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Die Welt · 1903-11-06 · 45 (6.11.1903) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
45 (6.11.1903)
Article
An die P. T. Vereine und Vertrauensmänner!
Date
1903-11-06
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. "45 „bit & Weit" Seite 11 Die Entsendung von Delegierten richtet sich nach den für die Distriktsversammlung vom 18, Oktober 1903 ergangenen Bestimmungen» Für den Fall einer beabsichtigten Absentierung diene zur gefl. Kenntnis, dass die für 3 Uhr angesagte Distrikts- Versammlung eine Stunde später ohne Rücksicht . auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig ist und deren insbesondere in finanzieller und organisatorischer Beziehung zu fassenden sehr wichtigen Beschlüsse für Sie unter allen Umständen verbindlich sein werden. F. d. L-ö. D.-K. jur. Max Lederer, Dr. Max Bernhardt, Sekretär. Obmann. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Anregungen für den Nationalfonds. An die Delegierten des VI. Kongresses. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Als Referent des Nationalfonds erfülle ich meine Pflicht, indem ich an Euch mit der dringenden Bitte herantrete, Eure ganze Kraft in den Dienst des Nationalfonds zu stellen. Ihr, die Ihr Zeugen des denkwürdigen VI. Kongresses, die Ihr Zeugen der immensen Sehnsucht unseres armen Volkes für unser heiliges Erez Israel wäret, Ihr werdet die immense Wichtigkeit, welche die Institution des Nationalfonds für unser armes Volk hat, leicht ermessen. Wir werden leichter in den Besitz unseres Landes gelangen, wenn der Nationalfonds gross ist, wir werden leichter und billiger Boden kaufen können, wenn der Nationalfonds mit genügenden Mitteln versehen ist und wir hiezu parat sind. Um aber den Nationalfonds gross zu machen, muss die Agitation für denselben mit aller Kraft und Energie überall wo Juden wohnen einsetzen. Jeder Führer, jeder Delegierte, jeder Jude, der ernst und redlich mit seinem Volke fühlt, muss sich ganz dieser Sache widmen. Ihr müsst an Eure Bekannten, an die Vereine, die Ihr vertretet, an die Städte Eurer Rayons herantreten und sie zur Sammlung für den Nationalfonds an eifern. Ihr müsst in Wort und Schrift die Bedeutung des Nationalfonds erläutern, Ihr müsst dafür sorgen, dass überall ein genügender Marken Vorrat ist, dass sich Nationalfonds- Kommissionen zum Vertrieb der Marken bilden. Keine Gelegenheit aus dem jüdischen Leben darf versäumt werden, bei welcher für den Nationalfonds gespendet werden könnte. Bei der Geburt, beim Geburtstagsfeste, bei der Barmizwah, bei der Hochzeit, beim Thoraaufrufe, beim Tode, bei jedem jüdischen Feste und Gedenktage muss des Nationalfonds gedacht werden. Es muss dafür gesorgt werden, dass auch Juden, die nicht Zionisten sind, ihr Schärflein für unsere heilige Sache beitragen. Wenn wir in der Agitation nicht erlahmen, so werden wir es leicht dahin bringen, dass der Nationalfonds auf ein Jahreseinkommen von 1 Frcs. per Kopf der Jüdischen Bevölkerung rechnen kann* Dann sind wir unserem Ziele sehr nahe, dann werden wir die Schwierigkeiten, die uns bisher entgegentraten, leicht überwinden. Im Interesse unseres armen Volkes, im Interesse unserer heiligen Sache auf zur Arbeit! Mit Zionsgruss J. Kr emenezki. A Anregung zur Vergrößerung des Nationaifonds beantragt von Frau Bertha Markus, Florenz.*) Es sind bereits viele Vorschläge zu diesem Zwecke gemacht worden, welche mir fast alle ausführbar scheinen, aber immer nur die pekuniäre Seite im Auge haben; ich möchte es mit einem Vorschlage versuchen, welcher gleichzeitig mit dieser auch die erzieherische und propagandistische Seite im Auge hat. *) Unsere werten Gesinnungsgenossen, Herr und Frau Markus, die sich um die Ausbreitung des Zionismus in Italien die grössten Verdienste erworben haben, wirken, auch besonders eifrig für die Institution des Nationalfonds, wofür ihnen hier nochmals Dank gesagt werden soll. Ich möchte nämlich proponieren, dass wir unsere Kinder, diese allmächtigen Bundesgenossen, als Hilfskräfte verwerten und bin überzeugt, dass die kleinen Lieblinge durch diese Mitarbeit keinen Schaden leiden, sondern ethisch in hohem Grade gewinnen werden. Vor allem sollen sie uns noch die säumigen Mütter zuführen. Die Organisation, welche eine sehr einfache sein soll, denke ich mir wie folgt: Ein Komitee von zionistischen Frauen und Mädchen, geleitet von einer erfahrenen, anerkannt tüchtigen Frau, macht es sich zur Aufgabe, die Kleinen anzuwerben, und zwar vorerst die Kinder der eigenen Bekannten; ferner Frauen und Mädchen, welche ihnen dazu behilflich suid und immer neue zuführen. Die Neuzugeführten nehmen dieselbe Verpflichtung auf sich, so lange, bis alle zionistischen und auch nichtzionistischen jüdischen Kinder eines Ortes in unserem Lager sind. Jedes anzuwerbende Kind im schulpflichtigen Alter erhält einen Brief, in welchem demselben zu Gemüte geführt wird, dass es die P icht auf sich nehme, zur Verbesserung des Loses seiner unglücklichen Mitgeschöpfe sein Scherflein beizutragen, indem es einmal wöchentlich, etwa am Sabbat-Abend, zwei Heller bezw. einen Sous, einen Soldo, einen Penny, eine Kopeke etc. zahlt, aberjanichtmeh r—, weil weder die Eitelkeit, noch der falsche Ehrgeiz in unseren Kindern gezüchtet werden soll, wohl aber das Gleichheitsgefühl. Es wirft also seine Münze in eine zu diesem Zwecke bestimmte schlichte, tönerne Sparbüchse, welche das Kind selber zu beschaffen hat. Hinzufügen darf es nur jene Pfennige, welche ihm von seinen erwachsenen Angehörigen oder Freunden beigesteuert werden. Diese Büchsen sollen einmal im Jahre, und zwar an einein hiezu bestimmten Tage des Chanukah bei Gelegenheit eines Kinderfestes der Obmännin des Komitees in Gegenwart eines oder mehrerer Mitglieder * des Aktions-Comites übergeben werden. Die Präsidentin hat in jedem Monat an den Obmann des Nationalfonds oder, wo ein solcher nicht ist, an den Obmann des Distrikts-Comites, einen kleinen Bericht über die Erfolge oder Misserfolge zu erstatten. Selbstverständlich müsste diese höchst einfache Organisation in allen Ländern eine stramme und einheitliche sein, wenn das Ziel erreicht werden soll. * Geehrte Redaktion! Angesichts der Haltung, welche die „Ungarische Wochenschrift" neuerdings gegen unsern Führer und dessen verdienstvollste Mitarbeiter eingenommen hat, lege ich Wert darauf, hier festzustellen, dass der Nachdruck meines Aufsatzes „Blutmärchen" in der letzten Nummer jenes Blattes ohne meine vorherige Befragung, also auch ohne mein^ Zustimmung erfolgt ist. Für die gefällige Veröffentlichung dieser Erklärung in der „Welt* im voraus dankend, bin ich hochachtungsvoll und ergebenst Paris, 28. Oktober 1903. Dr. Max Nordau. # Schöneberg, den 2. Nov. 1903. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der letzten Nummer der rUngarischen Wochenschrift" ist eine Zuschrift ohne Datum von mir abgedruckt. Diesen Brief habe ich 6—8 Wochen vor dem Kongress abgesandt. Nach dem Kongresse habe ich mit der „Ungarischen Wochenschrift" nicht korrespondiert. Bitte um freundlichen Abdruck dieser Zeilen in der „Welt*. Mit Zionsgruss Ihr ergebener Dr. E. Simonson. * Sehr geehrte Redaktion! Herr Brisch, Geschäftsführer der Jüd. Orient- Kolonisations-Gesellschaft, ersucht uns die in einer Nummer der „Welt" enthaltene Briefkastennotiz richtig zu stellen. Er schreibt:

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