Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 33 (12.8.1904)
- Date
- 1904-08-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 „bie # w^it11 Nr. 33 Reden vorgetragen und die grosse Bedeutung des groesen, genialen Führers für das jüdische Volk gewürdigt. Die Synagoge des Vereines spendete für den Nationa]fonds,um Dr. Herzl ins „Goldene Buch" einzutragen, 95 Rubel. Einstimmig wurde beschlossen, bis zum nächsten Kongress Trauer zu tragen. Lugansk. Die Zionisten hielten eine Trauerfeier unter Teilnahme der ganzen jüdischen Bevölkerung ab. Trauerfeiern fanden in Russland statt in: Perejeslaw, (iouv. Poltawa; Suwalki; Nowo-Wileisk, Gouv. Wilna; Pawlograd; Rowno, Gouv. Wolin; Koniw, Gouv. Wolin; Tatarbunar, Gouv. Bessarabien; Mesritsch, Tiktin, Linetz, Krernentschug, Tileneschti, Astrachan, Sekuriani, Simferopol, Mohilew pod, Poritz, Bielsk, Theofipol, Bendzin, Uman, Kowel, Bobruisk, Zwenigorodka, Stara-Doroga, Nemirow, Nowogoburg, Zawierca, Bar, Poniwez, Apta, Toltschin, Sochoma, Wloclawek, Mlawa, Zakratschim. Botoschani. In der Synagoge fand ein grosser Trauergottesdienst statt. Trauerredner Herr Rabbiner L a n d au. Tausende wohnten der Feier bei, alle Kaufläden geschlossen. Im hiesigen Schullokal fand eine von den Zionisten veranstaltete Trauerfeier statt. Redner: Adolf Wahrmann, New-York. Die orthodoxen und reformierten Juden vereinigten sich am 17. Juli zu einer Massen - Gedenkversammlung, welche zu Ehren des verstorbenen Dr. Theodor Herzl in der Carnegie Music Hall unter den Auspicien des Zionist Conncil of Greater New-York abgehalten wurde. Mindestens 4000 Zionisten füllten die riesige Halle, und noch 2000 konnten keinen Zutritt erlangen. Ein Psalm, das „Hatikvoh" und das Gebet für den Dahingeschiedenen wurden von Mitgliedern der Ostseite Kantor-Vereinigung rezitiert. David Blausteia, Präsident des Zionisten-Council, eröffnete die Versammlung und sprach von Dr. Herzl als „modernen Moses". Rev. Dr. M. Joseph H. Hertz, Vize- Präsident der Süd-Afrikanischen Zionisten - Federation, sprach von dem Toten als „Moreh Hagolah", „Führer der Verbannten-. Die anderen Redner waren Dr. Harry Friedenwald, Präsident der Federation amerikanischer Zionisten, Rev. Dr. A. M. Raddi, Rev. Dr. Isidor Myers von San Francisco, J. de Haas, Sekretär der Federation amerikanischer Zionisten und Rev. H. Masliansky, Rev. L. Sokolsky und Rev. Dr. B. Drachmann sprachen Gebete. Die Versammlung nahm auch Trauer-Resolutionen an. Baltimore. Trauerfeier in den Räumen der Lyric. Philadelphia. Trauerfeier in der Synagoge of Sons of Haiberstam. Rede von Rev. ß. Isinstot aus New-York. Boston. Trauerandacht in Fauneuil Hall, Redner Rev. Pereira Mendes, Mr. Isaac Harris u. a. Washington. Trauerfeier Synagoge Adath Israel. Redner Rabb. J. T. Loeb. Chicago. Hier fand eine grosse Trauerkundgebung für Dr. Herzl statt, die sich ungewöhnlich imposant gestaltete. Gegen 6000 Zionisten in Reihen zu Vieren geordnet, folgten einem Trauerwagen, der die schwarz umflorte zionistische Fahne führte. Voran ging die Musikkapelle des Ordens „Knight of Zion", die ihre umflorten Instrumente trug, ohne zu spielen. 400 Kinder der Sabbatschule folgten im Zuge, ferner die „Volontairs of Zion" unter Leitung des Kapitain Harris und die „Colonel Goldsmid-Guarde" mit umflorten Fahnen, die Frauenvereine „Clara de Hirsch" und „Schoschanat Zion". Unmittelbar hinter dem Wagen gingen Dr. Felsenthal, Leon Zolotkoff, sämtliche Beamte des „Ordre Knight of Zion" und die Vertreter aller zionistischer Organisationen. Als der Zug die russische Synagoge erreichte, begaben sich so viele herein, als der Raum derselben gestattete. Die übrigen begaben sich in das grosse „Bethamidrasch*. In der Synagoge sprachen die Herren Rabbinen Braude, Epstein, Dr. Felsenthal, B. Hurwitz, H. Hurwitz, Dr. Halpern und Rev. Rabinowitz. Im Bethamidrasch hielten Reden die Herren E. Wölpe, Rev. Blum und Bregston. In beiden Gotteshäusern herrschte tiefe Trauer. Der Schriftsteller S. ß. Komeiko, der eine Trauerrede im Bethamidrasch hielt, war derart aufgeregt, dass er in Ohnmacht fiel und aus dem Gotteshause getragen werden musste. Cochin (China): Trauerfeier-Rede vom Obmann der zionist. Vereinigung Mr. S. S. Köder. Samarkand (Turkestan): Trauerfeier, veranstaltet von den zionistischen Vereinen. London7: Trauerkundgebung,^ veranstaltet von der Shivath Zion Association in der New Alexandra Hall. Die Sitzung des deutschen Zentralkomitees. Ueber die Sitzung des deutschen Zentralkomitees berichtet die „Jüdische Rundschau8: Am Sonntag den 31. Juli fand in Köln im Bureau des Zentralkomitees eine Sitzung des Z.-K. der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt. Zu derselben waren die Herren : Dr. ßodenheimer- Köln, Dr. Adler - Lübeck, Wolffsohn - Köln, Dr. Friedemann-Wiesbaden, Dr. Klee-Berlin, Rechtsanwalt Dr. Hantke- Berlin, Rechtsanwalt Gronemann-Hannover, Wolff-Köln und Dr. Halpern-München erschienen. Von dem reichhaltigen Inhalt der Tagesordnung wollen wir heute nur folgendes hervorheben: Dr. Bodenheimer eröffnete die Sitzung mit einem warm empfundenen Nachrufe auf unseren verstorbenen Führer; die Anwesenden hatten sich bereits bei Beginn seiner Ansprache zu Ehren des Verschiedenen von ihren Sitzen erhoben. Nach einem eingehenden Bericht des Rechtsanwaltes Dr. Hantke über die Einrichtung und bisherige Tätigkeit des neu gegründeten Zentralbureaus, Berlin W., Friedrichstrasse 58 II, wurden in Ausführung der Beschlüsse des Hamburger Delegiertentages folgende Gruppenverbände an Stelle der bisher bestehenden 5 Distriktsbureaus gegründet: 1. Ostpreussen und Regierungsbezirk Danzig. 2. Posen und Regierungsbezirk Marienwerder. 3. Oberschlesien. 4. Mittel- und Niederschlesien. 5. Berlin, Brandenburg und Königreich Sachsen. 6. Hansastädte, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. 7. Hannover, Provinz Sachsen, Thüringen, Oldenburg, Braunschweig und Anhalt. 8. Rheinprovinz und Westfalen. 9. Nordbaden (Mannheim), Rheinpfalz, Württemberg, Hessen-Nassau und Grossherzogtum Hessen. 10. Süd- Baden (Freiburg). 11. Elsass-Lothringen. 12. Bayern. Herr Wolffsohn erstattete sodann einen eingehenden Bericht über das Nationalgeschenk für die Kinder Herzls. Nach längerer Debatte wurden folgende Beschlüsse einstimmig angenommen: 1. Dem Komitee für das Nationalgeschenk wird der Dank der Zionistischen Vereinigung für Deutschland für sein schnelles Eingreifen ausgesprochen. 2. Es soll ein Aufruf, der von den Mitgliedern des Z.-K. unterschrieben ist, in der „Jüdischen Rundschau" veröffentlicht werden und an sämtliche Ortsgruppen und Vertrauensmänner versandt werden. In dem Aufruf soll aufgefordert werden, überall Sammlungen für diesen Zweck zu veranstalten. Der Aufruf wird in dieser Nummer der Rundschau abgedruckt und jeder Ortsgruppe unentgeltlich in beliebiger Höhe zur Verfügung gestellt werden; Bestellungen sind möglichst schon jetzt an das Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W., Friedrichstrasse 58, zu richten.