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Die Welt · 1903-12-04 · 49 (4.12.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
49 (4.12.1903)
Article
Anregung für den Nationalfonds
Date
1903-12-04
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 l#bi« X* W^lt Nr. 49 ihm nicht, dass er in steter Trauer seiner unglücklichen Lage gedenke. Es lebe der Jude und geniesse sein Dasein, damit sein Geist nicht verkümmere, aber wohl vergesse er nicht in den Stunden, wo er mit seinen Freunden am grünen Tisch halb heiter, halb ernst um einen vermeintlichen Sieg kämpft, dass Tausende und Abertausende seiner Brüder einen ernsten, bitterernsten Kampf ums Dasein führen, dass sein ganzes Volk unter den rohestenStürmen der Aussenwelt um seine Existenz und seine Zukunft ringt, und er gedenke des Nationalfonds, dieser grossen nationalen Institution, die für alle die Bedrängten, und in den frostigen, unwirtlichen Winterquartieren weiter barbarischer Länder Verkümmernden, ein warmes trautes Heim scnaffen wird. Es setze sich daher kein Zionist an den Spieltisch ohne dass ein Sammelteller für den Nationalfonds bereitstehe und es werde von jedem Spiel eine Spende für den Nationalfonds erhoben. Mit Zionsgruss Frankfurt a. M. Jos. Feingold. * Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich ersuche Sie höfl. um Veröffentlichung nachstehender Erklärung. Herr J.Gabel, Redakteur der „Ungar. WochenschrhV, hat ein eigentümliches, aber nicht mehr neues Verfahren erfunden, Zuschriften und Artikel, die ihm zur Veröffentlichung zugesendet werden, nach seinem Geschmacke zuzustutzen und zu korrigieren, so, dass er auf diese bequeme Weise die Lobhudeleien, mit denen er sein Blättchen voll bespickt haben möchte, anderen Leuten in den Mund legt. Er scheut gar nicht davor zurück, ganze Sätze zu verstümmeln und andere an deren Stelle zu setzen, so dass der Autor sein eigenes Geistesprodukt nicht wieder zu erkennen imstande ist. Aehnliches ist dem Schreiber dieser Zeilen letzthin widerfahren. Mit meinem Artikel „EinigkeitoderSpaltung", den ich jüngst nach der letzten Budapeäter Zionistenversammlungfür die „Ungar. Wochenschritt" schrieb, worin ich die Leser dieses Blattes zur Einigkeit aufrief, ist Herr Gabel sehr eigenmächtig vorgegangen und hat mir Gedanken und Äusserungen unterschoben, die ich nie geschrieben habe. Ich erkläre hiemit, dass ich den Salz „Herr Gabel", dem der Zionismus in Ungarn gar viel zu verdanken h a t% in meinem Manuskript niemals geschrieben habe. Auch habe ich niemals gesagt, „Herr Dr. Max Nordau hätte Herrn Gabel als Menschen bezeichnet, der seine ganze Tätigkeit in den Dienst des Zionismus Restellt hat", weil ich von dieser Aeusserung Nordaus keine Kenntnis habe. Wie diese Sätze in meinen Artikel hineingeraten sind, weiss ich durchaus nicht — Herr Gabel wird das wohl am besten wissen! Für die Veröffentlichung dieser Erklärung Ihnen, geehrter Herr Redakteur, im voraus bestens dankend, zeichnet hochachtungsvoll mit Zionsgruss Budapest, 25. November 1903. Dr. S. Krauss. it> Akad, Verb. „Ivria", Wien. Wiener Gesinnungsgenossen! Wir laden Euch hiermit herzlichst ein, an der am Samstag den 5. Dezember 1903 in Krems a./D. stattfindenden Makkabäerfeier teilzunehmen. Wir halten es nicht für nötig, auf die Bedeutung solcher Agitationsfeste in der Provinz hinzuweisen. Hat doch Herz 1 erst am 3. Parteitage erklärt, -dass nur mit Hilfe der Kleinstadt endgiltige Erfolge in der Grosstadt erzielt werden können. Unterstützet uns daher bei unserem Beginnen! Mit Zionsgruss i. A. d. A. K.: jur. Jacques Kornfeld, derz. Präsident, phü. Oskar Fr an kl, derz. Schriftführer. Abfahrtzeit mit der F, J.-B. 3 Uhr 45. * Wien. Die Generalversammlung des „Hilfsvereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien", I, Tuchlauben 17, findet Dienstag den 8. Dezember 1903, 4 Uhr nachmittags, in den Lokalitäten des israelitischen Humanitätsvereines „Wien" B. B,, I, Universitätsstrasse 4, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht der Vereinsleitung, 2. Bericht des Aufsichtsrates, 3. Antrag des Ausschusses bezüglich Abhaltung der Generalversammlung pro 1904, 4. Wahl in die Vereinsleitung, Wahl des Aufsichtsrates und des Schiedsgerichtes, 5. Anträge der Ortsgruppen. * Volksküchenverein nach jüdischem Ritus in der Brigittenau. Schon lange war der Verein von der sehr wichtigen und dringenden Notwendigkeit der Errichtung einer Volksküche im XX. Bezirke (Brigittenau) durchdrungen, konnte aber dieses Projekt beim besten Willen nicht ausführen, weil ihm die nötigen Mittel hierzu fehlten. Durch eine namhafte, hochherzige Spende der vor einiger Zeit verewigten Frau Rosa Hildesheimer, geb. B r o d s k y, wurde es dem Vereine möglich gemacht, eine den Bedürfnissen des genannten Bezirkes entsprechende jüdische Volksküche zu erbauen, welche für die vielen, nach Tausenden zählenden armen Juden dieses Bezirkes eine grosse Wahltat und ein Segen sein wird. Die neuerbaute Volksküche wurde am 24. November ihrer Bestimmung zugeführt und an dem genannten Tage feierlich eröffnet. Der Vorstand des Volksküchenvereines wendet sich hiermit an den stets bewährten jüdischen Wohltätigkeitssinn edler Menschenfreunde, diesem Vereine als Mitglieder beizutreten, ihn mit Spenden zu unterstützen und sein Emporblühen nach Kräften zu fördern. Nachdem die Gründung einer solchen Küche für den eingangs genannten Bezirk eine unabweisliche Notwendigkeit war, und deren Erhaltung nicht geringe Geldmittel fordert, glauben wir bestimmt hoffen zu können, dass unser Appell, den wir wiermit wärmstens an alle unsere Olaubensbrüder richten, nicht wirkungslos verhallen, sondern von dem gewünschten Erfolge begleitet sein wird. Der Vorstand des Volksküchenvereines nach jüdischem Ritus. (IL, Krummbaumgasse 8.) * Verband der österreichischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. Der Ausschuss des Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen gibt hiemit bekannt, dass der vierte Verbandstag (Generalversammlung) am 28. und 29. Dezember 1903 in Wien im Lokale der Religionsschule der Wiener Kultusgemeinde, I, Seitenstettengasse 2, stattfinden wird. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Rechenschaftsbericht des Obmannes. 2. Rechenschaftsbericht des Kassiers, 3. Die Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. (Referent der Obmann.) 4. Wahl eines Komitees zur Schaffung eines einheitlichen Lehrplanes. (Referent: Rabb. Dr. Alexander Kisch k, k. Professor.) 5. Wahl des Obmannes und Schriftführers. 6. Wahl des Ausschusses. 7. Verbandsorgan (Referent :Rabbiner Dr. Ado]f Biach). 8. Statutenänderungen (Referent: der Obmann). 9. Freie Anträge. Am Abend des 28. Dezember findet um 8 Uhr eine gesellige Zusammenkunft der Kollegen im Restaurant Kuhn er (I. Adlergasse 6) statt. Damen und Gäste willkommen! Die Eröffnung des Verbandstages erfolgt am 28. Dezember d. J., 10 Uhr Vormittags. Vorträge oder Anträge können bis längstens 8,- Dezember beim Obmanne (Dr. Adolf Weiss, Wien, IX., Seegasse 4) unter Bekanntgabe des Themas und der allgemeinen Tendenz angemeldet werden. Zugleich werden die Herren Kollegen darauf aufmerksam gemacht, dass die rückständigen Jahresbeiträge bei sonstigem Verlust des Stimmrechtes, sowie der-Mitgliedschaft bis längstens 20. Dezember d. J. an den Kassier (Dr. Leopold Goldhammer, k. k. Professor, I, Esslinggasse 15) eingesendet werden mögen. Da es sich diesmal um sehr wichtige Standesfragen handelt, sowie um Statutenänderungen, die für den Fortbestand des Vereines von vitaler Bedeutung sind und zu deren rechtsgiltiger Annahme die Anwesenheit von zwei Dritteln der Mitglieder notwendig ist, wird dringend um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder gebeten. Wien, im November 1903. Für den Verbandsausschuss: Dr. Heinrich Pollak Dr. Adolf Weiss, k. k. Professor, k. k. Professor, Schriftführer. Obmann. * Jüdische Toynbee-Halle, XX., Karajangasse 20. Vortragsordnung: Sonntag, 6. Dezember. Hugo Zuckermann: Die Bilder der Toynbee-Halle. Hierauf Konzert. Montag, 7. Dezember, Frau Ida Berliner: Kaiser Josef II. und die Juden. Im IL Teil: Hermann Berliner: Die weltliche Poesie der Juden im Mittelalter.

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