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Die Welt · 1905-01-20 · 3 (20.1.1905) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
3 (20.1.1905)
Date
1905-01-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk, 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R, 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Free. 17.— halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli.—.85 Nr. 3. Wien, 20. Jänner 1905. — 14. Schebat 5665. 9t Jahrgang. j\bonnements-€inladung. Da mit Ende dieses Monats eine sehr grosse Anzahl von Abonnements abläuft, wird um rechtzeitige Erneuerung ersucht, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Wiederholt machen wir aufmerksam, dass Geldbeträge aus Russland (bis zu Rubel 100.—) am besten mit Postanweisung eingesendet werden können, Hungaricae res. Von der Budapester jüdischen Gemeinde ist wohl schon lange nicht so viel gesprochen worden als in der letzten Woche und fürwahr,- das Thema ist so lehrreich, dass es entschieden auch einer Betrachtung vom zion istisehen Standpunkte aus bedarf. Die Sache bedeutet nämlich die schmählichste Niederlage, die die Assimilation und die ungarischen Protestrabbiner bisher errungen — nnd das will bei den vielen Stücklein, welche die Herren bisher aufgeführt haben, nicht wenig sagen. Die Budapester There'sienstadt wird im Abgeordnetenhause durch den Demokraten. V ä s z o n y VTlmos vertreten. Der Abgeordnete ist Jude, die Majorität clor Theresienstädter Wähler ebenfalls, und im allgemeinen treibt Väszony eine volkstümliche, nichtchauvinistischc Politik. Seine Anhänger sind natürlich grösstenteils Juden, aber ein anderer grosser Teil der Juden, Anhänger der liberalen Partei, sind überaus heftige Gegner ihres Stanimesgenossen. Vor einem Jahre, als die obstrtddionistiscee Arbeit der Opposition ihren Höhepunkt erreicht halte und in diversen Blättern direkt gegen die Dynastie gerichtete Artikel erschienen, da war Väszony wohl einer der lautesten Rufer im Streite, einer der heftigsten Artikelschreiber. Damals verbreitete sich in jüdischen Kreisen der Theresienstadt die Kunde, dass die Kampfesweise Vaszonys an sehr hoher Stelle Erbitterung hervorriefe und, da sie bloss vom Standpunkte einer jüdischen betrachtet werde, wohl später einmal, die verhängnisvollsten Eolgen für die imgarische Judenheit haben könnte. Es war damals auch bereits ein Komitee gebildet, welches in einer ausgesprochen jüdischen W ahlerversaurm hing an den Abgeordneten im Interesse des Judentums das Ersuchen richten wollte, seine aggressive Kampfes weise zu massigen — der DemokratenkJab erfuhr jedoch, wenn auch ungenau, von dem Plane^ zersprengte eine Komiteesitzung und schliesslich ward ander ganzen Sache nichts. Waren also, wie diese kleine Episode beweist, schon damals viele Juden mit der Haltung Väszonys sehr unzufrieden, so verschlechterte sich dieses Verhältnis insbesondere, als bei. der Verbrüderung aller Oppositionellen, eben Väszony den Bruderkuss mit Bakovsky, einem Eülnvr der klerikalem, ausgesprochen jud.cn feindlichen Volkspartei, austauschte. Es 'pu* also vorauszusehen, da^s beim gegenwärtigen Wahlkampfe ein grosser Teil der Juden gegen Yaszony Stellung nehmen werde, und als vollends .1 i andelsminister 1 lieronvmi aSs liberaler Vahlbcwerber aultrat, war dessen Wahl sicher. .Nicht etwa, dass sich Se. Exzellenz je die geringsten Verdienste um die ungarische Judenheit erworben hätte, sondern die Theresienstädter ,,Magyaren, mosaischer Konfession" haben noch vom Ghetto her die Eigenschaft bewahrt, tief das Biickgrat vor alleni zu krümme1!), was nur halbwegs einen amtlichen. Charakter trägt, sei es selbst bloss ein simpler Pandur und nun erst gar ein Minister. Wenn heute der selige Hanum in Imgarn Minister wäre und in der Theresienstadt als Kandidat auftreten würde — israelitische Wähler Hätte er genug. Wo alles lim die Gunst der Aiiiclitigeji durch eifrige Kortcsehation. für den Minister bettelte, durfte natürlich auch, die „Pester israelitische KultusgcmeiiKkr nicht zurückbleiben. Zwar hätte diese im Sinne ihrer Statuten, nichts mit Politik zu tun und es war wohl liier, wo es sich doch um gar kein Interesse des jüdischen Volkes handelt, die allerletzte Gelegenheit zum Einmischen geboten, aber die Postor israelitische Ivultusgemeincie", welche für do.it grössten. Mann, der ihrer Mitte je entsprossen, welche für eine Trauerfeier nach Theodor Herzl keinen Saab keinen Tempel zur Verfügung stellen wollte, diese Kultusgemeinde kann, sieh doch nicht um so kleinliche Dinge, wie Statuten, Unparteilichkeit. Einhalten der Wa h Iges^Ue iii\v. scheren, wenn es sich ums Verdienen ha adelt.

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