Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 48 (27.11.1903)
- Article
- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin
- Date
- 1903-11-27
- Page
- 12 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „bie weit11 Nr. 48 Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin.!."i<j ,.() eselisch aft zur Förderung der Yv i s s e n s c h a f t des J u d e n t u m s" tritt nunmehr mit ihrem Programm hervor. Bekanntlich wurde in der Generalversammlung am 21. April d. J. auf Anregung des Herrn Dr. Gustav Karpeles der Beschluss gefasst, einen Grundr i s s der Wissenschaft des Judentums herauszugeben, der in Einzeldarstellungen das Gesamtgebiet dieser Wissenschaft umfassen soll. Es wurde zur Redaktion des Entwurfs ein Komitee eingesetzt, bestehend aus den Herren Professoren Bacher, Cohen, den Herren Rabbinern Dr. Güdemann, Bloch, Kroner, Lucas und dem Antragsteller. Nach eingehender Beratung kam man überein, die Anzahl der Monographien zunächst auf 36 festzusetzen, doch sind Ergänzungsbände dabei ausdrücklich vorgesehen. Die zur Mitarbeit eingeladenen Gelehrten, die meist mit freudigem Eifer zusagten, einigten sich in der Hauptsache daiin, dass es nicht sowohl auf die Masse' des gebotenen Stoffes ankomme, als vielmehr auf dessen geistige Durchdringung, zusammenhängende und verständnisvoll geordnete Darstellung, die bei streng wissenschaftlicher Grundlage zugleich das Interesse der Gebildeten erwerben und diese beiehren könne. Das Resultat der langen und. schwierigen Verhandlungen ist das folgende Programm in drei Abteilungen, das nunmehr der Oeftentlichkeit zum erstenmal vorgelegt wird. I. Systematische Theologie: Rektor Dr. Kohler-Cincuinati. Ethik und Religionsphilosophie: Prof. Dr. Herrn. Cohen- Marburg. Geschichte der Religionsphilosophie: Rabb. Dr. J. Guttmann-Bresiau. Einleitung in die Bibel: Prof. Dr. Blau-Budapest. Geschichte der Bibelexegese: Rabb. Dr. Eppenstein- Bricsen. Einleitung in den Talmud: Dozent Dr. Baneth-Berlin. Geschichte der Halacha: Rektor Dr. A. Schwarz-Wien. Geschichte der Hagada: Rabb. Dr. Bloch-Posen. Religionsgeschichte: Rabb. Dr. Bäck-Oppeln. Judentum und Christentum: Dr. B. Kellermanu-Berlin. Judentum und Islam: Prof. Dr. Goldzahl-Budapest Rabbinische Literatur des Mittelalters: Dr. Ginzberg- New-York. Praktische Theologie: Rabb. Dr. Vogelstein-Stettin. Apologetik: Oberrabb. Dr. Güdemann-Wien. Das Zeremonialgesetz des Judentums in seiner historischkritischen Entwicklung: Kirchenrat Dr. Kroner-Stuttgart. Homiletik: Prediger Dr. M. Levin-Berlin. Pädagogik: Rabb. Dr. Hochfeld-DüsseldorT. ' IL Hebräische Sprachlehre: Prof. Dr. Barth-Berlin. Aramäische Sprachlehre: Prof. Dr. Landauer-Strassburg. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft: Prof. Dr. ESacher-Budapest. Geschichte der jüdischen Literatur: Dr. Gustav Karpeles in Verbindung mit S. Buber, Prof. Büchler, A. Epstein, Prof. Geiger, Dr. Gross, Dr. Harkavy, Dr. Kayserling, Dr. J. Low, Dr. N. Porges, Dr. S. Posnanski und anderen Fachmännern. Jüdisch-hellenistische Literatur, Apokryphen- und Pseudoepigraphen: Prof. Dr. Leop. Cohn-Breslau. III. Biblische Archäologie: Dr. Paul Rieger-Hamburg. Talrnudische Archäologie: Dr. S. Krauss-Budapest. Mosaisches und talmudisches Recht: (Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.) Geschichte der Juden, bis zum babylonischen Exil: Rabb. Dr. Jacob-Göttingen. Geschichte der Juden bis zum Abschluss des Talmuds: Rabb. Dr. Vogelstein-Königsberg. Geschichte der Juden bis zur Aufklärungszeit: Dozent Dr. Brann-Breslau. Geschichte der Juden in der Neuzeit: Prof. Dr. M. Philippson-Berlin. Wirtschaftsgeschichte der Juden in Mittelalter und Neuzeit: Privatdozent Dr. Caro-Zürich. Geschichte der jüdischen Sekten: Dr. S. Posnanski- Warschau. Quellenkunde der jüdischen Geschichte: Direktor Dr. M. Stern-Berlin. Geschichte des Synagogenkultus: Dozent Dr. Elbogen- Bcrlin. Geographie Palästinas: Dr. J. Krengel-Böhm.-Leipa. Chronologie und Numismatik: Dr. M. Grunwald-Wien. Epigraphik: (Die Verhandlungen schweben noch.) Nur dadurch, dass den einzelnen Autoren völlige Freiheit in der Ausgestaltung ihrer Aufgaben überlassen und jeder Autor nur für den Inhalt seiner Arbeit verantwortlich ist, konnte eine so grosse Anzahl von Gelehrten der verschiedensten Richtungen zu diesem bedeutungsvollen Unternehmen vereinigt werden. Zwei Bände sollen schon in Jahresfrist erscheinen und auch für die folgenden Jahre ist das Erscheinen mehrerer Bände gesichert. Die Einzeichnungen ins goldene Buch. Das A,-C. fordert jene, die im goldenen Buche des jüdischen Nationalfonds eingezeichnet sind, oder andere einzeichnen Hessen, dringend auf, ausser den bereits angegebenen Namen auch die hebräischen Namen und die genaue Adresse anzugeben, da nunmehr die Eintragungen in das goldene Buch selbst beginnen und die endgiltigen Quittungen versendet werden sollen. Die gewünschten Daten sind unverweilt an das zionistische Kongressbureau, Wien, IX., Turkenstrasse 9, einzusenden. I. A. d. A.-C. Das Sekretariat» * Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. Verein „Achdus" in St. Petersburg ..... Kronen 245.— Herr A. Sch. Bialoblotzky in Pilwisohky, trägt die Stadt Pilwisohky, Gouv. Suwalki, ein.......... „ 252.— „Agudas Mojsche", Moses Montefiore, Petersburg.............. „ 252.— „Mevassereth Zion" in Louisville (ü. St. of Amerika)..............Pf. Sterl. 10.— „Dorschei ZionK in Brooklyn, New-York, zur Eintragung des Jchiel Je hu da, Sohn des Josef Mos. Levinsohn aus Wilna.............. Dollar 50.05 „Schoschanas Zion" in Brooklyn, N.-Y. . . „ 50.— „Ohawei Zion" in New-Orleans, La..... „ 50.— Dr. Josef Sapir, Odessa.........Kronen 381.10 „Zionistischer Frauenvereinu in Wien ... „ 2/;0.— Jacob ben Schmul Schriro in Lausanne Frcs. 326.— $pibui)e. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Anregung für den Nattonalfonds. Iq unser Bureau kamen wiederholt Einsendungen von zionistischer Seite ohne Marken des Nationalfonds. Wir bemerkten in unserem Briefkasten, dass wir von solchen Zuschriften prinzipiell keinen Gebrauch machen. Darauf erhielten wir von gesinEungsgenössischer Seite aus Russland folgenden prächtigen Brief. Er ist reichlich mit Marken ausgestattet und äusserst beherzigenswert : D. Red. Sehr geehrte Redaktion! Beim Nachlesen im Briefkasten der aWelta aufmerksam geworden, erinnere ich mich, dass der Erklärung der hiesigen Zionisten vom 10, d. sowohl, als auch meiner am selben Tage erfolgten Abonnements- Erneuerung keine Nationalfonds-Marken beigefügt waren. Diese Vergesslichkeit bedaure ich umsomehr, als es seit Gründung des Nationalfonds sonst mein Prinzip ist, keinen Brief, kein Zettelchen, keine Quittung ohne Nationalfonds-Marke aus der Hand zu geben. Und dass ich stets bestrebt bin, meine Bekannten zur Nachahmung dieses Beispiels anzuregen, beweist schon der Umstand, dass viele meiner näheren Bekannten und Freunde, auch Nichtzionisten, stets darauf bedacht sind, ihre an mich adressierten Briefe, Gratulationskarten etc. mit Marken des Nationalfonds zu versehen. Mit vorzüglicher Hochachtung J. M. * Geehrter Herr Redakteur! Mit Bezug auf die Fussnote anlässlich der Anregung zur „Vergrösserung des Nationalfonds, beantragt von Frau B. M., Florenz" (in Nr. 45 der „Welt" vom 6. November),