Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 38 (18.9.1903)
- Article
- Protest
- Date
- 1903-09-18
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 38 „bis # W^lt" Seite 11 und mit deren Bekanntschaft Staat zu machen. Uebrigens wurde mir am % Mai dieses Jahres das erstemal im Leben die Ehre zuteil, mit dem genannten Gelehrten einige Minuten zu sprechen. Ich bin nicht ermächtigt, den Inhalt des kurzen Gespräches wiederzugeben. So viel aber steht fest, dass dasselbe weder aufmunternd auf meine Vergangenheit rückwirkend sein konnte, noch zum Nachteile des englischen Anerbietens verwertet werden kann. In dem Glauben^ dass die überwiegende Mehrheit der ungarischen Zionisten, ja aller gutgesinntenJuden Ungarns überhaupt, meine hier geäusserten Gefühle mitempfinden wird, bitte ich den geehrten Redakteur der „Ungar. Wochenschrift1*, sich nicht auf das Gebiet des persönlichen Streites zu begeben, wo — für das Gemeinwohl wenigstens — nichts Gutes erreicht werden kann. Wir müssen kleinliche Empfindlichkeiten überwinden, um gemeinsam an dem Rettungswerke unseres Volkes arbeiten zu können. Baläzsfalva im September 1903. Dr. J. Rönai. 1 " •"" - ft Mlawa, den 21. Elul 5663. Sehr geehrte Redaktion! Wir bitten in Ihrem geschätzten Blatte folgende Zeilen aufnehmen zu wollen: Wir Endesunterschriebene, Vorsteher der hiesigen Vereine „Agudas-Hazionim" und „Chalizei Zion", erklären uns im Namen sämtlicher Mitglieder der beiden Vereine, mit der von unserem Delegierten, Herrn H. Neumark auf dem letzten Kongresse abgegebenen Stimme gegen das Afrikaprojekt nicht einverstanden, vieJmehr schliessen wir uns dem Resultate der Majorität: Einsetzung einer Kommission zur Erforschung des Ugandaprojektes gerne an und sprechen unserem grossen Führer Herrn Dr. Herzl unser vollstes Vertrauen aus. Mit Zionsgruss! M. Gesundheit, N. Nakowski, J. Przetycki, Vorsteher des Vereines „Chalizei ZionÄ. Abraham Ry b a k, M. Makowski, B. Perelmutter, Vorsteher des Vereines „ Agudas-Hazionim". rufes : Wien, am 15. September 1903. Löbliche Redaktion! Wir ersuchen höflich um Aufnahme folgenden Auf- Zionisten! Wir fordern die Zionisten unseres Distriktes, insbesondere aber die Wiener Gesinnungsgenossen auf, sich zu bestreben, an einem der herannahenden hohen Feiertage zur Thora aufgerufen zu werden. Bei dieser Gelegenheit wolle man prinzipiell, wenn auch nur kleine Beiträge für den jüdischen Nationalfonds spenden. Einwände und Schwierigkeiten, die erfahrungsgemäss von den Tempelvorständen, insbesondere in Wien gemacht werden, wolle man mit aller Energie zurückweisen und sich in keinem Falle durch assimilatorische Anmassungen einschüchtern lassen. Wir erwarten schleunigst Berichte über eventuelle Fälle der Verweigerung der Annahme von Nationalfondsspenden, um sofort mit Nachdruck einschreiten zu können. Mit Zionsgruss: Das innerösterreichische Distrikts-Komite\ S e h r g e e h r t e R e d a k t i o n l Bei der am 28. v. M. in Basel abgehaltenen Generalversammlung der Aktionäre der Jüdischen Kolonialbank haben einige Redner aus London (von denen einer nicht einmal Aktionär war und daher überhaupt keine Zulassberechtigung hatte), meine Anstellung als Manager der East End Filiale der Internationalen Bank London Ltd. zum Gegenstande schmählicher Angriffe auf mich gemacht, indem sie mir eine unwürdige Konkurrenz mit dem Trust vorwarfen. Auf solche Angriffe ist es eigentlich unter meiner Würde, näher einzugehen, aber die Umstände, unter welchen mir eine genügende Widerlegung derselben amtlicherseits nicht zuteil geworden ist, erfordern, dass der wirkliche Tätbestand bekannt gemacht werde: ' 1. Ich habe mein Institut im Osten Londons nicht eher eröffnet, als bis der Trust definitiv die Gründung einer eigenen Filiale daselbst abgelehnt hatte. 2. Dasjenige Geschäft, welches heute fast das alleinige des Trusts bildet, nämlich das auswärtige DiskontGeschäft, macht mein Institut absolut und überhaupt nicht, während umgekehrt alle übrigen sechs Abteilungen meines Institutes vom Trust zum Teile gar nicht, zum Teil nur wenig kultiviert werden. 3. Es wird gesagt, dass der Umstand, dass ich in meinem Institute Trust-Aktien manchmal unter pari verkaufe, nachteilig auf den Trust wirkt; das ist durchaus nicht der Fall; im Gegenteile gewähre ich dem Trust und hunderten von Aktionären einen sehr grossen Gefallen und gewähre ihnen die Erfüllung eines langj^efühlten Bedürfnisses, denn laut englischem Gesetze darf der Trust die eigenen Aktien weder zurückkaufen, noch beleihen, während ich, auf besonderen Wunsch massgebender Kreise, den so lang gewünschten Markt für die Aktien auf diesem Wege geschaffen habe. Schliesslich, wenn mein Vorrat selbst gekaufter Aktien zu Ende ist, bin ich naturgemäss gezwungen, bei dem Trust neue zu kaufen! 4. Der Vorwurf, dass mein Institut einen Polyglott-Prospectus in sechs Sprachen druckt, während der Trust nur in zwei Sprachen annonciert, ist zu lächerlich, um darauf zu antworten. 5. Es wurde mir vorgeworfen, dass ich durch meine Sparkasse, welche ich demgemäss eine „Volksbank" nenne, die Zionisten glauben machen wolle, dass mein Institut mit dem Trust identisch sei. Angesichts des Umstandes, dass ich in vielen zionistischen Zeitungen ausdrücklich bekannt gemacht habe, dass dies nicht der Fall ist, und dass der Trust ebenfalls gedruckte Zettel ähnlichen Inhaltes verteilt hat, ist dieser Vorwurf von selbst erledigt. Meine Verleumder haben es übersehen, dass mein Insitut ein pures Bankgeschäft ist, während der Trust das Instrument der zionistischen Bewegung darstellt, dessen Zweck es ist, ihre Gelder bis zum geeigneten Moment sicher zu bewahren und welcher laut Prospekt und Statuten das Bankgeschäft überhaupt erst in zweiter Linie betreiben darf. Es kann also von einer Konkurrenz gar nicht die Rede sein. Schliesslich führe ich als schlagenden Beweis an, dass ich bis zum letzten Augenblicke dem Trust gegenseitig vorteilhafte Geschäftsvorschläge gemacht habe, welche die vollste Billigung des Präsidenten des Aufsichtsrates erfahren haben, was doch gewiss nicht der Fall gewesen wäre, wenn die Meinungen meiner anfangs erwähnten Verleumder höherenorts geteilt worden wären. ' Hochachtungsvoll James H. Loewe. 8. Sept. 1903, 13 Carlton Vales London N. W. * Die Gesellschaft „Libanon* sendet uns folgendes Schreiben : Warschau, den 7. September 1903. An die Redaktion der „Welt" Wien. Die Prinzipien unseres Verlages, dessen Ertrag dem Nationalfonds und der National-Bibliothek in Jerusalem zu widmen, verfolgend, bitten wir die geehrte Redaktion, die ihr in Basel eingezahlten Francs 703,70 als den vollen Erlös vom Verkaufe unserer Postkarten zur Zeit des VI. Kongresses den oben erwähnten beiden nationalen Institutionen in gleichen Teilen zuweisen zu wollen. Mit Zionsgruss Gesellschaft „Libanon", Warsohau, Leopoldyna 19. m Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, IL, Taborstr. 59 (Tel. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 12. September 1903 standen in Vormerkung: I. Klasse. Manuelle Arbeiter: 1 Anstreicher, 7 Aufpapper, 4 Bäcker, 5 Buchbinder, 3 Buchdrucker, 2 Bürstenbinder, 8 Drechsler, 4 Elektromonteure* 4 Fleischhauer, 2 Friseure, 2 Glaser, 4 Goldarbeiter, 21 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, 27 Hilfsarbeiter, 2 Hutmacher, 4 Kellermeister, 4 Kellner, 3 Kutscher, 4 Laufburschen, 4 Lehrlinge, 4 Magazineure, 4 Metallarbeiter, 3 Monteure, 9 Schlosser, 39 Schneider, 8 Schuhmacher, 9 Spengler, 2 Tape-