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Die Welt · 1903-08-14 · 33 (14.8.1903) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
33 (14.8.1903)
Article
Jüdischer Fleiss
Date
1903-08-14
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite i2 „Die & Welt44 Nr 3B Lebensjahre zu erblinden. Trotzdem vermochte er die Klassen des Laubaner Gymnasiums regelmässig durchzumachen. Nacn Ablegung der Reifeprüfung studierte er in Leipzig und Berlin Nationalökonomie. Seine hauslichen Studien betreibt er in der Weise, dass er sich von Freunden aus Fachschriften vorlesen lässt und sich danach in der Blindenschrift Notizen mac'U. Aus einzelnen wissenschaftlichen Werken hat er für seinen Gebrauch sich grössere Abschnitte in der Punktiermethode umgeschrieben, und zwar auch aus Werken in fremden Sprachen. Eine zionistische Militärorganisation in Amerika. In East Brooklyn hat sich unter der Führerschaft des Kapt. Nathaniel F erb er, wie amerikanische Zeitungen berichten, eine zionistische Militärorganisation von jungen Männern zwischen 18 und 25 Jahren gebildet. Ihr Üebungsplatz ist die „Teutonia-Halle". Sie hoffen in kurzem 2000 Mitglieder zu zählen. — Wir sind offiziell von dieser N^ugründung noch nicht verständigt, werden aber über die Entwicklung dieser Körperschaft seinerzeit unspren Lesern noch eingehender Bericht erstatten. Neue jargonzeitung in 6ali2ien. Das eralizische Judentum beginnt zu erwachen. Verschiedene Umstände erstickten bisher jede judische Kulturtätiekeit in Galizien, lähmten die geistige Entwicklung der Juden. Der Zionismus hat die schlummernden Kräfte ins Leben gerufen. Als Zeichen dafür dient das wachsende Bedürfnis der galizischen Juden nach einer Literatur, die im Jargon oder in der hebräischen Sprache ihre eigenen Interessen vertritt. Eine dementsprechende Zeitung ist das neue Jargonblatt, welches in Stanislau herausgegeben wird. Er ist ein Wochenblatt und heiss : tattKbr^roKV] optr^r- Die ersten sechs Nummern sind bereits erschienen. Wir -wünschen dpm Blatte ein glückliches Gedeihen und fruchtbare Tätigkeit. Von den persischen Juden. In der schönsten Stadt der persischen Provinz Azerbeidschan, in Urmia, lebt unter den zirka 33 000 Einwohnern, msist Mohammedanern, auch eine stattliche Anzahl Juien von besonders kräftigprn und gesundem Schlage. Ihre Zahl wird auf 2000 angegeben und in ihrer Tätigkeit un i in ihrem Lebenserwerb unterscheiden sie sich wenig von den andersgläubigen Urmiauern. Im Obstbau, der Landwirtschaft, Viehzucht findet man sie ebenso vertreten, wie im Handel. Ihre Wohnstätten sind, wie christliche Schilderer der dortigen Verhältnisse betonen, von peinlicher Sauberkeit im Gegensatz zu denen der anderen Bevökerung und in ihrem kräftigen Aeussern zeigen sie nichts von der Verkümmertheit und den Charakteristiken, die einem Teile unserer russischen und galizischen Stammesbrüder .durch die Verhältnisse aufgedrückt sind. In einem Hause lebt gewöhnlich eine grosse Familie beisammen : Vater. Mutter drei oder vier Söhne mit ihren Frauen und Kindern, Grosseltern und Verwandten. Reioh geschmückt sind insbesondere die wohlhabenderen jüdischen Frauen Urmias. Sie tragen eranze Ketten von Goldstücken aneinandergereiht im Haar, nm den Hals und an den Armen und in ihre meist scharlachroten, weiten Gewänder gehüllt, bewegen sie sich äusserst graziös. Einen Armband- oder Ringschmuck tragen meist selbst die Aermsten. Personalnachrichten. Unser geschätzter Gg Doktor D. Malz zeigt die glückliche Ankunft eines Sohnes au. jüdischer Nafionalforcds. Das Goldene Buch. Verein „Agudas Ohawei Zion" in Suwalki Kronen 25Ü — „Bnei Zionu in Friedrichstadt.......Kronen 238.38 Herr ßaruch Iskos in Smolensk zur Eintragung seines verstorbenen 0jährigen Sohnes Hirsch Lkos (durch Dr. A. Kramnik)...............Pf. Sterl. 10.— „ Agudas Hazionim" in Lipkany (durch Baruch Blanc)................Kronen 252.— Zur Eintragung des Vereines „Chowewei Zion" in Gorodock, zum Andenken an sein ojähriges Jubiläum (durch Rabbiner Rabinowitsch).............Pf. Sterl. 10.— Herr B. M. Dawidsohn in Odulina zur Eintragung seiner Eltern Samuel undNe cha Dawidsohn aus Linkowo.......Kronen 240.— Richtigstellung. In der in Nr. 20 ausgewiesenen Goldenenbuch - Spende des Vereines „Tecnias Zion" soll es heissen : Zur Eintragung des Herrn G. A. Belkowsky. $fas de* J$e^e$ut)ä- Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. („Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein, II., Stefanistrasse 8.) Samstag den 15. August Vorlesung des Kollegen Edel: „Deutsche und Jargon- Dichtungen". Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „L e o p o 1 d s t a d tK, IL Bez., S t e p h a n i estrasseS. Mittwoch, den 19. August, Vereinsversammlung mit Vortrag über: „Sozialismus und Sozialdemokratie". Referent Dr. Leo Sofer. Beginn 8 Uhr abends. Gäste herzlich willkommen. Die Vereinsleitung. Wien. (Vr er einigte jüdische Arbeiterorganisationen des IL und XX, Bezirkes.) Samstag, den 2C2. d. M., halb 9 Uhr abends, anlässlich des VLZionUtenkongresses, findet im grossenFestsaale des Hotel G u t h, IL,Stephaniestrasse 14, eineV o r t r a g s-A k a d e m i e mit Festrede, Gesangs-, Musik- und deklamatorischen Vorträgen beliebter Kunstkräfce statt. Eintrittskarten ä 70 Heller sind im Privatlokaie Stpphaniestrasse 8, im RestaurantG u t h und in den auf den Plakaten angegebenen Verschleissstellen zu haben. La Chaux de Fonds. Üb^r Einladung des schweizerischen Zionistenverbandes wird Herr Dr. Alex. Marmorek seine Reise nach Basel in La Chaux de Fonds unterbrechen, um hier am 19. d. M einen Vortrag über den Zionismus zu halten. Berichte. Wien (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein, IL Stephaniestrasse 8.) Generalversammlung am 11. Juli. Rechenschafts b e r i c h t Obmann N. Gross: Es wurde in nationaler und wissenschaftlicher Hinsicht gearbeitet. Unentgeltliche Stellen- Vermittlung im Gange. Gesangssektion (Obmann Blanc) arbeitet sehr gut (38 Sänger bei deu Proben). Arbeitslose n-Unter stütz ungsfonds gegründet. Für S c h e k e 1 (alle Mitglieder), Partei Steuer (30 K). N a t i o n a 1 f o n d s (2 h pro Kopf- und Vereinsabend) gearbeitet. Verschleiss zionistischer Literatur organisiert (Kolporteure bei allen Versammlungen). — Kassabericht Kassipr S. Inslicht: Einnahmen 730 3 K, Ausgaben -706-37 K. Absolutorium. VV a h 1 e n. Obmann : N, Gross; Obmannstellvertreter : S. B r a i n i n; Kassier : S. I n s 1 i c h t; I. Schriftführer : B. Herr mann; IL Schriftführer: H. Teitlbaum; ßiblio'hekar: G Kohn; Z^itnngsverw.: E. Butter; Ausschüsse: L Bienenstock, Th. Stern, A.Stein; Kassarevisoren : W. ßerger, R. G o 1 d fi n g e r. Wien. Dienstag den 4. August, abends lJ2S Uhr, fand im „Cafe Neptun", XX, Mathildenplatz 7, ein Diskussionsabend über „Die Lage der Juden* unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Heinz Kohn statt. Um das Zustandekommen des Abends hatte sich ein vorbereitendes Komitee und insbesondere der Vertrauensmann in der Brigittenau , Herr B. Seh orrer verdient gemacht. Der Referent Herr Dr. Martin Engländer sprach im Konferenzton anknüpfend an sein bekanntes Werk „Ueber Krankheiten bei den Juden" über physische, moralische, wirtschaftliche und politische Verhältnisse der Juden. Die Ausführungen des Redners waren von lebhaftestem Beifall begleitet und so gross war die Wirkung, dass 47 Mitglieder von zirka 150 Erschienenen sofort gewonnen wurden, 6 Kronen für deri Nationalfonds gesammelt werden konnten und der einzige Kontraredner nach der Erwiderung des Herrn Referenten dem zu gründenden Vereine sofort als Mitglied beitrat. Wien. Dienstag den IL August wurde der Einzelverein Zion-Brigitten au nach einer Versammlung im Cafe Neptun, XX, gegründet. Herr Dr. Heinz Kohn hielt hiebei ein ausgezeichnetes Referat. Karlsbad. (Verein „Z i o na). Am 16. Juli hielt Gg. Rüben ßrainin, im Hotel „Terminus" vor einem zahlreichen Publikum einen Vortrag in hebräischer Sprache über „Die geistige Wiedergeburt des jüdischen Volkes". Der Vortrag war sehr interessant. Sammlungen für den Nationalfonds. Prerau. (Verein jüdischer Mädche n „Mirjam".) Ergebnis der am 29. Juli stattgefundenen Neuwahlen : Fräulein Stefanie Po Hak, Präsidentin, Frl. Ida Furcht, Vize-

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