Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 49 (4.12.1903)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1903-12-04
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „bit & weit11 Nr. 49 ten sind an S. Bock, &III/8 Auhofstrasse 222, zu richten. Anmeldungen werden jeden Sonntag von 2—9 Uhr im Vereinslokal entgegengenommen. Wien. (Lese- und Redehallejüdischer Hochschüler.) In der philosophischen Abteilung, die unter der bewährten Leitung von Dr. Wachstein steht, stehen für heuer folgende Vorträge des Leiters in Aussicht : „Ueber Spinozas Stellung in der Geschichte der Philosophie." „Israel ßal-Schem vom philosophisch-psychologischem Standpunkte." „Einige Ideen zur Grundlegung einer Geschichtsphilosophie des Judentums.u Im Anschlüsse an die im abgelaufenen Jahre gehaltenen Kurse gedenkt Herr Dr. Wach stein in diesem Jahre einen Kurs über die neueste Philosophie (Stirner, Comte, Mach und andere) abzuhalten. Wir sind gewiss, dass diesen Vorträgen grosses Interesse entgegengebracht werden wird. Wien. Der „Verband der jüdisch-akademischen Verbindungen Wi e n s" veranstaltet anlässlich der Einweihung des Tempels in Stockerau am 8. Dezember eine Makkabäerfeier. — Festredner: A* H. Dr. Max Bernhard t-Kadimah. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Ivria".) Die Verbindung „Ivria" (Wien) veranstaltet folgende Makkabäerfeiern : 1. Am 5. Dezember in Krems a. d. Donau. Festredner: Bb. S. Rauchberger. 2. Am 20. Dezember in Oderberg. Festredner: Bb. H. Deutsch.. 3. Am 27. Dezember grosse Makkabäerfeier in Mähr. Ostrau (im Vereine mit der Ferialverbindung „Hessiana"). 4 Eine Versammlung in Dombrau (Schlesien). Redner A. H. Doktor E. Krasny. Wien. („T h e o 1 o g i s c h e r Verein der Hörer an der israelitischen theologischen Lehranstalt in Wien.) Der theologische Verein der Hörer an der israelitischen theologischen Lehranstalt teilt allen Freunden und Gönnern mit, dass er anlässlich seines zehnjährigen Bestandes am 15 Dezember tr^DS vs) im Festsaale des Hotel „Post" eine solenne Chanukkafeier abhalten wird. — Gäste herzlich willkommen. Wien. Der Verein jüdischer Mädchen „Hadassa" hat am 22. Nov. 1903 mit einem Vortrage des Herrn Professor L. Kellner seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Herr Professor Kellner sprach über das Buch Lublinskis : „Die Entstehung des Judentums" und charakterisierte in treffender Weise dessen lächerlich prätentiösen, jedem historischen Denken hohnsprechenden Ausführungen. Hieran schloss sich eine Diskussion über die These des Herrn Professor Kellner: „Die Judenfrage eine Weltfrage". Die Fortsetzung der Diskussion findet am (>. Dezember, halb iUhr, Türkenstrasse 9, statt. Berichte. Wien. In gut besuchter Versammlung der zionistischen Frauen- und Mädchenvereine hielt Samstag den 14. November Frau Rosa Feigenbaum einen Bericht über den sechsten Zionistenkongress. Die Ansichten der gesch. Referentin sind aus unseren extenso-Beriehten genügend bekannt und fanden starken Beifall. Neu war die über Vorschlag der Frau Markus-Florenz von der Referentin vorgeschlagene Einführung der N.-F.-Sammelbüchsen in den Kreisen der hiesigen zionistischen Damen, was zu sehr guten Erfolgen führen dürfte. In derselben Versammlung hielt Frau Dr. Kahn einen erschütternden Appell an das jüdische Frauenherz zu gunsten der Kischenewer Waisen, die sich derzeit in Wien befanden, und die an Frau Dr.' Kahn eine aufopferungsvolle, mütterliche Freundin besitzen. Nachdem noch Fräulein Herrmann unter Beifall gesprochen hatte, wurde die Versammlung geschlossen. Wien. Der um die Agitation im 16. und 17. Bezirk wohlverdiente Dr. G. Stern hatte für den 21. d. M. in den Bräuhaussaal Frauengasse eine Versammlung einberufen, für die der unermüdliche Herr Dr. Kahn das Hauptreferat übernommen hatte. Vor ihm hielt Dr. Bernhardt einen allgemeinen Vortrag über den Zionismus, worauf Herr Dr. Kahn echt volkstümlich, klar und geistreich über Wege und Ziele der heutigen jüdischen Politik sprach und rauschenden Beifall erntete. Es ist gute Hoffnung für unsere Erfolge in den genannten Aussenbezirken Wiens zu erwarten. Die Gründung einer Ortsgruppe ist im Gange. Wien. (Einzelverein „Fünfhaus" des „Zion* Am 15. v. M. fand in Hirschs Lokalitäten, Wien, XV. Schwendergasse 2 die fünfte ordentliche Generalversammlung des Einzelvereines „Fünfhaus" des „ZionB statt. Es fand sich eine stattliche Anzahl von Damen und Herren ein, von welchen das von Herrn Dr. Krenberger erstattete objektive und eingehende Referat über das abgelaufene Vereinsjahr beifällig aufgenommen wurde. Im Laufe des Vortrages des Referenten trat zu Tage, dass die Bilanz des Vereines mit einem aktiven Kassensaldo schlosp, und dass der Verein weiters einen, wenn auch nur geringen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat. Nachdem der Obmann-Referent den übrigen Ausschussmitgliedern für ihre eifrige und opferwillige Mitarbeiterschaft gedankt hatte, wurde der Vereinsleitung einstimmig das Absolutorium erteilt. Hierauf fanden die Neuwahlen des Ausschusses für das sechste Vereinsjahr statt und ergaben folgendes Resultat: Es wurden gewählt zum Obmann: Dr. Salamon Krenberger, Privatschuidirektor, 1. Obmannstellvertreter: Samuel Mohr, Hausbesitzer, 2. Obmannstellvertreter: Anton Pick, Kaufmann, I.Kassier: S. M. Hönigsberg, Kaufmann, 2. Kassier: Julius B a a d, Privatier, 1. Schriftführer: Isak Lichtendorf, Lehrer, S.Schriftführer: Moriz Grünbaum, Beamter, hebräischer Schriftführer: Bernhard Herzog, Kaufmann, Archivar: Leopold Mayer, Beamter. Ueberdies wurden zu Kassarevisoren 2 Herren, zu Beiräten 9 Herren und zu Schiedsrichtern 5 Herren bestellt. Nachdem die Tagesordnung erschöpft war, wurde dem Obmann, Herrn Dr. Krenberge r, eine ehrende und wohlverdiente Ueberraschung zuteil. Der Ausschuss hat nämlich im Einvernehmen mit sämtlichen Vereinsmitgliedern beschlossen, diesen geistvollen und nimmermüden Mann, der sein ganzes reiches Wollen und Können dem Wohle des Vereins und der ganzen Judenschaft; widmet, zum Ehrenmitgliede des Einzelvereines „Fünfhaus" des „Zion" zu ernennen, und überreichte Herr Obmannstellvertreter Samuel Mohr mit einer sehr herzlichen Ansprache dem Gefeierten ein sehr geschmackvoll und künstlerisch ausgestattetes Ehrendiplom, für welches Herr Dr. Krenberger freudig bewegt seinen Dank aussprach. Zum Schlüsse hielt Obmann Dr. Krenberger einen Vortrag über die Wirksamkeit und Organisation der in Wien funktionierenden „Chewra Kadischa", bei weicher er die Verschiedenheit der Statuten und noch manches andere bemängelte, und gab sehr schätzenswerte Andeutungen zur Fusionierung, beziehungsweise Neugestaltung dieser verschiedenen, doch immer für denselben wohltätigen Zweck arbeitenden Vereine. Hieran knüpfte sich eine längere Debatte, an welcher sich die Herren Braun (Innere Stadt), Weiss und Hugo Presnitz er (Fünfhaus) beteiligten. Alle Anschauungen gipfelten jedoch in der Erkenntnis, dass eine Reform der „Chewra Kadischas" unbedingt zu erfolgen hätte. Wien. Der Eröffnungskommers des „Verbandes der jüdisch-akademischen Verbindungen Wiens" fand am 7. November unter grosser Beteiligung aller zionistischen Kreise im Ronacher-Saal statt. Der Präses, cand. phil. Oskar Frankl („Ivria"), konnte u. a. begrüssen die Mitglieder des engeren A.-C. Dr. Kahn und Dr. Kokesch, fast alle Mitglieder des L.-K. und D.-K., die Vertreter aller Wiener Vereine und Ferialverbindungen Redakteure der „Welt", „Volksstimme11 und des „Jüd. Arbeiters*, Vertr.der „Veritas" (Brünn), „Hasmonea" (Berlin), «Zionistische Vereinigung" (Basel), weiters Ehrwürden Rabbiner Dr. David, Rev. Hechler. Begrüssungsschreiben und Telegramme hatten geschickt die von Wien abwesenden Dr. H e r z 1 und Architekt M a rm o r e k, Komponist Goldmark, Rabbiner Dr. Grünwald und Rabbiner Dr. Rosenmann, Kultusvorsteher Salo Kohn und viele andere. Nachdem der Präses das Programm des Verbandes dargelegt hatte, hielt Bundesbruder S. J u n gmann („Makkabäa") unter grossem Beifalle die Festrede. Bundesbruder J. Uprimny („Kadimah") legte die zionistischen Tendenzen der Verbandes dar. Auf das A.-C. toastierte Bundesbruder Bauer („Libanonia"), auf die A.-H. Bundesbruder Zweigerjthal (rIvriafi), in deren Namen A.-H. Dr. Piekarski („Kadimah") antwortete. Bundesbruder L ö hn e r („Kadimah") hielt den Damentoast. Besondere Aberkennung und grossen Beifall fanden die musikalischen Aufführunsen eines Quartetts des Männergesangsvereines „Schir Zion*, der sich immer prächtiger entfaltet. Nach Mitternacht erst wurde die würdige Feier geschlossen. Wien. Der Mädchen verein „ Hadassa" hat in den Ausschussgewählt die Fräuleins: Helene Reiter, Präsidentin, Amelie G e 1 b t u c h, VicepräsiÜentin Else Kraus, Schrift? führerin. Zuschriften sind an Frl. Re i t e r, L, Fleischmarkt 10, zu richten. Wien. Am 10. Marcheschwan (31. Okt.) veranstaltete der „Arbeitsausschuss der z io n i s t i s c h-aka d emi-