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Die Welt · 1903-09-04 · 36 (4.9.1903) · p. 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
36 (4.9.1903)
Article
Bericht über den jüdischen Nationalfonds
Date
1903-09-04
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 „bi* & W$lt Nr. 36 Deutschland Dd I 5 Pfg. Dänemark Dk I 2 Oere England und Kolonien Ed I 7 * d. Frankreich F I 5 Centimes Griechenland G I 5 Centimes Holland H 1 2 Cents Italien J I 5 Centesimi Oesterreich-Ungarn OU I 2 h Russland Rd I 1 Kopeke Rumänien Rn I 5 Bani Spanien S I 5 Centimes Schweden-Norwegen SN 1 2 Oere Südamerika AS I 5 Centimes Serbien Sr I 5 Centimes Türkei T I 8 Para Wie schon in unserem ursprünglichen Entwürfe vorgesehen, ergibt sich tatsächlich ein dringendes Bedürfnis, Nationalfonds-Marken in höherem Einheitswerte zu schaffen. Diese Marken würden hauptsächlich für Gratulations-Depeschen Verwendung finden und müssten dementsprechend ausgestattet werden. Auch wäre ihre Verwendung zum Quittieren von grösseren Spenden und an Zeitungen nicht nur einfacher, sondern auch für den Nationalfonds viel billiger, als die Verwendung vieler kleiner Marken. Wir werden uns erlauben, einen diesbezüglichen Antrag dem Kongresse zur Beschlussfassung vorzulegen. Agitation für den Nationalfonds. Wenn auch die ersten Markenbücher infolge von Schwierigkeiten erst gegen Ende April 1902 fertig werden konnten, haben doch in der Zwischenzeit die Sammlungen für den Nationalfonds nicht geruht. Es liefen kleine Spenden und solche für das ,,Goldene Buch" ein, und die zionistischen Zeitungen, die wir mittelst Zirkulare hierzu aufforderten, nahmen Spenden für den N.-F. entgegen. An der Spitze der Sammlungen stand natürlich unser offizielles Organ „Die Welt". Das engere A.-C. hat in der Zeit seit dem V. Kongress sich die Propaganda für den N.-F. eifrig angelegen sein lassen. Die am Kongress angenommenen N.-F.-Statuten wurden in vielen tausenden Exemplaren veröffentlicht und verbreitet, desgleichen Broschüren in Jargon, Spaniolisch, Griechisch etc. Die grösseren Landeszentralen wurden angewiesen, diese Broschüren in die betreffenden Landessprachen zu übersetzen und zu verbreiten. Im Zirkularwege wurden die Vorsteher der verschiedenen Organisationen zu wiederholtenmalen aufgefordert, sowohl mündlich als auch schriftlich alles Mögliche für die Propagierung der Idee des Nationalfonds anzuwenden. Arten der Sammlungen: Die Sammlungen für den N.-F. lassen sich in folgende Gruppen einteilen: 1. Ertrag aus dem Verkaufe von Nationalfonds-Marken. 2. Ertrag aus den Eintragungen in das Qoldene Buch. 3. Ertrag aus sonstigen Spenden. Das grösste Ergebnis haben, wie Sie aus dem Ausweis ersehen werden, die Sammlungen nach dem vom Kongresse angenommenen Systeme der Markenquittierung geliefert. Die Institution des Goldenen Buches hat sich ebenfalls ausgezeichnet bewährt. Das Goldene Buch ist künstlerisch ausgestattet und den Spendern wird eine gleichfalls künstlerisch ausgestattete Quittung verabfolgt. Andere Spenden werden teils an Zeitungen, teils an die Bank selbst abgeführt. Kontrolle. Die Nationalfonds-Markenbücher wurden über Anordnung und unter Aufsicht des A.-C. hergestellt, plombiert, hierüber ein Protokoll aufgenommen und die Bücher dann an die Bank nach London gesandt. Das A.-C. hat die Kontrolle in der Weise geführt, dass es die Bank veranlasste, Ausweise über den jeweiligen Stand des N.-F., und zwar nicht nur ziffermässig, sondern auch nach Ländern geordnet zu liefern. Die Kontrolle über das Goldene Buch wurde so geübt, dass das A.-C. die diesbezüglichen Spenden nicht früher in der „Welt44 veröffentlichte, als bis die Bank den Einlauf mitteilte. Da das A.-C. die Bank mit den ihr gesandten Büchern belastet hält, kann jederzeit aus der fehlenden Markenzahl die Anzahl der verkauften Marken ermittelt werden. Die Zeitungen lieferten die bei ihnen eingegangenen Beträge direkt an die Bank ab. Zur Kontrolle der richtigen Abführung dieser Beträge haben wir die Bank angewiesen, alle Blätter, die Spenden für den N.-F. entgegennehmen, zu abonnieren. Die Quittierung der durch die Zeitungen abgelieferten Beträge erfolgte vorläufig noch nicht durch die Vernichtung der entsprechenden Anzahl Marken, da sich diese, wie schon erwähnt, bei dem gegenwärtigen System, bei dem eine Marke die kleinste Münzeinheit repräsentiert, zu kostspielig stellen würde, und da die Kontrolle ohnehin in der Publikation liegt. In dem Momente, da wir auch ein Markensystem in Zirkulation setzen werden, das eine höhere Münzgattung als Einheit enthält, wird die Quittierung durch diese Art von Marken erfolgen. Spenden, die direkt an die Bank geschickt werden, sollen in Zukunft zur grösseren Kontrolle unter einer separaten Rubrik in der „Welt" zur Veröffentlichung gelangen. Anregungen. Uns war es nicht nur darum zu tun, für den N.-F. die bisher gebräuchlichen Formen der Agitation anzuwenden, sondern sämtliche Anregungen, die uns zugekommen, genau zu studieren, um sie im Falle der Verwendbarkeit für den N.-F. fruchtbringend zu verwerten. Wir haben diese Anregungen nicht nur in der „Welt" publiziert, sondern sie auch als Anhang den,N.-F.-Broschüren beigegeben. Derzeitiger Stand des Nationalfonds. Eine Uebersicht über den derzeitigen Stand des N.-F. per 1. August 1903 gibt folgende Tabelle: (Siehe letzte Nummer unserer Separatausgabe.) Resurne. Gestatten Sie mir, Ihnen ein kurzes Resume über den Erfolg der Sammlungen in dieser Zeit zu geben. Es ist bis jetzt ungefähr der zehnte Teil des Betrages erreicht worden, den der Kongress als Mindestsumme aufstellte, um an die Verwendung des N.-F. schreiten zu können. Wenn jeder Zionist während der Periode vom V. bis zum VI. Kongresse systematisch jede Woche nur einen Kreuzer oder eine Kopeke für den N.-F. gespendet hätte, so müsste der Betrag nach unserer Schätzung viel grösser sein, als derjenige ist, der vom Verkauf der Marken (ohne Goldenes Buch) erzielt wurde. An vielen Orten, wo sich nur einzelne fleissige Arbeiter fanden, ging der Verkauf der Marken sehr gut vonstatten und es muss konstatiert werden, dass sich Juden, wenn sie auch keine Zionisten waren, bei gelegentlichen Sammlungen selten ausgeschlossen hatten!

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