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Die Welt · 1903-08-07 · 32 (7.8.1903) · p. 16

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
32 (7.8.1903)
Article
Tischgespräche aus dem Café "Weidhof"
Date
1903-08-07
Page
16 (sequence 2)
Language
German
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Seite 16 pie # Weit" Nr. 32 Wandervolk der Juden die Ansteckung aus den eminenten Seuchenherden des Ostens immer wieder in unsere Kulturländer geschleppt wird. Wenn man die Tuberkulose unter die Infektionskrankheiten schweren Charakters einreiht, wie der Erlass der Anzeigepflicht an die Aerzte beweist, dann möge man auch gegen diese Pest, welche vorzüglich durch die Juden eingeschleppt wird, eine Quarantäne etablieren. Man bleibe nicht bei halben Massregeln stehen, sondern ziehe die letzten Konseciuenzen und schütze die einheimische Bevölkerung vor der Ansteckunsgefahr durch fremde Eindringlinge." llorr Mannolstein, auf den diese rassenhygieniseben Eröffnungen nachhaltigen Eindruck machten, gab den Zeitungsausschnitt wieder zurück, nahm vom benachbarten Tischchen einen Palinenblattfächer und begann die umliegenden .Luftschichten, die doch sicherlich von heisshungrigen Bakterien erfüllt waren, durch kräftige Fiicherschlage abzuwehren, wobei er sich den Anschein gab, als wolle er sich lediglich Kühlung zufächeln. „ Das ist ja der altehrwürdige Vorwurf von der Brimnenvergiftung lu rief stucl. jnr. Schwarz; „altes Gift in neuen Schläuchen! Ja, der Juden ha ss ist bemüht, mit den Errungenschaften modernen Wissens hübsch Schritt zu halten. In der guten alten Zeit hat man davon gesprochen, chiss die Juden manchmal irgend ein verdächtiges Eülverchen in die Brunnen tun und dadurch Epidemien hervorrufen, von denen Jud und Christ haufenweise weggeraift wird, und heute, im Zeitalter der Bakteriologie, teilt man den Juden mit, dass sie in christlichen Absatzgebieten mit Tid>erkelbrtzillen hausieren gehen." „Jedenfalls erfährt der Steckbrief, den man gewöhnlich den Juden auszustellen pflegt, durch diese neue Entdeckung eine hid^che Bereich er un;g," bemerkte Dr. Ernst; „die vorst-hriftsmässige Trias der Ü-Beine, Krumnrnasen, Platifüsse wird um den Tnberkelbazillus vermehrt. Das Beste an der Sache ist aber, dass diese jüdischen. J lassen bald er ien voll ständig g e f ä 1 s c Ii t sind. Der Tuberkulose fällt es gar nicht ein, eine spezifisch jüdische Krankheit sein zu wollen. Im Gegenteil." „Wirklich rief Herr Manuel stein, dessen sorgenvolles Antlitz sieh plötzlich aufgehellt hatte, „Sie meinen, Herr Doktor, da<s unsere Lungen nicht angegriffen sind?'*' „Seien Sie unbesorgt! Das Wiener Antisemitenblatt hat, wie es seine Art ist, eine läppische Fälschung begangen: es beruft sieh in dem Bericht auf die statistischen Erhebungen des Dr. V i s h b e r g, der in jNrew-York Daten über den Umfang der Tuberkulose zusammengestellt hat. Dieser Arzt hat jedoch, ziffernmässig nachgewiesen, dass just die Juden den kleinsten Prozentsatz zu den Tuberkulose-hh'krankungx^n stellen. Der genannte Statistiker kommt sogar zum Schlüsse, dass den Juden „eine relat i v e Im m u n i t ä t g e g e n T u b e r k u 1 o s zugeschrieben, werden müsse. .Das Waener Blatt hat also, weil ihm die Bazillen gerade in den Kram passen, die nagelneue jüdische Kasseneigentünilichkeit einfach erlogen." Herr Mannelstein legte aufatmend den Palinenblattfächer wog und rief in gereiztem Tone den Kellner: „Adolf! Wo stecken Sie denn? Machen Sie da oben das Fenster zu! Es zieht ja schrecklich! Ich werd' mir doch nicht wegen Ihnen einen IihciunatIsmus zuziehen." E. E. Briefkasten. Rath Munis in K. Ihre Zuschrift wurde von uns dem österr. L.-K. überwiesen. Bitte sich übrigens mit Herrn Dr. M e n czel, Advokat, Czernowitz, ins Einvernehmen zu setzen. J. Kon. in 0. Diese Dinge können wir nicht bringen. J. Benj. in 0. Sie erhalten nächste Woche an dieser Stelle Antwort. 0. K. in B. Sie haben ein vielversprechendes Talent. Bis die Form Ihrer Gedichte den guten Gedanken entsprechen wird, werden wir uns wiedersehen. Gruss. M. Sch., Prag. Wir können den Namen des von Ihnen angeführten Blattes nicht entziffern. Bezüglich des anderen Punktes kann nur das Kongressbureau Auskunft geben. G. K. in D. A. Leider keine Verwendung. J. J. in Basel. Bei Ariern hat das gar keinen Sinn. Im Gegenteil. * Berichtigung. In unserem Bericht über den Parteitag der Handelsangestellten und Arbeiter muss es richtig heissen : Erl statt Erb und „Jüdisches Volksblatt" statt „Jüd. Vztg.". SPENDEN. Für den jüdischen Nationalfonds: K Sendimg D. Schub, Saffed.............. 190.28 Sfcud. D. Fuhrmann, Vinkovci............. 0.40 Wien : O. N. zur Ehrung Karolas K 1. 30, Dr. Z. dto. 1.31, Busse M. an B. durch Dr. Z. 5.— zur Eintragung der Waisen von Kischenew............ 7.01 Restbetrag eines Festes in Gräfenberg: Dr. L. Goldwasser, pbil. O. Frankl, N. Lipschütz und F. Kempinski....................... 33.— Frau Dr. Johanna Ronai, Balazsfaba...... . . . . 7.01 „Ohawe Zion", Bojan: A. Sperling K 2*—, B. Lehr, J. Schiffer, A. Retter, Dr. Feuerstein a 1. —, T. Schmuhl 1.20, S. Gottesmann 0.50. J. Metsch 1.—, H. Gottesmann 2.—, M. Schechter, W. Schlechter, N, Weiser, S. Keiner a 0.20, N. Frischmann 0.82, S. Retter 0.50, A. Sonntag 0,59, M. Ritter 0.20, B. Grosser 0.50, A. Schajowicz 0.30, C. Feuerstein 0.50, J. Glasberg, S. Schlechter, F. Fleiss a 0.30, A. Margulies 0.50, M. N. Teilhaber 0.66, K. Schapira 0.50, E. Kin*brunner 0-30, S. Son dag 0.30, A. Ausländer 1.—, Obmann Margulies 1.08; zusammen................ 20.— Geullah, Olmütz................... 1.— Sammlung Weinreb, Buczany, anlässlich bestandener Matura : B. Scherzer K 3.—, L. Griffel 2.— zur Eintragung Bardachs................. 5.— Familie Smolenski zur Promohon Dr. Feingolds .... 1.— S. Schindler, Ung.-Hradisch, Erlös beim Verkaufe von Kongresskarten................. . 1.— M, K., Kurgast, Karlsbad............... 2.— Sammlung L. Taubes beim Kommers der jüdischen Jugend, Wiznitz, anlässlich der ersten zionistischen Versammlung.............,...... 6.— Sammlung „Ahawas Zion", Zloczow, zur Eintragung Roosewelts.................... 11.— Sammlung S. Weissglass im Cafe Engländer, Marienbad : Frau C. Kanner K 1.30, J. Blum, J. Pineles, J. Sokal, Fr. Sokal, J. Weissglass, D. Friedmann, S. Aschner, D. Koffler, L. Bressler, Dr. L. Kraft a 1.—; zusammen . 11.30 Sambor : E. Apfelsüss, N. Langinger ä Kl.—, Hauermann 0.C0...................... 2.60 Arbeiter-Verein „Pojle Zion* aus Smorgon...... 240.— D. Urwitz, St. Petersburg................ 25.— Anstatt Telegramm zur Hochzeit der gewesenen Präsidentin des zionistischen Mädchenvereines „Libauu Frl. Lisa Knoll mit Gesinnungsgenossin D. Schlesinger, Polangen ..................... 5.— Sammlung Dr. Samuel Jodidi im Dorfe Staroje .... 25.— Ottynia : Gottlieb, Sternhell, Sofer k 0.20....... 0,60 Schmid und Neumann, Horodenka, Wette....... 1.— Ortsgruppe Mannheim: Dr. Regensburger anlässlich des . Ablebens seines Bruders Leo Mk. 25.—, Dr. Felsenthal 5.—, L. Wohlgemuth 5.—, Julius Simon 11.30, Gertrud und Hedwig Moses anlässlich ihrer Genesung 10.—, Gesammelt beim Vortrage des Herrn Dr. Fried-

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