Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 41 (9.10.1903)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1903-10-09
- Page
- 13 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 41 „bis W^lt Seite 13 Die Verhandlungen sind nicht öffent- 1 i c h. Die Delegierten, insbesondere der Provinzorte, sollen ehestens bekanntgegeben und mit Legitimation versehen sein. Das innerösterr. D.-K.: Dr. Max Bernhardt, Moriz Ehrlich, phil. Oskar F r a n k 1, Dr. Leo Landesberger, Rudolf Pick, tech- Leop. Seelenfried, Ignaz Weber, Fanny Weiss' J. H. W a Ii t u c h, Josef H a s s. ^Mbune. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Aufruf! Die Studentenkommission des österr, Landes-Komitees „Verband Zion" hat sich zum Ziel gesetzt, jene jüdischen Studenten, die angewiesen sind, durch Erteilung von Privatunterricht, durch Bureauarbeiten u. dgl. den zum Studium nötigen Lebensunterhalt zu verdienen, zur Selbsthilfe anzuleiten, ihnen Erwerb zu vermitteln und sie vor Ausbeutung zu schützen. Es ergeht daher an alle jene Studenten die Aufforderung, in ihrem eigenen Interesse ehesten s ihre Adresse, Fachstudium und gesuchte Beschäftigung, sowie sonstige einschlägige Wünsche der gefertigten Kommission bekanntzugeben. Mit treuem Zionsgruss die Studentenkommission des österr. L.-K. Wien, IX., Türkenstrasse 9. # An die jüdischen Studenten Österreichs! Seit einem Jahre führt die jüd.-nationale akadfmische Jugend Oesterreichs einen Kampf um die Anerkennung ihrer Nationalität. Mit Beginn des Wintersemesters haben wir Gelegenheit, unserem bestrittenen Rechte zur Geltung zu verhelfen. Wenn wir aber diesen Kampf erfolgreich führen sollen, dann müssen wir wissen, dass das Recht, für das wir eintreten, kein illusorisches ist, sondern tatsächlich ausgeübt werden wird. Deshalb richten wir diesmal an Euch, jüdische Kommilitonen, die Mahnung, dass Ihr bei der Inskription keine Scheu tragt, Euch offen und ehrlich in den Universitätsdokumenten zu Euerer Nationalität zu bekennen. Zeiget, dass wir jüdische Studenten stark genug sind, unser Recht durchzusetzen. Der Verband zionistischer akademischer Korporationen Oesterreichs. Die Präsidialkorporation: „Bar-Kochba*, Prag. * Wien. Die Adresse des Arbeitsausschusses lautet bis auf weiteres Jochanan Thau. Wien, L, Universität. Die Adresse der Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar Koehba" ist Wien, VII., Burggasse 36, Mezzanin. * Jüdische Brüder! Donnerstag am 17. v. M. brach bei uns in Monasterzyska (Galizien) eine schreckliche Feuersbrunst aus, bei welcher sämtliche jüdische Häuser, darunter auh Bet- und Lehrhäuser, verbrannt sind. Auch unsere ehrwürdige Synagoge, die über sechshundert Jahre alt war, ist eine Beute der Flammen geworden. Alle Bemühungen zur Rettung waren vergebens, nicht einmal die heiligen Thorarolien konnten vor dem Verbrennen bewahrt werden. Dreitausend jüdische Seelen, die durch dies Unglück bettelarm und obdachlos geworden sind, leiden Hunger und Not. Das Elend unter der jüdischen Bevölkerung spottet jeder Beschreibung. Familien und Familiengiuppen liegen . gusserhalb der Stadt" auf deifif'^eietf^eM^'darunter zahlt, re'fcKe* Melr/e5 fönfieF uftdHfnrgW Wöchnerinnen. Eltern jammern um^hr Werna issten Kinder, Kinder beweinen den Feuertod ihrer Ernährer, Wenn nicht von Seiten der barmherzigen Volksgenossen rasch Hilfe kommen wird, werden die verunglückten, obdachlosen Juden zu Grunde gehen müssen. Wir wenden uns daher an unsere Volksgenossen und bitten um schleunigste Hilfe. Jüdische Brüder j D^öm ^3 D'Ottm w*r flehen Euch an im Namen der jüdischen Barmherzigkeit und im Namen der dreitausend verarmten, obdachlosen Juden Monasterzyskas überall Geld zu sammeln für diese verunglückten Brüder. Alle Spenden und Geldsendungen sind an die jüdische Knltusgemeinde in Monasterzyska zu senden. Für das jüdische Hilfskomitee in Monasterzyska: Dr. J a k o b L a u t e r b a c h. Moses Weiser. * Aufruf! Edle barmherzige Schwestern und Brüder! Helft uns und unterstützt die arme Israelitische Volksküche „Beth Lechem Haglili" die über 40 arme ohnmächtige Greise, Witwen und Waisen aus den hierbefindlichen verschiedenen Gemeinden unentgeltlich tätlich verköstigt. Ermöglicht und helft uns, die zu unserem heiligen Unternehmen noch nötigen Ergänzungs-Organisationen durchzuführen, und zwar: 1. Zur Vermehrung der aufzunehmenden Armenzahl in der Allgemeinen Jüdischen Volksküche, was in unserer armen Stadt sehr nötig ist. 2. Fähig zu werden, auch Kinder zu beköstigen, die mn^l dnin besuchen und trotzdem bei ihren armen Eltern zuhause vor Hunger schmachten, und 3. die eröffnete Anstalt soll auch eine Abteilung bilden können, in welcher Tee für alle Armen gratis verabreicht werden soll. Um dies zu erreichen, möge jede gefühlhabende ptp^yi Seele mit möglichsten Kräften uns an die Hand gehen, das erstrebte heilige Ziel zu erhalten und zu fördern. Die Direktion und Verwaltung der Allgemeinen Israelitischen Volksküche „Beth Lechem Haglili" in Saffed (Palästina). * Löbliche RedaktionJ Wir ersuchen Sie höflich um gütige Aufnahme folgender Erklärung in Ihrem geschätzten Blatte: Wir haben es wohl nicht für notwendig erachtet, den hochverehrten Führer der Zionisten, Herrn Dr, Herzl, gegen die verleumderischen Angriffe des Herrn W e i s zk o p f in Schutz zu nehmen. Ein Mann, wie es Dr. Herzl Ut, den dife erbittertsten Gegner der zionistischen Bewegung ob seiner uneigennützigen und opferwilligen Tätigkeit hochschätzen, wird von solchen Pfeilen nicht getroffen. Was bekümmert es den Mond, wenn manche Erdbewohner ihn schmählich kritisieren? Er hat eine höhere Mission zu erfüllen. Dass aber unser Schweigen nicht missgedeutet werde, erklären wir hiermit, dass wir solche bodenlose Angriffe mit Entrüstung verurteilen und verdammen. Dr. Herzl aber auch nach dem Ostafrika-Projekt wie bisher volles Vertrauen entgegenbringen. Der „Ung. Wochenschrift" zur gefälligen Kenntnisnahme. Hochachtend mit Zionsgruss Verein Esrasz Isroel-Kassa. Neutra, 29. Elul 5663. Anlässlich der, uns unverständlichen Haltung, die die „Ung. Wochen schritt*, das Organ der ungarischen Zionisten, dem Ost-Afrika-Projekte gegenüber einnimmt, und der persönlichen Angriffe, die sich dieses Blatt unserem geliebten Führer, Herrn Dr. Herzl, gegenüber vermisst, sieht sich die Leitung des „Ahawath Zion" bemüssigt, zu erklären, dass sie gegen die Haltung der „Ung. W." entschieden Verwahrung einlegt, da sie in dem Anbote, das unserem Führer seitens der englischen Regierung gemacht worden, nicht nur den grossartig»ten Erfolg sieht, den das jüdische Volk seit 1800 Jahren errungen hat, sondern auch in dem zu begründenden Gemeinwesen den archimedischen Punkt erkennt, von welchem aus die Eroberung Palästinas mit Erfolg in Angriff genommen werden kann. Mit .Zionsgruss i Im Auftrage li'Äil^'U mann.