Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 5 (29.1.1904)
- Date
- 1904-01-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. S „bi* $ W$lt" Seite 11 fünf Männern (Rev. Goldbloom, E. Freudenheim, M. Schachmann, V. Schapiro, S. Aaronsohn) werden für diese Arbeit gewählt. Die von ihr vorgeschlagenen Statutenänderungen werden allen Klubs zugeschickt, in der Presse veröffentlicht und auf einer Generalkonferenz der Klubs beraten werden. Czernowitz. Die jüdische akad. Verbindung „Hasmonaea" hatte heuer einen Eröffnungskommers, der ein gesellschaftliches und nationales Ereignis war, sowohl dem Besuch seitens der Spitzen der Gesellschaft nach als auch durch die gehaltenen Reden, von denen wir die S. Mfz. des Herrn Rektors unten nach der „Buk. Post" bringen. Der Kommers brachte in prachtvollem Rahmen einen würdigen Inhalt und erwähnen wir: Festrede jur. Kassner, Toast J. Schauer, Tendenzrede Dr. M. Ebner, Toast J. Buchsbaum, Rede des Vizebürgermeisters Dr. Reiss„ Spts. des Herrn Dekans Prof. Dr. Friedwanger, Produktionen. Rektor Hörmann sagte u. a.: „Es liegt in der Vereinigung der einzelnen Interessen zu einem gemeinsamen Ziele etwas wie eine Ausgleichung, wie ein Gegengewicht zur starken Betonung, zum energischen Schutz der einzelnen Individualitäten, und damit ist im Zusammenhang, dass jedes Volk die nationale Erziehung seiner Jugend in dem Momente beginne, wo der junge Mann zum erstenmale zum Tun volle Freiheit hat, wo er am empfänglichsten ist für edle Begeisterung, in der Zeit der Universitätsjahre, der akademischen Freiheit. Und wenn diese nationale Erziehung wirklich bezweckt eine Festigung des Charakters, eine Erwärmung des Sinnes für das Volk, für dessen Zukunft, für dessen Bestrebungen, für dessen Ringen und Kämpfen, für dessen Not, wenn es sich nicht um leeren Chauvinismus, um leere Phrasen, um reaktionäre Bestrebungen handelt, dann könnt Ihr glauben, dass die Alma mater nie zurückstehen wird, für Eure Vorschule späteren Arbeitens für die Nation ihre Anerkennung zu bekunden. Und erst an einer deutschen Hochschule, wo so viele deutsche Lehrer wirken, die für ihre Liebe zu ihrem eigenen Volke immer einen warmen Platz im Herzen und den stolzen Mut aufrichtiger Betätigung haben, da wird sich immer volles Verständnis finden für die nationalen Bestrebungen anderer Völker. Und diese Bestrebungen werden umsomehr gewürdigt, wenn sie wie bei ihrer Vereinigung gepaart shid mit akademischem Takte, mit einem strammen Standesbewusstsein, und wenn wir sehen, dass Ihr Euch nicht scheut, auch mit ritterlicher Tat für Eure Ideen einzustehen. Was wir aber besonders schätzen, ist, dass Ihr über Mensuren und Biergelagen nicht vergesst, dass die beste nationale Arbeit immer die Pflege der wirtschaftlichen, kulturellen und literarischen Interessen des Volkes ist. So darf ich als deutscher Rektor einer deutschen Hochschule sagen: Halten Sie fest an Ihren heiligen Idealen, lassen Sie den Mut nicht sinken, denn der Mut adelt den Mann! Und der, der den nationalen Mut in jeder Lage des Lebens zu betätigen weiss, wird nicht nur sein Volk nicht fallen lassen, sondern auch den Angehörigen eines anderen Volkes seine Anerkennung nicht versagen. Und ich möchte den Wunsch aussprechen, dass Sie für Ihre Bestrebungen immer vollen Erfolg finden, dass Sie auch in Ihrem Vereinsleben jene innere Befriedigung finden, die jeder wahrhaft nationalen Arbeit immer zuteil geworden ist. In diesem Sinne, nämlich darauf hinweisend, dass die heutige zahlreiche Beteiligung Ihnen zeigen mag, dass Sie die Jugend Ihres Volkes für sich haben und mit der Jugend auch dessen Zukunft. — In diesem Sinne bringe ich mein Glas mit herzlichem Wunsch für das 25. Semester der jüdischen Studentenschaft und der Verbindung „Hasmonea"! Tarnopol. (Verband »Bar Kochb a".) Die von uns im vorigen Jahre gegründete und von uns geleitete Toynbee- Halle ist zum Bedürfnis der jüdischen Massen geworden. Als Beispiel diene, dass sie Abende hatte, an denen die Zahl der Anwesenden (merkwürdigerweise grösstenteils Frauen) in einem der grössten Säle unserer Stadt 800—850 Personen betrug. Zum Lobe der hiesigen Intelligenz müssen wir zugeben, dass selten jemand unserer Einladung absagt, obzwarjein zionistischer Verein die Toyn bee-Halleleitet. Die Zeit der grössten Arbeit ist bereits vorüben Es war die Zeit der Makkabäerfeiern hier und in allen Provinzstädtchen wie z. B. Podwoloczyska, Skalat, Czortkow, Zbarac, wo überall ßundesbrüder als Tendenzredner fungierten. In Tarnopol allein haben sie zuerst einen Volksmakkabäerabend (30 H Entree) arrangiert (FestrednerBundesbruder J.Frie dmann), und dann am 28. Dezember einen Makkabäer-, resp. Channukakinderabend für die Schüler und Schülerinnen der hiesigen Perlschule. Für den Nationalfonds wird gearbeitet. Seit 12. September haben wir 5000 Nationalfondsmarken bestellt und ausserdem Israel Beikind ins Goldene Buch eingetragen. Was den Nationalfonds anbetrifft, stehen wir mit dem unermüdlichen Gesinnungsgenossen Dr. Benedikt in unmittelbarem Kontakt. Wien. Die auferstandene hebräische Sprache feiert Triumphe. Derjenige, welcher kürzlich abends im „Hotel Romania" der Versammlung des hiesigen Sprech-Klubs „Ivria" beigewohnt hat, konnte sich davon überzeugen, dass die alte Sprache unserer Yäter nichts weniger als eine todte ist. In einer Inständigen Rede sprach der als Gast hier weilende Schriftsteller R. Brainin über die Hauptströmungen der hebräischen Literatur in einem schönen und fliessenden Hebräisch, das ungezwungen und ungekünstelt alles zum Ausdrucke brachte, woran ein moderner Mensch bei der Besprechung eines so wichtigen Gegenstandes denken muss. Auch die darauffolgende Diskussion bewegte sich in einem flotten und freifliessenden Hebräisch. Leider konnten wegen der vorgerückten Stunde nicht alle vorgemerkten Redner zu Worte gelangen und es sprachen nur dift Herren Torczyner, Coralnik undLubezky. Die Redner haben durch ihre trefflichen Bemerkungen über einzelne Erscheinungen der Literatur dem Abend ein ungemein ernstes und interessantes Gepräge aufgedrückt. L. Z. Turnverein Zion in Fünthaus. In der Generalversammlung vom 9. Jänner wurden folgende Herren gewählt. Präsident Hugo Rechnitzer, Vice-Präsident Max Steinherz, Turnleiter-Stellvertreter H. Schreiber; Materialverwalter Ludwig Blum, Materialverwalter-Stellvertreter stud. ing. Johann Kl ein, Kassier Siegfried Wallner, Kassier-Stellvertreter, H. Mandelbaum, Schriftführer stud. phil. Julius S chu 11 er, Schriftführer-Stellvertreter Frl. Helene Grünbaum, Beiräte Josef Klein, Isidor Brückner, Erwin Freund, jur. S. Bader, Revisoren: Oswald W e i s s, Anton St ern, Adolf Neu fei d. Wien, (Literarischer Geselligkeitsverein Jüdischer Mädchen „Moria".) 23. Jänner Akademie mit Tanz Hotel Zentral N. F. ges. Begrüssung Präs. Frl. Berta Hermann. Prolog. Frl. Hei. Pasternak. Festrede Dr. M. Engländer. Klavier Frl. Emma Neuber#er. Gesang H. G. Heimann, Begleitung Frl. F. Deutsch. Violine H. Prot. C. J. Kallmus, k. k. Hofmusiker, Begleitung Frl. Melitta Heim. Tanz. — 24. Jänner. Vortrag Prof. Dr. Kellner „Benjamin Disraeli". (R. Beif.) N. F. ges. Pressburg. („Aha wathZ iona.)29.November. 5. Generalversammlung. Pflichtbewusster, energischer Verein. Bibliothek gegründet, Vorträge, Lesehalle, jüdischer Männerchor, hebräischer Sprachklub „Choveve sfath ever" im Verein. Absolution. Mitgliederbeiträge erhöht. Neuwahlen, die Herren: Präsident Samuel Bettelheim, Vizepräsident und Obmann des Shareklubs (!!) Alexander Grossmann, Kassier Max Hauser, Schriftführer S. S t ei n e r/ Bibliothek Prof. S. Jellinek, Nationalfonds-Kommissär (!!) Max Bettelheim. Auschuss : Fleischmann, Senft, Th. D. Schlesinger, Komiossi, Weiss, Rausnitz, Schay, Samek. Ehrenpräsidium, die Herren: S. Herzog und Salomon Steiner. Nationalfonds ges. (Die mit Rufzeichen versehenen Chargen sollten in allen zionistischen Vereinen gewählt und stark^ beschäftigt werden. Die Red.) Eperjes. 15. Dezember. Konversationsabend. Nationalfond 14 K. Brünn. (Akademische Verbindung „Ve^ritas".) 28. November Eröffnungskommers. 17. Semester Begrüssung ing. E. Schreiber. Tendenzrede ing. Alb Ho ff m ann. Reden der Vertreter : „Libanonia", „Unitas" mährische Ferialverbindungen, Lese- und Redehalle Brünn Vorträge. Toast ing. V. Kohn. Tanz. Brünn. (Jüdisch-akademische Rede- und L e s elialle.) Ausschusswahlen:Q.November.,ing. O.Stern, Präsident; ehem. E. Buchwalde r, Vizepräsident; ing. S. S t e i n i t z, Schriftführer; ing. Sommerfeld, Kassier; ing. H. Handel, Bibliothekar; ing. E.Schwarzb a r d, Zeitungen. Raudnitz. Neugründung Einzelverein des „Zion", 27. Dezember. 30 Mitglieder. Wahlen. D. H. Max Epstein, Präs. H. Mestitz, Vicepr. Ign. Kohn, Kassier Dr. Reach, Schriftf. und Delegierter für den Verband. Frau Camilla Siedler, Frl. Fanny Reich, Fr. Em. Raudnitzer, Aussch. Vorträge gehalten : H. Resek—Frag „VI. Kongress" Frau Robitschek—Prag „Jüd. Frauen". Dr. Reach „Volksbewegungen". Wöchentlich Diskussionsabend. Gorlice. ,Hatchijah" Eröffnungsfeier 24. Dezember. N.-F. 7 K 92 h. Referent Dr. Kornhäuser—Jaslo, Zionismus und L. Taubes—Kolomea. Wahlen Laz. Landau Obm., S. Langsam Vizepr., Quartett, Kommers.