Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 29 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 4 „bis $ w^it" Nr. 29 rufen, es ist die Stimme Jeremias', die ich höre, es ist die Stimme Gottes, die an den grossen, schmerzensreichen Propheten erging, die ihm zurief: ttot n nfcs na masS d^it •» ji*a mipTi ^bn nsa nan^a nna Tiab ^rn^3 nan«\^nw non -jb ♦npnt tßb „Geh hin und rufe vor den Toren Jerusalems und sprich : So spricht Gott: Ich gedenke Deiner Liebe in der Jugendzeit, gedenke der Liebe Deines bräutlichen Standes, als Du mir nachfolgtest durch die Wüste ins unbesäete Land!" Gestern, meine Freunde, haben wir aus der heiligen Schrift eine merkwürdige Begebenheit gelesen. E9 ist jenes Ereignis, das sich an die Namen Gad, Reuben und Menasse knüpft. Diese Stämme des Volkes Israel wollten nicht hinüberziehen über den Jordan, nicht kämpfen mit ihren Brüdern für das heilige Land. Denn sie hatten fette Triften und Weideplätze gefunden diesseits des Jordans. Hier, so sagten sie zam Führer: Hier lasset uns Hütte n steht: finde Liebe, flade Gunst, werde verstanden von Gott und von den Menschen. Unser teurer Glaubensbruder Dr.Theodor Herzl Ssfin 381 pÖ'Oa Hess se*ne Stimme ertönen und rief seinen Brüdern zu. Denn es gab auch Glaubensbrüder und es gibt noch solche, welche Gad, Reuben und Menasse heissen und die fette Triften fanden diesseits des Jordans und die da verlangen pHl mitOp drei Ortsnamen diesseits des Jordans, die aber ein alter Uebersetzer merkwürdig übersetzt: Krone, Prachtgewänder und Heidenpriester. Es gibt Söhne Gads, Reubens und Menasses, die diesseits des Jordans Kronen suchen, Prachtgewänder» Adelstitel und die da Heidenpriester suchen in der letzten Stunde, in der Sterbestunde für das Judentum. Er rief den Brüdern zu : Eure Briiier lasst ihr kämpfen, streiten, sterben, fallen und ihr, ihr freut euch eures Besitzes. Wahrlich das : SfcTlVÜI 'HÖ D"p3 DrViTh seid rein vor Gott> rein vor Israel, er hat es als Jude erfüllt. Denn ich sehe, ich sehe Dir Trau erzug vor der Wohnung Dr. Herzls. bauen, hier wollen wir wohnen, uns ansiedeln mit Weib und Kind. Aber die Stimme des Führers rief ihnen zu: na latfn anw nanbüb laa* oamn »Eure Brüder sollen in den Krieg ziehen und ihr wollt müssig hier bleiben?" Der Führer erhob ernsten Mundes seine Stimme und sagte zu den Stämmen : &g ntn -|3nn TS JlWpn DK nön^öb #n *25& l^bnn «Wenn ihr dieses tut, wenn ihr gewappnet und gerüstet hinüberziehet über des Jordans Flut mit euren Brüdern 'n ME^ pIKn nttf33Jl und wenn erobert ist das Land vor Gott TIJü D^pJ DfVTtt, dann, nur dann seid ihr rein vor Gott und vor Israel. Rein vor Gott und vor Israel. Kein grösseres Lob, kein herrlicheres Lob können wir einem Sterblichen spenden, als dass er rein vor Gott sei. Und keinen grösseren Ruhm für einen jüdischen Glaubensbruder, für einen jüdischen Nationsgenossen, als ihm zu sagen : rein vor Israel. Und unsere Talmudgelehrten knüpfen an dieses: rein vor Gott rein vor Israel das Merkwort: das Ut, was geschrieben* Scharen von zerbrochenen und zerknickten Juden gestalten in grosser Wallfahrt ziehen aus den Ländern des Ostens, die alles verloren, Gut und Geld und Hoffnung, ihr ganzes Leben. Ich sehe sie kommen T]t#K p"1fctt DH31Xn 1831 D^niflÖ p""!Ka D^nnim die Verlorenen im Lande Assur und die Verstossenen im Lande Mizraim. Mit Männern, Weibern, Kindern sehe ich sie kommen und hoffnungsvoll auf den Führer sehen, der, wenn er ihnen nichts gegeben, eines doch gegeben: den Glauben an sich selbst, den sie zum Teile fast alle schon verloren» Denn an die Grenze dermodernen Zeit angelangt,?Is man von Freiheit und Gleichheit sang und sagte uad auch schwärmte, da sehen wir den Jordanfluss an den Grenzen dieses Landes und hier teilten sich die Mengen und die Untreuen blieben diesseits und die Treuen, sie zogen jenseits, weil sie rein vor Gott und rein vor Israel zu sein, zu bleiben oder zu werden bestrebt gewesen sind, biOtt^ÖI 'HÜ D^pJ Dn^nV O! wie fand er Liebst wie fand er Gunst vor den Augen aller, wer hat nicht die