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Die Welt · 1903-08-14 · 33 (14.8.1903) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
33 (14.8.1903)
Article
Jüdische Hochschule
Date
1903-08-14
Page
7 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 33 „Die sfr Welt" Seite 7 gang pro 15. Juli 1903 Frcs. 7620.41; zusammen Francs 11435.10. Genf, 15. Juli 1903. Für das „Bureau Jüdische Hochschule": Der Sekretär L S t u b n i t z k y. * Zionisten - Kongress - Nummer. CLICHE-KORRESPONDENZ „Die Welt in Bilder n". Herausgeber: H. P o 11 u r a k, Redakteur, und Hermann P o 1- 1 a k, Kunstanstalt für Buch- und Steindruck, Lichtdruck und Autotypie etc. Das zionistische Aktionskomitee hat mit den Herausgebern der Cliche-Korrespondenz „Die Welt in Bildern" ein Uebereinkommen getroffen, demzufolge diese Korrespondenz berechtigt sein soll, bei dem demnächst stattfindenden VI. Welt-Kongress in Basel photographische Aufnahmen zu veranlassen und zu reproduzieren. Wir offerieren den verehrlichen Journalen, welche sich für die Sache interessieren, druckfert&e Cliches dieser Bilder zum Preise von 12 Heller (10 Pfennig, 14 Centimes, 6 Kopeken oder 1 Pfg.) per Quadratzentimeter inklusive Reproduktionsrecht (Mindestberechnung per Cliche 30 Qiiadratzentimeter, Text gratis) und werden in der Lage sein, jeden Auftrag umgehend auszuführen. In Aussicht genommen sind vorläufig 10 Aufnahmen wichtiger Momente des Kongresses, über welche wir seinerzeit denjenigen P. T. Journalen, die uns ihr Interesse an der Sache kundgegeben, noch besondere Mitteilung rechtzeitig zugehen lassen. Vorangehen sollen Porträts und kurze biographische Skizzen der Führer der zionistischen Bewegung; ferner einige besonders interessante, mit der Bewegung zusammenhängende Objekte. Schon in allernächster Zeit dürften wir folgende Cliches zu liefern In der Lage sein, um deren rechtzeitige Bestellung wir ergebenst ersuchen. Nr. 145 Gruppenbild, Grösse 19X23 cm. Präsidiums- Mitglieder der letzten Kongresse (Dr. Theod. Herzl, Dr. Max Nordau, Ehrw. Dr. Moriz Gaster, Prof. Dr. Mandelstamm, Sir Francis Montefiore, Dr. Tschlenow, S. Pineles). 146 Gruppenbild (19X23 cm). Das Aktionskomitee (Dr. Herzl, Dr. Kahn, Dr. Kokesch, Kremenetzky, Arch. Marmorek). Einzelporträts (Grösse 4X5*A oder 6X9 cm): Nr. 147 Dr. Theodor Herzl. Nr. 148 Dr. Max Nordau. Nr. 149 Dr. Moses Gaster. Nr. 150 Sir Francis Montefiore. Nr. 151 Prof. Dr. Mandelstamm. Nr. 152 Dr. Kahn. Nr. 153 Dr. Kokesch. Nr. 154 J. Kremenetzky. Nr. 155 Arch. Marmorek. Nr. 156 Dr. Bernstein-Kohan, Kischenew. Nr. 157 Dr. Bodenheimer, Köln a. Rh. Nr. 158 Dr. Chasanowitsch, Bialystok. Nr. 159 Dr. Farbstein, Zürich. Nr. 160 Prof. Harry-Friedenwald, Baltimore. Nr. 161 Colonel A. E. W. Goldsmid. Nr. 162 Prof. Gottheil, New-York. Nr. 163 Reverend Hechler, Wien. Nr. 164, Dr. Marmorek, Paris. Nr. 165 Dr. Franz Oppenheimer, Berlin. Nr. 166 S. Pineles, Galatz. Nr. 167 S. M. Rabinowitsch, Sopotzkin. Nr. 168 Ehrw. Rabb. Reines, Führer der Misrachi, Lida. Nr. 169 Ehrw. Rabb. Roth, Päpä. Nr. 170 N. Sokolow, Warschau. Nr. 171 Regierungsrabb. Ingenieur Temkin, Elisabethgrad. Nr. 172 Dr. Tschlenow, Moskau. Nr. 173 Ingenieur Ussischkin, Jekaterinoslaw. Nr. 174 Prof. Warburg, Berlin. Nr. 175 D. Wolfsohn, Köln a. Rh. Nr. 176 J. Zangwill, London. 177 Bildhauer Beer, Schöpfer der Kongressmedaille 1898, Florenz. Nr. 178 die Nationalbibliothek in Jerusalem (10X14 cm). Nr. 179 Gebäude der jüdischen Kolonialbank in London (/AXIO'A cm). Nr. 180 Das goldene Buch (4'AX7 cm). Nr. 181 Quittung des goldenen Buches (5X7 cm). Nr. 182 Kongressmedaille 1898 (ö'AXö'A cm) a) Avers, b) Revers. Bei Cliche-Bestellungen genügt die Angabe der Nummer und der ersten Dimensionenzahl. Wien, IL, liaasgasse 10. * Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, IL, T a b o r s t r. 59 (Tel. 13 920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 8. August 1903 standen in Vormerkung: I. Klasse. Manuelle Arbeiter: 3 Anstreicher, 5 Aufpapper, 2 Bäcker, 8 Buchbinder, 3 Buchdrucker, 6 Drechsler, 8 Fleischhauer, 1 Friseur, 6 Glaser, 4 Goldarbeiter, 23 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, 41 Hilfsarbeiter, 3 Hutmacher, 2 Kellerarbeiter, 6 Kellner, 3 Kutscher, 9 Laufburschen, 2 Lederzurichter, 7 Lehrlinge, 3 Magazineure, 5 Mechaniker, 8 Metallarbeiter, 7 Monteure, 19 Schlosser, 34 Schneider, 11 Schuhmacher, 20 Spengler, 3 Tapezierer, 5 Taschner, 2 Tischler, 4 Uhrmacher, 2 Zeichner, 4 Werkführer, tüchtige und verlässliche Hausbesorger. II. Klasse. Kaufmännische Angestellte: 3 Branntweinverschleisser, 13 Buchhalter und Korrespondenten, 82 Kommis diverser Branchen, 51 Kontoristen und Strazzisteri, 2 Inkassanten, 6 Kanzlisten und Schreiber, 5 Manipulanten und Expedienten, 5 Platz-Agenten und -Vertreter, 7 Reisende. Weibliche Abteilung: 2 Bonnen, 52 Kontoristinnen und Kanziistinnen, 1 Dienstmädchen, 13 Expedientinnen und Manipulantinnen, 1 Hilfsarbeiteriii, 1 Kassafräulein, 16 Praktikantinnen, 41 Verkäuferinnen, 5 Vcrschleisserinnen, 12 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Klasse. Geistige Arbeit: 40 Hauslehrer und Hofmeister (meistens riochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 2 Lehrerinnen und Erzieherinnen. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 8. August 1903 6909 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 3235 Vermittlungen in der I. Klasse (manuelle Arbeiter), 1634 in der II. Klasse (Handelsangestellte), 1907 in der weiblichen Abteilung und 133 in der III. Klasse (geistige Arbeit). Korrespondenzen. Wien. Zu unserer Notiz, wonach die antisemitische Kommunalverwaltung von Wien bei der Uebernahme der bisher, privaten Tramwaylinien die bisherigen jüdischen Beamten (darunter Familienväter) auf die Strasse setzte, erhalten wir folgende Ergänzung bezüglich der Aerzte der zugehörigen Krankenkassa: Die Intervention des Präsidiums der Wiener Aerztekammer in Angelegenheit der Entlassung derjenigen vom Vorstande der städtischen Tramwaykassa provisorisch übernommenen Aerzte, welche keinen Taufschein besitzen (!), ist erfolglos geblieben, ebenso ein in derselben Sache vom Vorstande des Verbandes der Aerzte Wiens an den Bürgermeister Dr. L u e g e r in Karlsbad gerichtetes telegraphisches Ersuchen um Inhibierung der geplanten Massregel. Mit Recht bemerkt die „Wiener Allgemeine Medizinische Zeitung" dazu: „Es ist traurig, dass man an massgebender Stelle so wenig Einsicht und Gerechtigkeitsgefühl besitzt, dass man Aerzte, die jahrelang ihren Verpflichtungen im vollsten Masse nachgekommen sind, einfach an die Luft setzt. Macht geht vor Recht/ Diese Massregel wird wahrscheinlich den Mitgliedern des neugegründeten antisemitischen Aerztevereines zugute kommen, dessen Mitgliederzahl von Jahr zu Tag enorm anschwillt. Wien. Nach den bisher eingelangten Berichten vom Krakauer Rabbinerkongress stellt sich heraus, dass ein idealer Vorschlag eines tüchtigen Mannes durch einige erzreaktionäre Schreier zum Spottbiid gemacht wurde, wobei der bekannte Antizionist Rabbinowitsch-Poltawa sich besonders hervortat. Merkwürdig berührt die Nachricht, dass dem Einberufer A. M. Cohen-Kairo alle möglichen Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden und ein eigenes Kabinet — eine Dunkelkammer — konstituiert wurde, um ihm mit Schmähschriften und Warnungen entgegenzuarbeiten. Die Dunkelmänner brachten es auch zuwege, dass in geheimer Sitzung ein geheimes Progranini der Tagung beschlossen wurde, wovon nur bekannt geworden ist, dass ein striktes Verbot erging, den Zionismus zu berühren. Tatsächlich wurde gar nichts beschlossen, sondern nur debattiert, so dass der Ehrenpräsident Ehrw. Chacham-Baschi Chasan-Kairo lange vor Schluss Kongress und Stadt verliess. Die Verhandlungen begannen nach Ablegung eines Schwures gegen die Beschuldigung des Ritualmordes und trugen ursprünglich ein politisches Gepräge, da Anträge über Stellungnahme zu verschiedenen Parteien im Judentum zur Sprache kamen. Die Angst des Ghettoschutzjuden trieb hier die wahnsinnigsten Blüten (Ausschliessung der Sozialisten aus dem Judentum, Auslieferung an die Polizei), und die vernünftigen Elemente des Kongresses hatten Mühe, überflüssige und unberechtigte Massnahmen zu verhindern, wobei der Poltawer Rabbiner sich mit Verachtung aller parlamentarischen Disziplin wieder als Hauptbahn der Reaktion bewährte. Die Anträge gingen schliesslich einem Komitee zu, ebenso die Anträge be-

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