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Die Welt · 1904-02-05 · 6 (5.2.1904) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
6 (5.2.1904)
Date
1904-02-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag, Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaktion täglich von fO—1/QI2 Uhr. Preise der Anzeigen : laut aufliegendem Tarif. Der Irseratenteil wird Dienstag abends geschlossen Einzelne Nummern 30 Heiler. Rp7llf1QnrpiQP" Oesterreich-Ungarn ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: vu£.uyopi Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England gan2jährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Fres. 17.—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4,25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. Nr\ 6. Wien, 5. Februar (904 — 19. Schebat 5664, 8. Jahrgang. Mitteilungen des A.-C. Das Aktionskomitee hat den bisherigen Leiter des ungarischen Landeskomitees, den Verein „Ahavath Zion" in Pressburg, mit den vorbereitenden Arbeiten zur Einberufung der II. ungarischen Landeskonferenz betraut. Die Charkower Konferenz. Von den Teilnehmern an der Charkower Konferenz wurde uns das nachfolgende Protokoll der Verhandlungen und. Beschlüsse zugeschickt, das als verifiziertes Protokoll zu gelten habe. Wir veröffentlichen es in genauer Uebersetzimg aus dem Russischen. Diese Charkower Beschlüsse haben in den Kreisen unserer Gesinnungsgenossen grosse Aufregung hervorgerufen. Man wird sich erinnern, welch heftige Zeitungspolemik in den russischen und hebräischen Blättern entbrannte. An die „Welt" wurden eine Menge Proteste gesendet, welche das Vorgehen der Charkower Konferenzler aufs schärfste verurteilten. Wir haben diese Proteste natürlich nicht alle und nicht im vollen Wortlaute gebracht, um die herrschende Erbitterung nicht zu vergrössern. Von Seite der Charkower Konferenzteilnehmer und ihrer Freunde wurde es entschieden in Abrede gestellt, dass in. der Konferenz irgendwelche Beschlüsse gefasst worden seien, welche eine Bevormundung des Kongresses oder einenAngriff auf die Leitung und eine Störung der Organisation bedeuten könnten. Aus dem uns zugesendeten offiziellen Protokolle können nun unsere Leser ersehen, ob die Charkower Konferenz tatsächlich den Standpunkt eingenommen hat, lu.i frühere Korrespondenten gemeldet haben. Nicht unerwähnt mag es bleiben, dass von Seite der Verteidiger der Legalität der Charkower Beschlüsse ein neues Schlagwort in die Massen geworfen wurde. Es heisst „Territorialismus" Gemeint ist damit offenbar, dass die Leitung unserer Bewegung dem Baseler Programme, den Prinzipien des Zionismus entgegen, andere Pläne vorhabe, die auf eine grundlegende Veränderung abzielen. Das klingt zwar sehr gefährlich, doch ist zu hoffen, dass auch den Verkündern des Sehlagwortes nicht allzu ängstlich zu Mute ist. Ist es doch klar, dass es zu agitatorischen Zwecken der Polemik in die Massen geworfen wurde! Drum lohnt es sich gar nicht, diesem neuen Popanz irgend welche Beachtung zu schenken. Nachdem man zuerst das Schreckgespenst konstruiert hat, rückt man ihm nun mit sehr materialistischen Mitteln auf den Leib. Darüber ist natürlich weiter kein Wort zu verlieren. Das von Herrn T e in k i n, dem Vorsitzenden des Charkower Komitees, der Redaktion der „Welt"' eingesendete Protokoll lautet in deutscher Uebersetzimg: Protokoll der Beschlüsse der Konferenz der Vertrauensmänner des Zionislenl-ongresses für Russland. Oktober 1903. Es waren anwesend sämtliche Vertrauensmänner und Ersatzmänner ausser Dr. J e 1 s k i aus Lodz. Den Vorsitz führte Dr. J. M. K o h a n - B e r n s t e i n. Schriftführer war Dr. J. B. S a p i r. In dieser Konferenz, die vier Tage dauerte, wurden folgende Beschlüsse angenommen : Vor allem wurde festgesetzt, dass alle Beschlüsse dieser Konferenz, wie in den vorangegangenen Jahren, auch für die abwesenden Kollegen bindend seien. Erste Abteilung: U e b e r die B e z i e h u n g e n z u m engeren A.-C. und zu seine m Präs i d e nt e n Dr. II e r z 1. Nachdem die Vertrauensmänner das Referat eines der Kollegen, der speziell in dieser Sache in Wien war, den Frief, den Dr. Herzl an ihn gerichtet hatte, den Bericht des L.-K. (Zentral-Bureaus) und die Mitteilungen einiger Kollegen gehört haben, gelangten sie zum Schlüsse, dass die Tatsache, dass das Ostafrika-Projekt vor den Kongress gebracht wurde, eine Verletzung des Baseler Programmen sei, die eine grosse Gefahr für den Zionismus in sich berge, and dass die Tätigkeit des Dr. Herzl, als Präsidenten des A.-C, eine Verletzung des Prinzips der Kollegialität bedeute. Unter diesen Umständen können die russischen Vertrauensmänner die Verantwortung weder für den Gang der Bewegung, noch für deren unveränderliche Richtung tragen und halten sieh aus diesem Grunde für berechtigt, gegen das Ostafrika -Projekt und gegen die eigenmächtige Entscheidung Doktor Herzls über F ragen, die in der Kompetenz des A.-C. liegen, aktiv aufzutreten.

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