Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1903-09-11 · 37 (11.9.1903) · p. 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
37 (11.9.1903)
Article
Tit. Redaktion der "Welt"
Date
1903-09-11
Page
14 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3315709-3316013-3316057-3336796--43052-3336878
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 14 „bie # w^it" Nr. 37 % In Nr. 36 der „Weit", Seite 2, ist das Votum nicht von Dr. Farbstein, sondern von Ingenieur Kessler. 3. Die genannte in Nr.36 der» Weltu Seite 7 beschlossene Entschädigung von 100 £ ist nicht für die Revisoren, sondern für die englischen Auditoren in London bestimmt. Hochachtungsvoll Dr. jur. D. F a r b s t e i n. * Erklärung. In seiner Erwiderung auf die Rede Davis Trietschs spricht Dr. Herz 1 (S. „Welt" Sep.-Ausg., Nr. 2, S. 14, Sp. 2 unten) von einem Auftrag, den Trietsch sich vom Breslauer Distrikts-Komitee habe geben lassen und der zu der rührigen Agitation Trietschs gehöre. Demgegenüber habe ich zu bemerken : 1. Es beruht auf falscheujlnformationen, dass sichDavis Trietsch von der Breslauer zionistischen Vereinigung irgend einen solchen Antrag hat geben lassen oder nur inspiriert hat; ein Breslauer Distrikts-Komitee existiert nicht. 2. Es ist vielmehr wahr, dass ich persönlich Herrn Trietsch einen Antrag zur Berliner Distrikfcs-Komitee- Sitzung übermittelte, der nur bezwecken wollte, dass die Franz O p p e n h e i m e r'schen Ideen, die bei dem Arbeitsplan der „Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft" zum erstenmal für ein jüdisches Siedelungsunternehmen verwertet sind, auch bei einer zionistischen Kolonisation angewandt würden. Von dem Kongressreferat Dr. Franz Oppenheimers verlautete damals noch nichts. 3. Ich hatte zu dem Antrage keine ausdrückliche Einwilligung der Mitglieder der Breslauer zionistischen Vereinigung eingeholt, erfuhr vielmehr nachher, dass ein grosser Teil derselben mit dem Antrage nicht einverstanden sei. 4. Ein eventuelles Verschulden träfe also mich persönlich und alle Kombinationen, dass und warum der Antrag von Davis Trietsch ausgehe, sind demnach durchaus hinfällig. Breslau, den 4. September 1903. Hugo Schachtel. * Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk, IX.. Pramergasse 5. Die Religionsschule tritt in ihr drittes Schuljahr. Die vom Kultusvorstande, vom Schulinspektorat und anderen Fachkreisen anerkannt vorzüglichen Leistungen dieses Vereines lassen eine Erweiterung der Schule sehr wünschenswert erscheinen. Die schwierigen Erwerbsverhältnisse machen es zur Pflicht, das Schulgeld möglichst niedrig zu bemessen und Minderbemittelten noch weitgehendere Nachlässe zu gewähren, so dass sich die Schule grösstenteils durch Mitgliederbeiträge, Subventionen und Spenden erhalten muss. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Wohltäter und Förderer alles Edlen auf diesen der Unterstützung höchst würdigen Verein. Zuschriften und Geldsendungen sind gefälligst an den Obmann, Herrn Primarius Dr. Siegmund Kornfeld, IX., Aiserstrasse 8, zu richten. Die Einschreibungen sowohl für Knaben als Mädchen finden vom- 10. September d. J. 10—12 Uhr vormittags und 2—4 Uhr nachmittags im Vereinslokale, IX,, Pramergasse Nr. 5, statt. Bücherwelt. Zions-Lieder. Von David Ascher, Boskowitz. Eduard Duckesz. f2t£n&b Biographien und Gral: stein - Inschriften der Rabbiner der drei Gemeinden Altona, Hamburg, Wandsbeck. Krakau, 1903. Dr. S. Bernfeld. Die heilige Schrift. Ausgabe für Schule und Haus. S. Calvary & Co., Berlin, 1903. Dr. Adolf Weiss. Biblische Geschichte nach den Worten der heiligen Schrift I. Wien, im k. k. Schulbücher-Verlage, 1903. Adolf Weyl. Die Bedeutung des Hauses im alUestamentliche^ Erziehungsplane. J. Kau ffmann, Frankfurt a.M , 1903. Feuilleton. Scha'are Zijon. (Ps. 122.) Ich freue mich mit innigem Begehren, Nach Zion heim ins Haus des Herrn zu kehren. Verirrte Vögel finden Baum und Nest; Wegmüde Füsse finden ihre Stätte, Und wie ein Sohn sich auch verlaufen hätte, Zur Heimkehr gibt der Vater ihm ein Fest. Ein goldnes Band geht um die ganze Welt, Das unsre Stämme fest verbunden hält. Zwölf Stämme zogen weinend einst hinaus; Die steh'n nun fröhlich auf an allen Orten. Noch eine Zeit, dann öffnen sich die Pforten Des neuen Reichs, dann wallen sie nach Haus. In deinen Mauern wird das Glück gedeih'n Und Reichtum wird in den Palästen sein Und Haus und Speicher wird der Segen füllen; Jerusalem! wer liebend an dir hängt, Dem wird der Güter Ueberfluss geschenkt Vom Herrn um seines heiligen Hauses willen. Dolorosa. Zum sechsten Zionistenkongress in Basel. Ein gewaltiger Sturm! Mitten auf hoher wogender See wankt das Schiff. In höchster Verzweiflung hat die Mannschaft sieh in einzelne Gruppen verteilt und in höchster Angst werden die Taue von den einen daher, von den anderen dorthin gezerrt. Schon neigt sich der gewaltige Körper zur Seite, da erscheint hoch oben auf der Kommandobrücke der jugendliche Kapitän mit seinen Offizieren. Und während unten die ganze Mannschaft in Todesangst schwebt, lächelt der Führer hoffnungsvoll, beugt sich über die Brüstung und ruft den Angsterfüllten die Worte: „Land! Land!" zu. Werden diese Worte ein williges Ohr finden? Oder werden sie in der Leere verhallen? . . . Werfen wir einen kurzen Rückblick auf unsere ganze Geschichte, folgen wir jenem, mächtigen Schiffe, von dem Augenblicke an, da es die hohe See erreichte! Was nützte jenes Land, das von Milch und Honig floss, wenn seine Bewohner in ewigem Unfrieden lebten? Kaum zwei Jahrhunderte nach der Gründung des Staates hören, wir den Propheten dem Volke zurufen: „Wie lange noch werdet ihr wanken? Wie lange noch uneinig sein? . . . Diese Worte finden jedoch für die Dauer kein Gehör, und nach zwei Jahrhunderten muss der Prophet sie trösten: „O Armselige! Die von Stürmen u in braust e! Ich will deine Grundsteine wieder zusammenf ügen!" Allein, eine mächtige Woge erhobt sich und begräbt unter ihren Wassern das mächtige Schiff. Kebukadnezar hat es vernichtet und, nur noch ein Wrack, irrt es auf hoher See umher, auf ihm klagt sein letzter geistiger Führer: „Der Tod ist durch die Fenster in die Paläste gedrungen, er hat die Kinder in den Gassen, die Jünglinge in den Strassen vernichtet!" Ein halbes Jahrtausend später! Der jugendlichen Mannschaft ist es gelungen, das Wrack auszubessern, und wieder ein seetüchtiges Schiff daraus zu machen. Wieder finden wir es von Stürmen umsaust auf hoher See. Wieder

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.