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Die Welt · 1903-10-16 · 42 (16.10.1903) · p. 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
42 (16.10.1903)
Article
Neues aus Palästina
Date
1903-10-16
Page
3 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 42 „bie # Weit" Seite 3 „Wir müssen uns für Palästina so sehr als möglich interessieren/ schloss U ssischkin unsere Unterhaltung, da mehrere Reporter von Tagesblättern darauf warteten, vorgelassen zu werden, „wir werden nun an dem Charter von unten nach oben bauen. Wenn wir in Palästina einen gesunden jüdischen Kern haben werden, dann kann der Charter nicht ausbleiben, den wir von Palästina aus anstreben wollen. Der endliche Sieg wird dann auch nicht lange auf sich warten lassen." Odessa, 23. September (6. Oktober). A. Benjamin* Die galiläische Bahn Haifa-Bethsaida. Wie uns aus Palästina berichtet wird, nähert sich der Bau der galiläischen Eisenbahn Haifa — Bethsaida ihrem Ende, und nicht lange mehr wj|d es dauern, bis das Pfeifen der Lokomotive an all den aus der £ iBaifa-Genezaretä \ % £ ISaron-Samma I fyffesaji -Mkzerzb I £ Y?amaskus-J)erazfertig ftarawan&iwege ■- Masstab. O 3 ro 2D SO *o QOschildßcfudiffe \Akrabe Lampso/i$M<irh'n, 0er//h Scho/ie6erg.\ biblischen Geschichte bekannten Stätten des heiligen Landes ertönen wird. Die neue Eisenbahn, welche von der Küstenstadt Haifa nach dem See Genezareth führt, ist für die Wohlfahrt des Landes ungleich wichtiger als die südlich davon gelegene Eisenbahn Jaffa—Jerusalem, welche sich schon seit einigen Jahren im Betrieb befindet. Der neue Schienenweg wird nämlich eine treffliche Verbindung mit der etwa 100 km von der Küste entfernt und parallel mit ihr laufenden Damaskus—Derat-Bahn bilden, der bereits im Betrieb befindlichen Strecke der grossen projektierten Beirut- Mekka-Bahn. Bisher hatten sich schon verschiedene Unternehmungen zum Zwecke der Eröffnung von Eisenbahnlinien in Palästina konstituiert, meistens aber scheiterten die Projekte. Aus unserer beistehenden Karte sind die Arten dieser Projekte und die Routen der verschiedenen im Betrieb und im Bau befindlichen Eisenbahnen (vergleiche die Zeichenerklärung) ohne Weiteres ersichtlich. Die Trace der neuen Genezareth-Eisenbabn, die bis Bethsaida im Norden des Sees, etwa 60 km lang ist, führt von Haifa aus längs der alten Karawanenstrasse am Berge Karmel vorüber nach der Stadt Nazareth (En Nasira), weiter über Kana am Fusse des Berges Thabor vorüber nach Saron, von hier aus in nördlicher Richtung längs des westlichen Ufers des Sees Genezareth über Magdala, Kapernaum nach Bethsaida. Die kleine Stadt Haifa am Mittelmeer kann zu einem schönen Hafen ausgebaut werden, und in Karzern werden sich auf dem Berg Karmel grosse Warenhäuser erheben. Die gerade Entfernung vom Mittelmeer zum See Genezareth beträgt nui 35 englische Meilen. Dann wird die Eisenbahn den See entlang gehen, weil dadurch das Gebirge vermieden wird; die Schiffahrt auf dem See, die jetzt noch in ganz primitiven Boten betrieben wird, soll dann durch Dampfer betrieben werden, was die Bedeutung der Eisenbahn auch erhöht. Die Hauptstation wird Nazareth sein, eine blühende Stadt von 10.000 Einwohnern, die der Mehrzahl nach Christen sind. Die wichtigste Station am See von Genezareth wird Kapernaum, das heute unter dem Namen Tel Hum nur ein Trümmerhaufen ist, aber trotzdem wegen seiner Lage gewählt wird. Der früher von den Engländern errichtete Schienenweg (vergleiche unsere Karte) liegt südlich dieser Route und ist in seinem Unterbau bis Besan fertiggestellt, aber niemals in Betrieb gekommen. Die türkische Regierung hatte noch vor Eröffnung des Betriebes von ihrem Rückkaufsrecht Gebrauch gemacht und dann, wohl infolge Geldmangels die Bauarbeiten etc. eingestellt. Nachdem man erst von Besan aus die Verbindung mit der Mekkabahn herstellen wollte, wird man jetzt natürlich die neue galiläische Eisenbahn dazu heranziehen, und zwar beabpichtigt man von Saron aus die alten Karawanenwege nach Osten in eine Eisenbahn strecke zu verwandeln. Diese Linie soll dann bei der Station Mezerib an die Mekkabahn ihren Anschluss finden, und ihren Weg über Samma, el Tajibu, el Husu, Serih, el Remte und Turra nehmen. Bei dem grossen Verkehr, der jetzt infolge der zahlreichen Pilgerzüge nach Mekka auf den Karawanen Strassen herrscht, darf der neuen Eisenbahn ein lebhafter Zuspruch und damit eine hohe Rentabilität zugesichert sein. Aber auch für den Güterverkehr ist die neue Bahn von grosser Bedeutung, da durch sie ein rascher und bequemer Zu-, wie Abfahrtsweg für die zahlreichen verschiedenen Handelsartikel geschaffen sein wird. Von den denOrient bereisenden Touristen,

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