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Die Welt · 1903-08-07 · 32 (7.8.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
32 (7.8.1903)
Article
Juden in Kroatien-Slavonien
Date
1903-08-07
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „f»ie Welt" Kr. 32 13.488 0.72%, 1,879.011; 1890 17.261 0.79%, 2,169.154; 1900 20.032 0,84%, 2,380.734. Die Königreiche Kroatien- Slavonien werden in acht Komitate eingetheiit, von denen auf das eigentliche Kroatien 5, auf Slavonien 3 fallen. Das Komitat Lika-Krbawa mit einer Einwohnerzahl von 209.241 Personen zählt 7 Juden. Im Komitat Modrus-Rijeka kommen auf 228.452 Personen 335 Juden, im Komitat Zagreb auf 541.242 Personen 4659 Juden, im Komitat Varasdin auf 280.859 Personen 1616 Juden, im Komitat Belovar-Krizevci auf 302.209 Personen 2271 Juden, im Komitat Pozega auf 220.361 Personen 2390 Juden, im Komitat Virovitica auf 243.101 Personen 5044 Juden, im Komitat Srymien auf 381.739 Personen 3894 Juden, zusammen in Kroatien-Slavonien auf 2,416.304 Personen 20.216 Juden. Interessant ist es zu beobachten, dass die fünf kroatischen Komitate bei einer Bevölkerungsziffer von 1,562.103 nur 8888 Juden zählen, wobei hervorzuheben ist, dass die Stadt Zagreb (Agram) allein über 3000 Juden beherbergt, während die drei slavonischen Komitate bei einer geringeren Einwohnerzahl (854.201 Personen) 11.328 Juden aufweisen. Den Grund hiefür bilden die Lebensverhältnisse, die Fruchtbarkeit des Bodens, der stärkere Handel und die grössere Industrie. In den Königreichen gibt es 515 Städte und Gemeinden, von denen 110 vollkommen „judenrein" sind, Jude» in der Zahl von 1—10 Personen leben in 147 Orten; 205 Orte weisen eine jüdische Bevölkerung bis zu 50 Personen auf. Bis je 100 Juden leben in 27 Orten. In 15 Orten gibt es Juden in der Zahl von 200—700. In einer Stadt leben 2000, in einer 3000 Juden. Am flachen Lande wächst die jüdkche Bevölkerungsziffer von Westen nach Osten. Im Westen, zum Beispiel in den Komitaten Modrus, gibt es 34, in der Lika 28, in Zagreb 27 judenleere Gemeinden, während dies weiter östlich bis Syrmien nicht zu beobachten ist. In Ost-Syrmien allerdings gibt es wieder 15 „judenreine" Gemeinden. Dieses Komüat ist fast ausschliesslich von Serben bewohnt, die durchwegs tüchtige Geschäftsleute sind. Die reichste jüdische Bevölkerung haben: Zagreb 3237, Osiek 2070, Varasdin 728, Zemun 646, Vukovär 513, Vinkovci 512, Brod 387, Pozega 327, Belovar 310, Nasice 249, Ruma 244, Krizevci 230, Virovitica 228, Daruvar 202, Slatina 201, Mitrovica 183, llok 174, Pakrac 187, Nova Gradiska 143., Drahovica 116, Inpjija 112. Die Juden in Kroatien-Slavonien sind zumeist Kauüeute, Geworbetreibende, Industrielle, Pächter, sind in allen gelehrten freien Berufen sehr stark vertreten; es gibt einige wenige Landesbeämte und einige aus Russland eingewanderte ackerbautreibende Juden. Die Juden sind zumeist nach 1848 aus Ungarn eingewandert, vielfach auch bedeutend später. J. Th. Altes von den Wiener Sozialdemokraten. Bei Besprechung der ReichsratsdQbatte über das Sonntagsruhegesetz leistete sich die Wiener „Volkstribüne \ das Organ des sozialdemokratischen Abgeordneten Schuhmeier, folgenden bezeichnenden Satz: „Als ein fanatischer Gegner der Sonntagsruhe entpuppt sich der sogenannte unabhängige Sozialist Abgeordneter Breiter. Vor allein ist er wegen der galizischen Juden, von denen ein grosser Teil ohnehin das ganze Jahr über nichts arbeitet, gegen jede Sonntagsruhe." Kommentar überflüssig. Polen m. K. Auszug aus dem Sitzungsprotokolle der Dobromiler jüdischen Kultusgemeinde vom 15. Juni 1903. Kultusrat Herr S. Löwenthal stellt den Antrag, tür die Opfer der Kischenewer Judenmetzeleien aus Gemeindemitteln den Betrag von Kronen 20.— an die israelitische Allianz zu schicken. Der Kultuspräsident erhebt sich und in eingehender Rede bekämpft er diesen Antrag. „Wir haben kein Geld*, ruft er mit Emphase aus, „für uns unbekannte, hunderte Meilen eutfernte Juden; es gibt Löcher in unserer Gemeinde genug, die wir kaum verstopfen können". Schliesslich wurde der Antrag mit allen gegen zwei Stimmen —- die des Heirn Löwenthal und des Stadtarztes Herrn Leon Brauner — niedergestimmt. Auszug aus dem Sitzungsprotokolle der Dubromiler j üdischen Kultusgemeinde vom 1. Juli 1903, Sekretär Herr S. Frey verliest den Einlauf: Vom Bürgermeisteramte, als Komitee des Mickiewicz- Denkmals, ist an die Kultusgemeinde eine Einladung zur Enthüllungsfeier des Mickie wicz-Mon um ents eingelangt. Die Gesichter der Versammelten werden sichtlich von edlem Stolze erhellt. Der Kultuspräsident erhebt sich und unter frenetischem Beifall stellt er den Antrag, korporativ an der Enthüllungsfeier teilzunehmen und K 20.— zum Kaufe eines Blumenkranzes zu bewilligen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Kommentar übe?flüssig. S. R. Pobromil (Galizien). Personalnachrichten. Die Advokaturskanzlei des Herrn Dr.Leopold Kahn befindet sich ab 1. August VII., Neubaugasse 11, Ecke Richtergasse. Telephon 6589. — Gg. Henryk Schönwette r-Krakau wurde an der Universität daselbst am 30. Juli zum Doktor jur. promoviert — Der jüdische Gesangverein „Schir Zion" in Wien beklagt den Verlust seines Chormeisters, Prof.Franz Jo3ef Loewenstamm, der Donnerstag den 30. Juli plötzlich verschied. Der Verblichene war eine gesellschaftlich sehr beliebte, offiziell wiederholt ausgezeichnete Persönlichkeit, von grossem Rufe als Musiker. Er war ein guter Jude. Im Namen des Vereines sprach der Obmann L. Sitzmann am Grabe tiefgefühlte Abschiedsworte. Berlin. (Zionistische Vereinigung.) Am 30. Juli verstarb nach langem Leiden Herr Herrmaon Gabriel. Der Vorstand der Berliner zionistischen Vereinigung betrauert in ihm einen treuen und selbstlosen Mitarbeiter, der im Dienste des Zionismus keine Anstrengung scheute. Insbesondere beschäftigten den Verstorbenen die Verbreitung des Zionismus unter den Kaufleuten,sowie der Ausbau des Nationalfonds. Er hat auch als Delegierter von Posen—Land regen Anteil an den Verhandlungen des fünften Kongresses genommen. Am 9., Ab wurde er unter allgemeiner Teilnahme zu Grabe getragen. Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. Grosse Choral Synagoge in Simferopol . Verein „Dorschei Zion" in Rascbjcow . . Die Einwohner von Ossipowitschi und der Besitzer J. Riwkin als Dank an den gewählten Schiedsrichter Hr. Paltiel Katzenslsohn aus Bobruisk für eine zur Zufriedenheit aller geschlichteten Differenz zur Eintragung desselben........ Der Besilzer von Ossipowitschi J. Riwkin und die Einwohner dieses Ortes als Dank an den gewählten Schiedsrichter, Hr. Josef Sourie aus Bobruisk, für eine zur Zufriedenheit aller geschlichteten Differenzen zur Eintragung desselben . ... . . . Verein „Agudas Hazionim" in Schlobin, durch A. M. Schermann..... Hr. Ch. Sch. Rosenholz in Wilkowischky lässt den 6. Zionistenkongress eintragen . . . :........ Geulath Hoore*z in Elisabethgrad durch M. D. Maslikowsky . -...... Bnoth Zion in Baku durch S. A. Bronstein............. Poale Zion in Tyraspol durch B. Schwarzmann ............. Baith Hachnesses in Gulaipol durch J. S. Manda............ Bnei Zion in Michailowka durch den Hameliz............. Kronen 254.— 239.40 252.- Pf. Sterl. Kronen 252.- 10.- 252.- 252.- 252.- 240.- 240.- 252.- f\us de* J|ei&e§<ii)ä- Gedenket des Sehekels! Mitteilungen des innerösterreichischen D.-K. Das D.-K. hat folgende Herren zu Wahlleitern bestimmt : Wahlkreis Bezirk Wahlleiter L I. Dr. S. Landes berger IL II. M. Ehrlich III. IL Norb. Rappaport IV. IL u. XX. Dr. Grünwald V. III.—V. M. Markus VI. VI. u. VII. Dr. Mart. Engländer VII. * „ „ Dr. S. Frankel VIII. VIII. u. IX. Dr. E. M. Zweig IX. » „ „ Dr. J. Schalit X. Baden, Mödling, Pottenstein, Berndorf, Schwarzenau, ErsalzmaDn Rudolf Pick Zellermayer Josef Knebel G. Planer jur. J, Huss Jofef Denker Wilh. Gehorsam jur. M. Lederer med. J. J. Grube

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