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Die Welt · 1903-11-13 · 46 (13.11.1903) · p. 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
46 (13.11.1903)
Article
Die jüdisch-nationale Frauenvereinigung in Berlin [Nachricht] / Jüdisch-nationale Frauenvereinigung <Berlin>
Date
1903-11-13
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 „bie & w$it" Nr. 46 Die Leitung des letzteren hat der hebräische Sprachverein „Safa Berura" übernommen. Der Unterricht ist in beiden Fächern unentgeltlich und dürfen auch Nichtmitglieder daran teil nehmen. Hingegen werden zu den Diskussionsabenden, welche unter Leitung der Vorsitzenden der Vereinigung, Frau Lina Wagner-Tauber, stehen, nur Mitglieder, und zwar in beschränkter Anzahl, höchstens 20 Damen zugelassen. Diese Diskussionsabende sollen nicht nur eine Rednerinnenschule sein, sondern auch dazu beitragen, die Golusblüten, Disziplinlosigkeit und Unpünktlichkeit zu beseitigen. Der Verein zählt gegenwärtig über 90 Mitglieder und ist im steten Steigen begriffen. Berlin, den 3. November 1903. Jüdisch-nationale Frauenvereinigung. m Berlin. Am 29. Okt. eröffnete der „Verein jüdischer Studenten" an der Universität Berlin sein Wintersemester mit einem glänzenden Eröffnungsabend. U. a. waren erschienen Vertreter der Berliner zionistischen Vereinigung, der freien Verbindung „Hasmonaeer", des jüdischen Turnvereines „Bar Kochba", des Seminaristenvereines „Dibbuk Chaveirima und anderer jüdischer Korporationen. Der Präses med. Sali ng er eröffnete den Abend, die Tendenzrede hielt Bb. med. J u d a. Im Laufe des Abends meldeten sich mehrere Kommilitonen aktiv. Das kommende Wintersemester ist ein Semester der Arbeit, Abgesehen von der inneren Organisationstätigkeit des Vereines, der in diesem Semester über 40 Mitglieder zählen wird, werden wir uns diesmal wie in den Vorjahren an den zu Anfang Dezember stattfindenden Lesehallewahlen beteiligen. Im vergangenen Jahre gelang es uns bekanntlich zum ersten male, zwei Kandidaten durchzubringen. Da unsere Stimmeranzahl bisher eine stetige Steigerung durchgemacht hat, so können wir mit den besten Erwartungen in diesen Kampf gehen, der uns hoffentlich auch in diesem Jahre einen moralischen Sieg bringen wird über den Antisemitismus und noch mehr über jene charakterlosen Elemente, die geflissentlich an der Auflösung des Judentums arbeiten und sich redlich bemühen, dem Worte Jude den alten ehrenden Klang zu rauben, den es für uns stets bewahrt hat. — Mitte Dezember findet hierselbst der vierte Kartelltag der im „Bunde jüdischer Korporationen" vereinigten „Vereine jüdischer Studenten" zu Berlin, Breslau, München, Charlottenburg. Strassburg statt. Da es in diesem Jahre zum erstenmale geschieht, dass dieser Tag von fünf Korporationen beschickt wird, und da diese Korporationen auf der allen Vereinen gemeinsamen Grundlage unserer jung-jüdischen Tendenz sich ihrer Individualität nach verschieden entwickelt haben, so wird der diesmalige Kartelltag viel zur Klärung unserer Ansichten und zur Vereinheitlichung unseres Programmes beitragen. — Mit solchen Erwartungen beginnen wir unser Wintersemester, das siebzehnte Vereinssemester. Dass unsere Bestrebungen in der jüdischen Bevölkerung immer mehr Anklang finden, dafür bürgt uns der stets sich mehrende Zuwachs junger Kollegen, die mit uns an der Entwicklung eines bewussten und lebendigen Judentums mitarbeiten werden. Chargierte des Vereines sind : cand. med. Fritz Salin ger, Präses, cand. phil. Bruno Kirschner, Vizepräses, cand. jur. Hans M e s e r i t z, Schriftführer. Zuschriften sind zu richten an cand. jur, Hans Meseritz, N. Auguststrasse 27. * Wien. Samstag den 14. d. M. 7*8 Uhr abends findet im Kongressaale, IX., Türkenstrasse 9, eine Versammlung sämtlicher zionistischen Frauen- und Mädchenvereine statt. Referentin: Frau Rosa Feigenbaum, die über den VI. Kongress und die daraus resultierende Aufgabe der jüdischen Frau sprechen wird. Gäste herzlichst willkommen. * Die Lektionenvermittlung der jüdischen Studenten Wiens teilt mit, dass Sprechstunden Montag von 6—7 und Donnerstag von 7—8 im Kongressbureau, IX., Türkenstrasse 9, abgehalten werden. Ferner werden die Postenbewerber ersucht, auf Fertigkeiten, wie Violin-, Klavierunterricht, Sprachenkenntnisse u. s. w. bei der Anmeldung besonders aufmerksam zu machen und gleichzeitig etwaige Empfehlungen bekannt zu geben. „Verein jüdischer Handelsangestellter8. Vereinsabende jeden Dienstag abends um 9 Uhr im Caf6 Weiss, IL, Stephaniestrasse 8. Tagesordnung der nächsten Zusammenkunft: Diskussion zionistischer Tagesfrägen. Zuschriften sind an den Schriftführer Julius Neumann, IL, Weintraubengasse 19, zu richten. * Wien. Lit. Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria". 1. November Neuwahlen: Fräuleins Berta Herrmann, Präs., Blanka Westreich, Vizepräs., HenrietteS ter n b er g,| Kassierin, Halene Pastejrn ak, 1. Schriftführerin, Karoline K ä r p e 1, 2. Schriftführerin, Regine Kammer, Bibliothekarin, Rosa Fleischer, Rosa Horowitz, Laura Fleischer, Gisela Atlas, Ausschuss. Sämtliche Zuschriften werden an die Präsidentin, VIII., Josefstädterstrasse 9, erbeten. * Achtung! Wien XV. Sonntag, den 15. November, 10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale XV. Turnergasse 22 ein Vortrag des Herrn Alexander Hecht: Ueber das Elberfelder System in der Armenpflege mit anschliessender D i sk u s s i o n statt. * Werte Gesinnungsgenossinnen und Genossen! Nach schweren Mühen gelang es, einen jüdischnationalenHandelsangestelltinnen- und Arbeiterinnen-Verein in Krakau unter dem Namen „Jehudith" ins Leben zu rufen. Schon im Anfange seiner Existenz weist der Verein eine stattliche Mitgliederzahl auf und verspricht somit eine einfiussreiche Entwicklung für die Zukunft. Um das Bildungsniveau der Vereinsmitglieder — ausschliesslich Arbeiterinnen und Handelsangesteltinnen — zu heben, beschloss der Ausschuss des Vereines, eine Vereinsbibliothek zu gründen, und wendet sich zu diesem Zwecke mit einer ergebenen Bitte an die bekannte Opferwilligkeit der Gesinnungsgenossinnen und Genossen, dem obgenannten Vereine verschiedene Bücher und Zeitschriften oder Geldsendungen gefälligst zusenden zu wollen. Alle Sendungen ersuchen wir an die Adresse unserer Gesinnungsgenossin Frl. Stefanie Her st ein, Krakau, Wawrzyncagasse Nr. 1, zu richten. Im vorhinein allen opferwilligenGesinnungsgenossinnen und -Genossen herzlichst dankend, zeichnet mit Zionsgruss Stefanie Herstein, dz. Vizepräsidentin. * Oer Jüdische Arbeiter (Organ für die Interessen der jüdischen Arbeiter und Handelsangestellten, offizielles Organ der jüdischen Arbeiter und HandelsangesteJlten Galiziens, Organ der jüdischen Arbeiterorganisationen Wiens. Herausgeber Gustav Kohn. Verantwortlicher RedakteurEleazar Brod.) Neuerscheinung an Stelle der „Arbeitende jüdische Jugend", des Organes der jugendlichen'Arbeiter. Die erste Nummer präsentiert sich als geschickt redigierte Spezialzeitung für die oben ersichtlichen Zwecke. Die Artikel sind zur Aufklärung neu zu gewinnender Kreise leicht fasslich und gut geschrieben. Die Nachrichten sind aus Fachkreisen und sehr zahlreich. Wir hoffen, dass das Organ und die leitenden Organisationen ihre Ziele erreichen werden. Der billige Bezugspreis (halbjährig K 0*70, eine Nummer monatlich) dürfte das an sich gute Blatt noch unterstützen. Administration Wien, IL, Stephaniestrasse 8. * An die löbliche Redaktion der „ W e 1 tu in Wien. In Berücksichtigung der in der vorletzten Nummer der „Welt" enthaltenen Anregung zur Gründung einer Auskunftei behufs Dotierung des jüdischen Nationalfonds, beehre ich mich zu melden, dass in der heute stattgefundenen Ausschussitzung des hiesigen Zionistenvereines diese Anregung willig aufgenommen wurde, und erklärt sich die Firma A. Fis ch er, hier, sowie meine Wenigkeit bereit, Auskünfte in deutscher oder ungarischer Sprache gegen Einsendung einer Retourmarke und, zumindest zehn Nationalfondsmarken zu erteilen. Hochachtend Ignaz L. Marton (Päpa, Ungarn).

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