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Die Welt · 1903-07-31 · 31 (31.7.1903) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
31 (31.7.1903)
Article
Das goldene Buch [Nachricht]
Date
1903-07-31
Page
12 (sequence 1)
Language
German
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Seite »2 „Die & Welt" Nr. 31 Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. „Comitetul Federatiuni a Zionistilor din Romania" in Galatz zur folgenden Eintragung: Die Leser der „Egalitatea" aus Bukarest zur Eintragung des Herrn Dr. Jakob Niemirower, Rabbiners der jüdischen Gemeinde in Jassy..... Lei 274.50 „Bnei Zion* in Zwaniez..........Kronen 252.— „Jüdischer Frauenverein" in Prag.....Kronen 240.— „Bnei Zion" in Dwinsk, zum sechsten Jahre seines Bestehens und zum Andenken an seinen verewigten Sekretär S. Mastez................Kronen 240.— „Cardin0 Dorshei Zion Association8 .... Pf. Steri. 10.— Dora Szapiro in Wolkowysk für den Verein „Bnoth Zion"..............Kronen 240.— Von den im Hause des Herrn Aron Diskin in Roslawl betenden Juden ... «... Kronen 252.— Die Jeletzer Zionisten zur Eintragung des Herrn Dr. Bernstein-Kohan, in Erinnerung seines Besuches am 16. Juni 1903.................. Kronen 240.— Zionistenverein in Kokand, zur Eintragung des Präsidenten Gerson, Sohn des Josef Syrkin.................Kronen 252.— Hüs dcF J$e^e$tii)j|- Gedenket des Schekels! Voranzeige. Wien. („Verein jüdischer Handelsangest e 111 e r".) Samstag den I.August findet um präzise 8 Uhr in Vereinslokale, IL, Stephaniestrasse 8 eine Vorlesung des Gg. Samuel Strauss: „Dr. Kohn" von Max N o r d a u statt. Regiebeitrag 20 h. Gäste willkommen. Wien. Dienstag, den 4. August 1903, 8 Uhr abends, findet im Cafe „Neptun", XX., Mathildenplatz 7, eine öffentliche Versammlung statt. Referat: „Die Lage der Juden". Referent: Dr. Siegmund Werner.- Gäste willkommen. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Leopoldstadt", IL Stephaniestiasse 8 (Privatlokal). Mittwoch, den 5. August 1. J. Vereinsabend mit Rezitation aus Heinrich Heines Dichtungen von Gesinnungsgenossen Robert Orgel. Mit Rücksicht auf die Person des Vortragenden, der als Rezitator sehr bekannt und beliebt ist, wird zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet. Gäste herzlich willkommen. Wittingau. Im nächsten Monat veranstaltet die „Zidovska närodni omladina Zion" in Wittingau eine Akademie mit anschliessender Tanzunterhaltung zu Gunsten des jüdischen Nationalfonds. — Frl. Gusta Kohn aus Wittingau, Mitglied des Vereines hat sich mit Herrn Emil Blazek vermählt. Der Verein hat seinem beliebten Mitgliede gratuliert. Berichte. Wien. („Verein jüdischer Handelsangest e 111 e rtf, Wien, IL, Stephaniestrasse 8.) Stellenvermittlung. Gesucht werden : Platzvertreter Galanteriewarenbranshe (Buchbinderei etc.) für Wien, eventuell auch gegen Fixum. Buchhalter für ein Bankgeschäft. Deutscher und böhmischer Korrespondent. Stenograph. Kommis für Manufakturwarenbranche. Kommis für eine Tuchhandlung. Laufbursche. Schriftliche Offerte sofort an Herrn Alfred Neumann, IL, Weintraubgasse 19. Wien. „Bar Kochba" Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien. Die Ferialleitung der Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar Kochba" in Wien, hat med. Joachim Gr ü bei, Wien, XX., Klosterneuburgerstrasse 1, Thür 10 übernommen, an welchen alle Zuschriften zu richten sind. Göding. Das Ergebnis der am 17. Juli in der jüdischakademischen Ferialverbindung „Gamala" stattgefundenen Chargenwahlen ist folgendes: stud. jur. Jacques Kornfeld, Präs., stud. ing. Leopold Eisinger, Vizepräs., stud. ing. Viktor Kohn, Schriftf. Prossnitz. Neugründung: Ferialverein jüdischer Hochschüler „Giskalah". Ausschusswahlen: Präs. ing. O. Stern, Vicepräs. ing. R. W o 1 f, Schriftführ. jur. D. Berthauer, Mährisch-Ostrau. (Chargenwahlen der jüdischakademischen Verbindung „Hasssiana"): cand. ing. F. Löwy, Präsident; cand. ing. F. Goldschneider, Vizepräsident; cand. ing. M.Reicher Schriftführer. Karlsbad. Wahlen des Einzelvereines „Zion* : Obmann: JUC. R. Neubauer; Obmannstellvertreter: jur. H. Low; Kassier: S. Gütig; I. Schriftführer : j ur. Otto T e i n o w i t z; II. Schriftführer : B. Kohn; Bibliothekar: R. Seligmann; Zeitungsverweser: S. Auerbach; Ersatzmänner: Leopold Spiegel, JUC. Franz Steiner, Richard Steiner. Gliniany. Herr Ch. L i p p a, Leiter der Baron Hirsch- Schule, wurde von hier nach Boryslaw versetzt. Er war als Schulmann hochgeschätzt und beliebt; zum Zeichen hiefür überreichte ihm eine Deputation der Kultusgemeinde eine Denkschrift. Seine grossen Verdienste um den Verein „Ahavath Zion" feierte dieser Verein in einem glänzenden Abschiedsbankett, wobei ihm vom Präses Herrn Pineles eine hebräische Adresse überreicht und Sammlungen zu seiner Eintragung ins goldene Buch begonnen wurden. Antwerpen. Die Antwerpener Zionisten hatten jüngst, am 27. Juni, einen sehr lieben Gast in ihrer Mitte, Herrn Dr. Alexander Marmorek aus Paris. Vor anderthalb Jahren hatte dieser unermüdliche Streiter für den Zionismus zum ersten Mal in Antwerpen gesprochen und man kann wohl sagen, dass der Aufschwung unserer Idee in Belgien von jenem bedeutungsvollen Vortrage her datiert. Der ausgezeichnete Bakteriologe hatte es verstanden, in viele noch schwankende Seelen das heilsame Serum des zionistischen Gedankens einzuimpfen, und die Wirkung zeigte sich auch bald in einem mächtigen Anschwellen zionistischer Tätigkeit. Dass der neue Besuch Dr. A. Marmoreks ein wahres Fest für die Antwerpener Zionisten bedeutete, bewies der Umstand, dass sich eine überaus zahlreiche, aus 400 Personen bestehende Versammlung in der „Salle de l'Harmonie" einfand, um den Ausführungen des Redners zu lauschen, der zwei ausserordentlich fesselnde Vorträge hielt, und zwar in deutscher Sprache über das Thema : „Sieben Jahre Zionismus" und im französischen über „Die Stellung der westeuropäischen Juden zum Zionismus". In der letzten Rede wies er auf die Aufgabe hin, die den Juden des Westens in zionistischer Hinsicht obliegt. Sie, die das Glück haben, als freie Bürger in freien Staaten zu leben, sollten ihre Intelligenz und ihre Energie in den Dienst dieser neuen Bewegung stellen. Sie sollten sozusagen die wissenschaftlichen Männer des Zionismus sein. Sie, die Bevorzugten, die bloä nach Hunderttausenden zählen, sollten den Millionen, die in der elendsten Lage verkommen und den blutigsten Verfolgungen ausgesetzt sind, zu Hilfe eilen, um die ewige Frage nach der Ruhestatt des ewigen Juden zu lösen. Sie sollten das Gehirn der Bewegung, ihre intellektuelle Kraft, und die Mitarbeiter an dem grossen Werke der Befreiung sein. In geradezu packender Weise stellte hier Dr. Marmorek eine Antithese zwischen dem an allen Errungenschaften der westlichen Kultur behaglich teilnehmenden Juden des Westens und dem unter den schwierigsten Verhältnissen sich behauptenden und dennoch ihren uralten Idealen treu bleibenden Juden des Ostens auf und es machte fast den Eindruck, als stünde der letztere, wenn auch nicht auf einen höherem, so doch zum Mindesten auf einem menschlich erhabeneren Niveau. Dann folgte die deutsche Rede, und die siebenjährige Geschichte des Zionismus überblickend, begann Dr. Marmorek mit der Wahrnehmung, wie sich das jüdische Volk wohl noch nie in einer so schweren Lage befunden habe, als heute. Trotz aller Aufklärung grinse uns die Fratze des Hasses, des alten Judenhasses, immer wütender entgegen. Vorgänge, wie in Kischenew, zeigten uns blos, dass der vermeintliche Fortschritt nur ein Firnis sei, den man blos abzukratzen brauche, um all das blinde Vorurteil zum Vorschein kommen zu lassen. Kischenew sei darum ein Menetekel, das uns zum Nachdenken zwinge, und dieses Nachdenken führe uns wieder zum Zionismus. Und der Redner erhob hier eine bittere Anklage gegen unsere Ahnen, die eben nicht an die Zukunft ihres Volkes gedacht, und uns diese schwere Aufgabe hinterlassen haben. Unsere Väter haben nicht vorausgesehen, dass man trotz der französischen Revolution den Hass nicht aus der Seele werde reissen können, und diesen Mangel an Voraussicht müssen wir jetzt büssen. Wir aber wollen nicht denselben Vorwurf unserer Kinder auf uns laden, und daher für unser Volk ein Asyl schaffen, dessen Aufbau von unseren Vätern versäumt wurde. Ein

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