Ziffern zum Ausdrucke gelangende Tatsache, dass die jüdische Bevölkerung in den polnischen Reichsteilen infolge ihrer extrem deutschfreundlichen Haltung den gesellschaftlichen und geschäftlichen Boykott der Polen hervorgerufen hat und infolgedessen aus jenen Gegenden auswandert. Der Zug in die Grossstadt äusserte sich sehr deutlich in den Berliner Ziffern. In Berlin wohnten im Jahre 1870 36.020 Juden (7.03% der gesamten Juden Deutschlands), im Jahre 1900 92.206(15.71%). Mehr als 1000 jüdische Einwohner hatten im Jahre 1900 54 deutsche Städte und zwar die grösste Zahl Berlin, 488% der Berliner Gesamtbevölkerung, Frankfurt a. M. 21.974 oder 7.60%, Breslau 19.743 oder'4.67% und Hamburg 17.797 (2.52%). Nach der relativen Dichtigkeit war der Prozentsatz der Juden der grösste in Kempen, wo unter 5718 Bewohnern 1059 Juden (18.52%) gezählt wurden. Sehr wertvolles statistisches Material liefern auch die Tabellen über das Schulwesen, welche über die Verteilung der Schulkinder auf die einzelnen Schulgattungen, über die jüdischen Lehrkräfte an öffentlichen Volksschulen und höheren Unterrichtsanstalten, über die Unterrichtsverhältnisse in den wichtigsten Bundesstaaten berichten, dann die Tabellen über das Universitätsstudium, über Berufsverhältnisse, Einkommens- und Besteuerungsverhältnisse, über Kriminafstatistik usw. Den letzten Abschnitt füllen behördlichö'ESfscheidungen und Verordnungen aus den Jahren lÄ^is'fÖ05 und betreffen den ReligionsunteTWrcÄ,1 jüäf&öhe Schulen, Kultussachen und dergleichen. cii) ].7iü|>j^^:ureau für jüdische Statistik hat ein Jahrbuch Tate^snchd^en, welches eine mustergültige, für Praktiker und Theoretiker gleich wertvolle jüdischstatistische Publikation darstellt. Es rnuss auf alle jene, welche den WerVeMer systematischen Statistik für das Jüdeöprofelem 'erkennen und würdigen, ermutigen d . und';- aneifernd wirken. Uns Österreichisehen:,; Juden , drängt sich d er Vergleich mit unsörejm heimatlichen Gemeindebund und der;: Wi:i§net sfätistiscnen Sektion auf. Der Gemein debühd führt ein Scheindasein,' hat bisher nichts, aber gar nichts geleistet und das Wienrr -statistische Bureau, das unter Patronanz der Machthaber in der Kultusgemeinde gegründet wurde, also über Mittel reichlieh verfügt, hat seit der Konstituierung kein Lebenszeichen von sich gegeben. Es fehlt in Wien auch für diesen Zweig jüdisehsozialer Tätigkeit in den massgebenden Kreisen Ernst, Interesse und Initiative. Die Organisierung umfassender statistischer Arbeiten über die österreichischen Juden könnte dem schläfenden Gemeindebund ein schönes Arbeitsfeld und Existenzberechtigung schaffen. Bisher fehlt ihm beides. Richtigstellung: In Nr. 36 soll es richtig heissen: Frauenverein „Bnos Ziontf, Baku, und nicht Krakau ............... 95.— Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Dr. Theodor Herzl sei. durch Verein „Kol Zion* in Kowel.......... . Kronen 248.80 Ch. O. Nacht, Buczacz.........- . „ 245.65 „Ahawath Zion", Eger............ „ 249.46 „Agüdas Hornostopoltf, Hornostopol (Gouv. Kiew)................ Rubel 95.— „Ägudas Taratscha", Taratscha (Gouv. Kiew) „ 95.— ,Dr. Theodor Herzl sei. durch Frau Chanza Schwarzmann,Luzk (Gouv.Wolhynien) „ 95.— Dr; Theodor Herzl sei. durch „Bnei Zion" L; Rosario (Argentinien) . . ...... Francs 250— David ßchmulevitz sei. durch die Zionisten in Sluzk... .. . . ............ Rubel 125.- Jacöbsons Heftrew School, St. Louis Mo. by Pupils ..... . . ....... Dollars 50.— Der Sterbetag Dr. Theodor Herzls durch zion. Synagoge „Ohel Jakob^ Lodz ... . Pfi. St. 10.— Sew Schapira, aus Dankbarkeit für seine schönen unentgeltlichen Gesangsvorträgen an den hohen Feiertagen durch zion. Synagoge „Ohel Jakob", Lodz. Rubel 100.— Dr. Franz Oppenheimer, Berlin......Kronen 240,95 Samuel Bettelhelm, Pressburg . ...... 256 60 Dr. Theodor Herzl sei. durch „Agudah Kadima% Sluzk.............. Rubel 100.— ^riböi>e. (Für diese Rubrik Ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Briefmarken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken gespendet: Wien: E.Kafka, Wolfensohn, Fr. Amalie Brut, D. V. Fr. van Jourg, ohne Namen. Saaz: Durch K. Herrmann : Gymn.H. Wolf, Gymn. A. u. F. Mendl. Czernowitz: jur. A.Schützer (Hastr.onäa). Dembica: Frl. Theophilä Eiser durch E. Rakowetz, M. Leib'el. Aussee: Zion. Ferialverbindung „Massada". Monasterzyska: Frau Eugene Safrin. ltzkany: Jacques Brings. Stary- S a m b o r: Frl. Sarah Hönisch dut ch S. Lamm. Kotzo va: 1. Frühling. Ortsstempel unleserlich: Otto Eisler, Leo Schön. Allen Spendern besten Dank und Zionsg r u s s! D i e Ph il a t el i e - A b t e ilu n g der Nati onalfond skommission. *■ * ■ * Briefkasten der Philatelie-Abtetlung. M. L, Dembica: Auch österreichische. Otto Eisler, Leo Schön: Ihre Sendung ist sehr hübsch, Besten Dank. Fr. van IrnnQ, Wien : Für Ihre schöne Sendung besten Dank. ,* * .Perj ',--judi$«H^ätiön;al'e Verein „Ahavath Zion" in iSgar* ''''gibtLyiev''traurige Kunde von rteni Ahleben seines gewesenen Mitgliedes und Gründungsobmannes m^mim, r*p.^t^ welcher in der Blüte seiner Jahre am 19. September 1. J. in Wien verschied. Wir beklagen ihn als verdienstvolles Mitglied, als braven Gesinnungsgenossen. Für den" Verein : Felix Z u c k ermann Siegmund P er gamenter Schriftführer. Obmann. ,'< ' * * * ■ Innerösterreichisöher Distriktstag. Das imierösterreichiscue Distriktskomit'ee beruft für Mittwoch den 11. Oktober 7 Uhr abeindsim Kongressbureau den ordentlichen Distriktstag? cm. Tagesordnung: - Rechenschaftsbericht, Kassabericht, Neuwahl, Eventualia. Die Zahl der Delegierten betragt: .bis 25 Mitglieder einen Delegierten, von 25—50 Mitglieder zwei Delegierte, von 50—100 Mitglieder drei Delegierte und über 100 Mitglieder vier Delegierte. Die Vereine haben nach vollzogener Wahl die Delegierten dem Distriktskornitee schriftlich namhaft zu machen. Anträge seitens der Delegierten sind spätestens acht Tage vor dem Distriktstage anzuzeigen. Berta Herrma n n, Schriftführerin. Max Markus, Obmann. * * * Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien. Das Damenturnen hat am 20. September d. J. begonnen, und zwar wieder in denselben Zeiten wie im Vorjahre. Das Herrenturnen findet Montag und Donnerstag abends statt. Das Kinderturnen beginnt am 1. Oktober d. J. Auskünfte werden an den Turnabenden im Vereinslokale, Wien, L, Mölkerbastei 5; bereitwilligst i»rtpf]*4 * * * Berlin. Sonntag den 17. September fand hier eine Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses des Ii i 1 f s v e r e i n e s der deutschem Juden statt, die auch von zahlreichen auswärtigen Mitgliedern besucht war. Der Präsident des HilfsVereines Herr James Simon gab eine Uebersicht aber die finanzielle Lage des Vereines, während der stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführer im Ehrenamte Herr Dr. Paul *

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