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Die Welt · 1905-05-12 · 19 (12.5.1905) · page 6

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
19 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 „bit # W*ltÄI Nr, 19 Sitzungsbericht des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Am 22. und 24. April fand in Köln eine Plenarsitzung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt. An derselben nahmen folgende Herren teil: Rechtsanwalt Dr. Bodenheime r-Köln a. Rh., Dr. Julius Mose s-Mannheim, Rechtsanwalt Dr. Hantke- Berlin, Dr. Adler-Lübeck, prakt. Arzt M. Kaufmann- Freiburg i. Br., Gustav Wolff-Köln a. Rh., Assessor Dr. Friedman n-Wiesbaden und D. Wolffsohn- Köln a. Rh. Ferner als Gäste: Julius S i m o n - Mannheim, Dr. E d e 1 s t e i n-Bonn und Berthold F e i w e 1-Berlin. Den Hauptpunkt der Verhandlungen bildete der vorstehend abgedruckte Aufruf, der nach langen Beratungen einstimmig gebilligt und angenommen wurde. Die Teilnehmer der Konferenz gingen von vornherein von der Ueberzeugung aus, dass bereits eine Klärung der vorhandenen Differenzen stattgefunden habe und dass es demnach angezeigt sei, eine feste Basis für die weitere Arbeit aller Zionisten zu finden. Dies ist in erfreulicher Weise gelungen. Wir gehen nunmehr aus der Phase der Erörterungen in eine Zeit der Tat über. Die programmatischen Voraussetzungen sind gegeben. Jeder, der sich auf Grund des vorstehend entwickelten Programmes an der Arbeit beteiligen will, wird uns hochwillkommen sein. Im Uebrigen beschäftigte sich das Zentralkomitee mit den inneren Angelegenheiten der zionistischen Partei in Deutschland. Es wurde die Herausgabe eines A. B. C- Buches, einer aufklärenden Broschüre über Palästina und die Neuauflage der Norda u'schen Broschüre „Der Zionismus und seine Gegner" beschlossen. Ausserdem soll ein zionistisches Adressbuch herausgegeben werden. Die Drucklegung desselben, ebenso die notwendig gewordene Neuauflage der Schekelblocks solle erst nach dem Kongress erfolgen. Die jetzigen Scheckelblocks sollen insbesondere dahin abgeändert werden, dass die Blocks selbst, wie die einzelnen Quittungen wieder hebräische Aufschriften erhalten. Ausserdem lagen Berichte des Zentralbureaus, des Schatzmeisters, sowie des Pressausschusses und der Literarischen Kommission vor. Von der Einberufung eines besonderen Delegiertentages vor dem 7. Kongress wurde Abstand genommen. Dagegen wurde beschlossen, dass die Landsmannschaft in Basel zweiTage vor der Eröffnung des Kongresses zusammentreten soll. Die Berliner Unterzeichner des Aufrufes „An die Zionisten", der vor kurzer Zeit einer Reihe westeuropäischer Zionisten zugegangen ist, hatten seiner Zeit von der Publikation dieses Aufrufes Abstand genommen, da sich die Möglichkeit einer einheitlichen Kundgebung der deutschen Organisation bot. Es hat nunmehr am 23. und 24. April 1905 die Sitzung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland stattgefunden, an der von den Unterzeichnern des „Aufrufs* die Herren Berthold F e i w e 1-Berlin und Julius Simon-Mannheim teilgenommen haben. Das Ergebnis dieser Sitzung ist die obige Erklärung. Die Unterzeichner des „Aufrufs" schliessen sich dieser Erklärung in allen Punkten an und freuen sich, dass so die feste Grundlage für eine gemeinsame Arbeit aller deutschen Zionisten gewonnen wurde. Anglo-Palestine Company, Ltd. Am 17. April a. c. fand die vierte ordentliche Generalversammlung der , Anglo-Palestine Compagny* in London statt. Der Vorsitzende, Herr D. Wolffsohn erstattete hierbei folgenden Bericht: Das verflossene Geschäftsjahr, welches wir als erstes Jahr unserer Tätigkeit betrachten müssen, da wir erst Mitte 1903 in Jaffa zu arbeiten begonnen haben, ist im Ganzen als befriedigend zu betrachten. Wir haben in Jaffa einen Gewinn von Frcs. 10.782*63 erzielt, dem in Jerusalem, woselbst unsere Branch im August 1901 eröffnet wurde, ein bei der nur fünfmonatlichen Arbeitszeit erklärlicher Verlust von Frcs. 1.624*71 gegenübersteht. Es verbleibt somit für beide Palästinabranches ein Gewinn von Frcs. 9.157-92, wo» von noch die Tantieme des Herrn Levontin von 5% mit Frcs. 457*90 abgeht, so dass der Nettogewinn Frcs. 8700.— Pfd. Sterl. 347.6.2 beträgt. Die Gesamtbilanz inklusive London, welche Ihnen vorliegt, zeigt, dass der (vorjährige (1903) Verlust von Pfd. Sterl. 315.16.— gedeckt ist und dass ein Gewinn Vortrag von Pfd. Sterl. 15.14.— auf neue Rechnung verbleibt. Soweit London in Frage kommt, habe ich Ihnen nur über den Verkauf von Jewish Colonial Trust Shares zu berichten. Der Besitz an Shares der Jüdischen Kolonialbank betrug: Pro 31. Dezember 1903 Pfd. Sterl. 23,055.11. 8 „ 31. „ 1904 „ „ 21,892. 4. 9 so dass für „ „ 1,163. 6.11 Shares im Laufe des Jahres 1904 abgesetzt sind. In Jaffa und Jerusalem bestanden unsere Hauptoperationen aus: Jaffa: Jerusalem: Diskont von Wechsel und Schecks .... Frcs. 2,686.000 714.000 Vorschüsse gegen Wertpapiere ...... » 66.000 57.000 Vorschüsse geg. Waren T 381.000 7.500 Spezialrechnungen (das sind Kontokorrentrechnungen gegen Unterlage von Wechseln) Debet: 1» 2,919,000 739.000 Kredit: » 2613.000 507.000 Kauf und Verkauf von fremden Münzen . . Debet : 1> 1,608.000 660.000 Kredit: 9 1,587.000 619.000 Deposits und Konto- Debet: » 1,901.000 499.000 Kredit: 5> 2,132.000 839.000 Korrespondenten auswärts (nur Jaffa) . . Debet: n 4,994.000 Kredit: » 5,135.000 Der Verkehr an den Kassen in Jaffa und Jerusalem hat sich durch die Zunahme an Klienten, welche Schecks auf Europa kaufen und durch Ausdehnung unserer Verbindungen im Auslande, die uns Dokumente zum Inkasso schicken, ferner auch durch Anleihen an die Regierung, welche in Konstantinopei ausgezahlt werden, dagegen in Jaffa respektive Jerusalem zur Rückzahlung gelangen, bedeutend vergrössert. Wir waren daher nicht wie im vorigen Jahre gezwungen, so viel bares Geld vom Auslande zu beziehen, wodurch an Kosten viel erspart wurde. Während wir in 1903 bei einem Kassenumsatz von Francs 4,700.000 vom Auslande Francs 815.000, also zirka 17°/0 zu beziehen hatten, haben wir in diesem Jahre bei einem Umsätze von Francs 23,000.000 in Jaffa und Jerusalem nur Francs 838.000, also zirka 3ya% vom Auslande zu beziehen brauchen. Unser ganzes Portefeuille, sowohl die diskontierten Wechsel als auch diejenigen, welche als Unterlage für die Spezialkonti dienen, besteht mit einigen kleinen Ausnahmen aus guten kaufmännischen Wechseln. Ausser Vorschüssen auf Konossemente für exportierte und importierte Ware, haben wir auch Waren selbst, wie Petroleum, Weizen, Holz etc., beliehen. Wir sind dabei mit grösster Vorsicht zu Werke gegangen, indem wir auf

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