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Die Welt · 1903-07-31 · 31 (31.7.1903) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
31 (31.7.1903)
Article
An unsere geehrten Abonnenten! [Nachricht] / Die Welt <Administration>
Date
1903-07-31
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., TQrkenstrasst Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Perionen, londern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Tflrkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefs werden nicht angenommen und Manuscrlpte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction täglich von 10 — 7,12 Uhr. Preise der Anzeigen: laut aufliegendem Tarif. Der Inieratentheil wird Dienstag abends geschloisen« Einzelne Nummern 30 Heller. Für das RftTIMffilWAiflA " Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.- UUAUßöpiülöG . Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig; Mk. 3.45, England Nr. 31. Wien, 31, Juli 1903 — 7. Ab 5663, 7. lahrgang An unsere geehrten Abonnenten! Während der Kongresszeit wird in Basel eine tägliche Separatausgabe der „Welt" erscheinen, die in umfassender Weise die Kongressverhandlungen publizieren wird. Wir wollen durch diese Separatausgabe, die unseren Abonnenten täglich unentgeltlich zugestellt werden wird, diese über die Kongressverhandlungen sofort in authentischer Weise informieren. Die neu eintretenden Abonnenten erhalten diese Separatausgabe ebenfalls gratis zugestellt. Die Redaktion und Administration der „Welt". An unsere Freunde und Gesinnungsgenossen. Unsere während des Kongresses täglich erscheinende Separatausgabo und deren unentgeltliche Zustellung an unsere Abonnenten wurden allseits mit grosser Freude begrüsst. Wir brauchen wohl nicht darauf hinzuweisen, dass die Herstellung dieser Extraausgabe und deren Gratis Versendung an die Abonnenten mit beträchtlichen Kosten verbunden ist. — Umso dringender müssen wir alle jene Abonnenten, die noch mit der Zahlung des Pränumeration sbeträges im Rückstände sind, ersuchen, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern, da wir sonst sowohl für die Zustellung der Wochenals auch der Separatausgabe keine Garantie übernehmen. Ebenso bitten wir unsere Freunde und Gesinnungsgenossen, nach wie vor Abonnenten für die „Welt" anzuwerben, denn eine Verbreitung des Zentralorgancs bedeutet in erster Linie die Verbreitung der zionistischen Ideen — und dazu bietet der Kongress und eine authentische Berichterstattung über denselben, wie wir eine solche durch die Separatausgabe bezwecken, den besten Anlass. Die Administration der „Welt". Zum neunten Ab, Zu den wichtigsten Bedingungen einer Volksexistenz gehört es, dass es seine Geschichte j)fle«t. Die richtige Kenntnis seiner Stammes- und Volksgeschichte im Kreise eines Volkes umschliesst alle Glieder -desselben mit einem unsichtbaren, aber desto stärkeren Einigungsbande. Sie kräftigt sein Volksleben im Innern und gewährt ihm nach Aussen hin eine Festigung, wie sie äussere Machtmittel nicht ersetzen können. Ein Volk, das seine Freudenfeste würdig feiert, fühlt sich nicht nur eins in der Begeisterung für vergangene grosse Tage, es wird in dieser Einigkeit des Volksgefühles auch die Kraft finden, die Errungenschaften dieser vergangenen, ruhmvollen Zeit behaupten zu können. Ein Volk, das seine Nationaltrauertage würdig und ernst begeht, fühlt sich nicht nur eins in der Trauer um entschwundene Grösse und Selbständigkeit, es wird vielmehr aus dem Bewusstsein dieser Einigkeit eines ganzen "Volkes die Hoffnung schöpfen, das Verlorene wieder einzubringen. Gilt dies von den Völkern, die sich einer nationalen Selbständigkeit erfreuen und auch von solchen, die zumindest territorial vereinigt sind (Polen, Finnen), um wie viel mehr tut dem jüdischen Volke das geistige Einigungsband seiner Geschichte not. Seines Heimatlandes beraubt, in fünf Weltteilen zerstreut, muss das jüdische Volk jedes Moment seiner Geschichte aufgreifen, das die Gemeinsamkeit seines Schicksals dokumentiert und das geeignet ist, eine Gemeinsamkeit seines Fühlens hervorzurufen. Ein solches wichtiges und in seinen Folgen, höchst verhängnisvolles Moment in unserer Volksgesehichtc ist das zweimalige Zusammenbrechen unserer Staat!ichkeit am <>. Ab. Der Monat Ab des jüdischen Kalenders ist für uns in umso traurigerer Erinnerung, als unser Volk zweimal in diesem Monat von dem grössten Unglück' ereilt wurde, zweimal in diesem Monat zum Wanderstabe greifen musste. Und diese Wiederholung erhöht nur noch die Tragik unserer Geschichte. Hat es doch den Anschein, als wäre es des jüdischen Volkes Schicksal, unter den Völkern nur die Bolle des Geduldeten innehaben zu können, scheint es doch, dass sich das jüdische Volk nicht dauernd eines eigenen Heims erfreuen solle. Und wahrlich, gross, sehr gross war das Unglück, das das jüdische Volk mit dem Verluste seines geistigen und weltlichen Mittelpunktes betraf. Der Tempel zu Jerusalem bildete ein Band, das die Juden Palästinas, Aegyptens, die der persischen und parthischen Provinzen fest zusammenhielt, und ihnen ein Gefühl der Stärke verlieh, das sie zum äussersten Widerstände befähigte. Dieses Gefühl der Einigkeit und der Stärke ging am 9. Ab verloren.

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