Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 38 (18.9.1903)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1903-09-18
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WIEN IX.; Türkenstrasse Nr. 9. Tölephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration : Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaktion täglich von 10—1 J2 Uhr. Preise der Anzeigen : laut aufliegendem Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abends geschlossen Einzelne Nummern 30 Heller. Bezug; ICnroicO" Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: JOjJI ClOU. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Frcs, 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. Nr, 38. Wien, 18. September 1903 — 26. Elul 5663, 7+ Jahrgang. wmip dk Drroö mn - nmto n^nm nrrras *rbyr\«r\ rpipia Mitteilung des A.-C. Das grosse Aktions-Comitee hat einstimmig beschlossen, den Zionisten, welche Aktionäre der Jüdischen Kolonial-Bank sind, zu empfehlen, die Dividende, welche diese Bank auszuzahlen beschlossen hat, dem Aktionskomitee zu dem Zwecke zur Verfügung zu stellen, um die Kosten, der El-Arisch-Expedition, sowie etwaiger weiterer Expeditionen nach Palästina, dann die Kosten der Palästina-Kommission zu decken. Dr. H e r z 1, . Dr. K a h n, Leon Z o 1 o t k o f f, J. d e II a a s, Dr. B o d e n h e i m e r, J. M o s e Dr. K okosc h, Gr. B e 1 k o w s k y, I. Bernstein- K o Ii a n, E. W. T s c h 1 e n o w, I. S. G o 1 d b e r g, S. I. R a b b i n o w i t z, Wl. T e m k i n, M. S c h e i n - k i n, Dr. K. 1 c e, Dr. IT. B r u c k, Dr. Jacobsoh n, Dr. 1. S a p i r, J. J a sino w s k i, Dr. F a r 1) s t e i n, Dr. M ose«. Die Vereine werden ersucht, die Kupons im Sinne dieser Beschlüsse bei ihren Vereinsmitgliedern einzuheben und dem Aktions-Comitee in Wien abzuliefern. Zur Aufklärung. In vielen Zeitungen ist in den beiden letzten Wochen ein Geheimerlass des russischen Ministeriums des Inneren publiziert worden, der sich gegen die Organisation der russischen Zionisten richtet. Trotzdem dieser Erlass ausdrücklich vom 24. Juni datiert erscheint und nach den Mitteilungen auf dem VI. Zionisten- Kongresse und den Meldungen vieler Journale aus der Zeit vor dem Kongresse Dr. Herz 1 erst ein und ein halb Monate später seine Unterredung mit Herrn y. Plehwe hatte, wird nun von vielen Blättern, sei es aus Unkenntnis, sei es aus Böswilligkeit, die Sache so dargestellt, als ob das Verbot zionistischer Versammlungen etc. nach dem Empfange Dr. Herzls erflossen wäre. Wir stellen diesen Sachverhalt hiemit nochmals fest, um jeden „Irrtum" fernerhin unmöglich zu machen. Ein Chalukah-Amt. Ueber den vielen ernsten Dingen, die der letzte Kongress brachte, ist manches ungesagt geblieben, was das Interesse des gesamten Judentums verdient. Das Ostafrikanische Projekt kam so unerwartet, seine Behandlung bürdete jedem Delegierten eine so ungeheure Verantwortung auf, dass auch Fragen zurückstehen mussten, die an sich ernste Behandlung verdient hätten. Insbesondere konnte das Wohltätigkeitsreferat nicht eingehender diskutiert werden, weil der grosse historischpolitische Moment alle Kräfte erforderte. Und so müssen wir denn im Rahmen eines Artikels das zusammenfassen, was wir zu sagen gehabt hätten. An der Institution, von der wir reden, hängt das Herz des gläubigen Juden, denn sie ist für das ganze heilige Land von grösster Bedeutung. Aber gerade deswegen ist es unsere Pflicht, von Neuem auf die oft gerügten Mängel der Chalukah einzugehen und Abhilfe zu fordern. Wer das Unrecht mit eigenen Augen gesehen, wer die Korruption an Ort und Stelle studiert hat, der hat die Pflicht zu reden, um Zionswillen darf er nicht schweigen. Nicht die Einrichtung der Chalukah als solche greifen wir an, sondern die Verteilung der Gelder, die unerhörten Missbräuche der Verwaltung, die als Folge auftretende Verderbnis der Empfänger, die selbst die Kolonisation bedroht und die wir mit grösster Energie zurückweisen müssen. So wie heute die Chalukah organisiert ist, kann man für die Komitees nur einen Ausdruck gebrauchen: sie treiben fahrlässige Wohltätigkeit. Der Chalukah liegt ein schöner Gedanke zugrunde. In Erez Israel soll niemand hungern. Die Frommen soll keine Not stören, die Alten und Schwachen, die dem Tode entgegenharren, sollen sorgenfrei sein in ihren letzten Tagen. Für diesen schönen Gedanken geben arme Hausfrauen ihre Spargroschen, selbst hungernde kleine Händler und Hausierer ihr mühselig