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Die Welt · 1903-10-16 · 42 (16.10.1903) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
42 (16.10.1903)
Article
Repertoire der öffentlichen Veranstaltungen der zionistischen Vereine Wiens [Nachricht]
Date
1903-10-16
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Seite 12 „b^ # W^lt Nr. 42 L-ö. D.-K. 2. Sonntag, den 18, Oktober, 3 Uhr nachmittags, im Kongressbureau Distriktsversammlung. Einzelverein „ZionÄ, Landstrasse: 3. Dienstag, den 20. Oktober, Referat über den VI. Kongress. Hierauf konstituierende Versammlung. Beginn 7% Uhr abends in Slatky's Restaurant, III Bezirk, Pragerstrasse 12. Die P. T. Vereine werden ersucht, ihre Veranstaltungen rechtzeitig bekanntzugeben, um Kollisionen zu veimeiden. (Adresse: Distriktskomitee, IX., Türkenstrasse 9.) $Hb(ii)e. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Aufruf! Am 17. September 1903 brach um 4 Uhr 30 Min. in der galizischen Kreisstadt Zioczöw Feuer aus und wütete bei Dürre und starkem Nordostwinde mit so unzähmbarer Gewalt, dass nach nicht ganzen 24 Stunden die grössere Hälfte der Stadt in Asche und Trümmer sank. Ausser gewerblichen und wirtschaftlichen Räumlichkeiten sind mindestens 600 Wohnhäuser ein Raub der Flammen geworden und an den Stätten, wo vor kurzer Frist bedeutender Handel und vorwiegend Kleingewerbe regen Verkehr und segensreichen Wohlstand unter der Bevölkerung unterhielten, haust Armut und namenloses Elend. Die Opfer dieser Katastrophe gehören zu 3 Vierteilen dem jüdischen Glauben an und rekrutieren sich aus dem Handels- und Handwerkerstande. Wird bei den notorisch ungünstigen Wohnverhältnissen der jüdischen Bevölkerung in Galizien der geringste Durchschnitt von 10 Personen per Haus als Grundlage angenommen, so muss mit der Tatsache gerechnet werden, dass mindestens 4000 Seelen jüdischen Glaubens obdachlos geworden sind. Sie sind aber auch aller beweglichen Habe und hiemit auch ihres Erwerbes beraubt, weil die verheerende Gewalt dieses schrecklichen Feuers an eine Rettung des beweglichen Vermögens nicht denken liess. Grosse Lager aufgespeicherten Getreides, Mehls und anderer Cerealien, ganze Magazine von Tuch-, Schnitt- und Holzwaren stiegen mit dem Rauche auf. Eisen und Glas schmolzen zusammen und in den Werkstätten verbrannten die Werkzeuge der zahlreichen Tischler, Schlosser, Schneider, Schuster und anderer Handarbeiter. Wie sie standen, so retteten die Armen ihr nacktes Leben und entflohen auf die Aecker und Wiesen, um nur das eigene und ihrer Kinder Leben den Flammen zu entreissen! — Unter freiem Himmel bringen sie die kalten Herbstnächte zu oder drängen sich zu hunderten in Massenquartiere, welche der Herd epidemischer Krankheiten zu werden drohen. Dieser Notstand ist unermesslich und unabsehbar, denn nur die wenigsten hatten ihre Häuser kärglich gegen Feuer versichert, während das bewegliche Vermögen gar nicht versichert war. Und als ob das Maas des Elends voll werden müsste, wurden auch Krankenhäuser, nämlich das allgemeine, sowie das erst vor einigen Wochen mit Aufwand von Opfern eingerichtete jüdische Spital und das Haus der jüdischen Siechen vom Feuer gänzlich zerstört. Das Unsrlück, das unsere Stadt getroffen, ist namenlos und unbeschreiblich. Man muss sie sehen, die Armen, die Obdachlosen, die arbeiten wollen und nicht die Mittel dazu besitzen. An hochherzige Menschenfreude, an edle Gönner, deren fühlend Herz für das Wehe Anderer warm schlägt und an alle edlen Glaubensgenossen wendet sich das gefertigte Komitee im Namen Gottes und der Menschenliebe — mit der innigen Bitte um rasche und erfolgreiche Hilfe für die notleidenden Glaubensgenossen. ZJoczöw im September 1903. Das Hilfskomitee für j ü d i s ch e A b b r an d 1 e r : Dr. B. Alter, Kultusvorstand; Dr. Mittelmann, Kultusrat; M. Thürhaus, Gutsbesitzer; Ch. Seiden, Wechsler: Josef Gold, Kultuspräsident; F. Rohatyn, Ober-Rabbiner; Doktor L. Rothenberg, Advokat; M. Langer, Schuldirekror; Doktor I. Eidelberg, Vizepräsident; Dr. L. Keiss, k. k. Notar; A. Garfunkel, Gutspächter; F. Reiss, Kaufmann. Anregung für den Nationalfonds. Die Auskunft, dieser so eminent wichtige Faktor des Kreditwesens, liesse sich bei etwas gutem Willen seitens unserer Gesinnungsgenossen vortrefflich zu Gunsten unseres Nationaifonds ausnützen. Die Sache wäre, meiner bescheidenen Ansicht nach, folgendermassen zu bewerkstelligen : Jeder Gesinnungsgenosse, der zu Gunsten unseres Nationalfonds Kredit- oder sonstige Auskünfte zu erteilen geneigt ist, meldet der Redaktion der „ Welt" seine Adresse, unter Berufung auf die gegenwärtige Anregung, an. Diese Adressen werden unter einer Rubrik, die wir „Auskunftei" heissen wollen, in Evidenz gehalten und bietet sich somit dem au kunfcsuchenden Gesinnungsgenossen Gelegenheit, gegen Einsendung von zehn Nationalfondsmarken sowie des Rückportos eine verlässliche, rasche und billige Auskunft zu erhalten und nebenbei für den Nationalfonds sein Scherflein beizutragen. Für Pressburg erteile ich unter obiger Bedingung bereitwilligst jedwelche Auskunft. Sorna Komlösi Pressburg, Belgasse 27, ab 1. November: Kossuth Lajos-t^r Nr. 19. * Unser sehr geschätzter Gg. Herr Dr. Hermann Mosco vitz-Braila, hat sich am 28. Sfptember mit Frl. Fridda Strass in Braila vermählt. Jede Eiuladung war mit einer N.-F.-Marke versehen und jeder lag eine Karte bei mit dem gedruckten Vermerk, dass höflichst ersucht werde, die Spesen etwaiger Telegramme dem jüd. N.-F. zuzuwenden. Wir veröffentlichen dieses höchst lobenswerte Vorgehen mit der Bitte um allseitige Nachahmung. * Der Arbeitsausschuss der Wiener zion. akad. Vereine (im V. z. Sfc.-K. Oe.) veranstaltet in den nächsten Tagen eine grosse Versammlung mit der Tagesordnung: „Der VI. Kongress und Ostafrika." Zeit, Ort und Referent werden demnächst bekanntgegeben. Für den Arbeitsausschuss: Ozias Rosenblatt, Jochanan T h a u, dz. Schriftführer. dz. Obmann. * Verband der jüd.-akad. Verbindungen Wiens. Der „Verband der jüd.-akad. Verbindungen Wiens" bildet das Vertretungs- und Exekutiv-Organ der wehrhaften jüdischen Verbindungen Wiens sowohl in zionistischen als auch in studentischen Angelegenheiten. Innerhalb des Zionismus verabscheut der Verband jedes zwecklose und unfruchtbare Worigeplänkel und tritt für eine eifrige Agitatation und Verbreitung unserer Idee in Studenten und Bürgerkreisen ein. Dieses will und wird er durch Versammlungen, Diskussionen, Vortragsabende und Veranstaltungen studentischer Natur erreichen. In studentischen Angelegenheiten wird der Verband als der einzige berechtigte Vertreter der jüdisch-nationalen Studentenschaft an den Wiener Hochschulen strenge darüber wachen, dass nicht ÜLberufene die unter jahrelangen Kämpfen erfochtene Anerkennung und Respektierung des jüdischen Studenten auf der Aula untergraben. Den guten Ruf der jüdischen Klinge, mit der das Märchen von der Feigheit des jüdischen Studenten glänzend zunichte gemacht wurde, will er aufrecht erhalten wie bisher. Den studentischen Behörden und Organen gegenüber wird er die berechtigten Forderungen der jüdisch-nationalen. Studentenschaft mit Entschiedenheit durchzusetzen wissen So wird er seinem Wahlspruch gerecht: „Mit Wort und Wehr Für Juda's Ehr". — Der Verband der jüdisch-akademischen Verbindungen Wiens : Ivria, Kadimah, Libanonia, Maccabaea. * Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiter- Verein für Oesterreich. Zentrale Wien.) Samstag, den 17. d. M. Monatsversammlung. Tagesordnung: 1. Kassabericht. % Obligatorische Einführung der Zeitung „Jüdischer Arbeiter". 3. Regelung des Vereinsbeitrages. 4i Bericht über die Liedertafel. 5. Eventualia. :

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