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Die Welt · 1903-07-24 · 30 (24.7.1903) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
30 (24.7.1903)
Article
Ein neues Heinebild
Date
1903-07-24
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 30 M* & Welt34 Seite 13 Besitze des Bankiers Karl Simons, eines Enkels der Charlotte von Geldern. Das Bild, eine Lithographie, ist seit vielen Jahren im Besitze der Familie Simons. Es zeigt einen kräftigen Mann in jüngeren Jahren und ist das einzige Bild des jüngeren Heine, auf dem dieser einen Bart trägt. Das Bild dürfte in den Dreissigerjahren des vorigen Jahrhunderts in Paris entstanden sein. Im ganzen sind bis jetzt etwa 30 Heinebilder bekannt geworden. Eine Spende. Wie man dem „Hazofe" mitteilt, hat der jüdische Schriftsteller S. J. Hurwitz 5ÜÜ0 Rubel zur Gründung einer jüdisch -nationalen Hochschule in Palästina gespendet. Eine notwendige und erfreuliche Erscheinung, der wir bestes Gedeihen wünschen, ist die in Wien neu herausgegebtne Monatsschrift: „Arbeitende jüdische Jugend", Organ fdr die Interessen der jüdischen jagendlichen Arbeiter. (Sendungen an S. I n s 1 i c h t, IL, RembraQdtstrasse 34, ganzjährig 1 K 40 h.). Die erste Nummer (Juli) liegt uls vor. Sowohl die politischen Artikel, als auch der Nachrichtenteil und das Feuilleton entsprechen auf das Beste dem Bedürfnissen der interessierten Kreise. Das Blatt gilt selbstverständlich als Amtsblatt der einschlägigen Organisationen. Wir wünschen, dass unsere wackeren „Jugendlichen" auch auf diesem Felde ihrer guten Tätigkeit energisch unterstützt werden mögen. Eine Fabrik für jüdische Arbeiter. In Hannover wird die Gründung einer Zigarettenfabrik (Ges. m. b. H.) geplant, die solche jüdische Arbeiter beschäftigen soll, welche aus religiösen Bedenken am Sabbat und jüdischen Festtagen sich behindert fühlen, Fabrikarbeit zu verrichten. Demgemäss soll statutenmässig der Betrieb an den jüdischen Feiertagen ruhen. In einer Versammlung, welche zur Vorberatung der einer demnächstigen Generalversammlung zur Beschlussfassung vorzulegenden Statuten stattgefunden hat, wurden die einzelnen Paragraphen besprochen und eine Uebereinstimmung erzielt. Es sollen Aktien von je Mk. 50 gezeichnet werden. Das Grundkapital ist zunächst auf Mk. 5000 festgesetzt. Ueber drei Viertel der Mk. 5000 sind bereits gezeichnet. Schweizer Israelitischer Gemeindebund. Es ist ernstlich davon die Rede und dürfte in kürzester Zeit eine vollendete Tatsache werden, dass sich alle jüdischen Gemeinden der Schweiz zu einem gemeinsamen Bunde vereinigen wollen, welcher in allen die Juden betreffenden Angelegenheiten das entscheidende Wort ausgeben wird. Der Bund würde durch ein von den Delegierten der einzelnen Gemeinden gewähltes Zentralkomitee geleitet werden. Je 50 Mitglieder einer Gemeinde entsenden einen Delegierten. Der Bund will nur die p o l i t i s c hsozialen Fragen, 'aber nicht die religiösinternen verfolgen. In der Schweiz existieren 22 jüdische Gemeinden mit zusammen 12 500 Seelen. Ein Weltkongress der Rabbiner soll nach Berichten jüdischer Blätter am 9. August in Krakau tagen. Angeregt hat ihn Herr Rabbiner M. Cohen-Kairo. Der zweite Programmpunkt verkündet eine Versammlung in der Synagoge, zu der die Spitzen der Behörden eingeladen werden sollen. Hier wird der Vorbeter im Namen des ganzen Judentums und der Rabbiner schwören, dass die Beschuldigung des Ritualmordes falsch ist. Im allgemeinen bezweckt das Programm die Stärkung des gesetzestreuen Judentums. Die Ohrfeige. Im Sudrnährerbund sitzen einige reiche jüdische Assimilanten gegen hohe Platzgebühr. Bei jeder Generalversammlung stimmen mehr Delegierte für ihren Hinauswurf. Mit der grössten Sicherheit erscheint im Punkte der Tagesordnung, jedes Delegiertentages der Antrag auf Arisierung des Bundes. Also auch am 7. Juni. Dr. F o s s e k ist dagegen und expliziert „m formvollendeter, sachlicher Rede* die Angelegenheit, ist schliesslich für Ablehnung des Antrages und meint u. a.: „♦..überdies stehe es ja jeder Gruppe frei, es in ihrem Kreise mit der Judenfrage nacheigenemGutdünken und den Umständen des Ortes angemessen zuhalten." Also „Tut, wie Ihr wollt!" Ferner beruhigt Dr. Fossek mit dem interessanten Geständnisse : „Jüdischer Einfluss habe im Bunde nie irgend welche Bedeutung erlangt, auch sind Juden nicht m i t B u n d e s m i 11 e 1 n u n t e r s t ü t z t worden.* Schliesslich nahm eine kleine in Judengeld verliebte Majorität den Antrag an, dass Anträge, wie der besprochene, erst in 5 Jahren wieder gestellt werden dürfen. Vorausgesetzt die Disziplin der mährischen Antisemiten haben also die mährischen Assimilanten 5 Jahre Zeit, sich von der Ohrfeige zu erholen. Ein Geschenk des Zaren. Der jüdische Bäckermeister Hirsch Frenkel in Kibarty, der seit Jahren Backware an die kaiserlich russische Küche liefert, hat, wie die „Ostdeutschen Grenzboten" schreiben, vom Zaren eine goldene Uhr und Kette mit entsprechender Widmung für den Gewerbefleiss erhalten. Ahes von den Sozialdemokraten. Die sozialdemokratische „Fränkische Tagespost" in Nürnberg leitet einen Artikel: „Zur neuesten Bernsteiniade' mit den Worten ein: „Wie Genosse Bernstein in talmudistischer Art neuerdings die Präsidialfrage für den neu zusammentretenden Reichstag behandelte, hat viel Staub aufgewirbelt." Nachtrag zu unserer Liste antisemitischer Badeorte. Neu sind in der Liste die Orte Wildbad und Königsfeld im Schwarzwald und Münchweiler, Regierungsbezirk Pirmasens. In einem den „Mitteilungen des Vereins badischer Israeliten" vorliegenden Prospekt des Luftkurortes Königsfeld wird nämlich nach Hervorhebung aller Vorzüge dieses Bades betont, dass die christliche Ordnung aufrecht (!) erhalten werden müsse und dass daher (!) Israeliten der Aufenthalt in Königsfeld nicht zu empfehlen sei. Eine aufgehobene Gewaltstaufe. In der Angelegenheit der ohne Wissen ihres Vaters getauften unmündigen Kinder Neiss hat vor einigen Monaten der Magistrat in Krakau die Taufe der beiden älteren Kinder als ungesetzlich, hingegen die des jüngsten für rechtmässig bestehend erkannt. Gegen die letztere Entscheidung hat der Vater des Kindes durch seinen Rechtsfreund Dr. Raphael Landau in Krakau au die Statthalterei in Lemberg rekurriert. Diesem Rekurse wurde stattgegeben und die Taufe dieser dreier Kinder als ungesetzlich erkannt. Die Kinder werden jetzt dem Vater durch das Gericht zugestellt werden, wenn sie nicht etwa wieder plötzlich unauffindbar sein sollten. Ueber die Mischehen in. Berlin werden folgende statistische Angaben gemacht: Es waren unter 19 138 heiratenden Männern 737 jüdische und. unter ebensoviel Frauen 605 jüdische. Bei den Juden wurden 615 Eheschliessungen zwischen Personen gleicher Konfession gezählt; von den 737 jüdischen Männern blieben hiernach 122 (= 17 Prozent), von den 695 jüdischen Frauen 80 (= 12 Prozent) übrig, die eine Frau bezw. einen Mann anderer Konfession heirateten. Personalnachnchtan. Ciesinnungsgenoesejur. Joeef Feingold („Kadimah", Wien) wurde Samstag den 18. d.M. zum Doktor juris und Gesinnungsgenosse phil. A. L. Schenker Dienstag den 21. Juli zum Doktor der Philosophie, beide an der Wiener Universität, promoviert. — Ebenso wurden die Gesinnungsgenossen cand. tbeol. S. Zimmels am 21. d. M. zum Doktor der Philosophie und cand. med. A. Kann („ Libanonia", Wien) zum Doktor der gesamten Heilkunde an der Wiener Universität promoviert. — Mittwoch den 21 Juli fand im Festsaale der Wiener Universität die Promotion unseres Gesinnungsgenossen Markus Satz zum Doktor der gesamten Heilkunde statt. Dollars Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. Josef Bankelson in Bloeinfontein (S. A.) . Pf. SterL Zionist Association „ ..... „ Dr. Swigel Posternak in Paris zum Andenken seiner am 2. Kislew 5(550 in Odessa verschiedenen Mutter .... „ Leon Broder in Buzen im Namen der „Juden aus Buzen" ......... „ Zionist Societies Cleveland,Ohio „Cleveland Ohio Pittsburg Zionists" . . . . . Birmingham Ala „Lovers of Zion" (A. J. Braun Secretary)......... „ Jacob de Haas, Presented by theDelegates to Mr. J. de Haas and used by him to record the happy days spent at the sixth Annual Convention of the Federation of American Zionists held at Pittsburg Pa June 7. 8. & 9. 1903 . . „ Verein „Gemilas Chesed" in Tomsk durch Dr. Herschkopf..........Kronen Verein „Poalim Bnei Zion" in Gross Tokmak........ ....... „ Verein der Krimer Juden in Krimtschaki „ Frau Sarah Wyszewianski anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter zur Ehrung des Andenkens ihrer verstorbenen Gatten Leib Wyszewianski in Lodz ..... „ English Zionist Federation zur Eintragung des Mos. Samson Esq. of Blaina ... „ Agudath Hazionim in Lida durch den Präsidenten H. Schein ynk....... . „ 10.- 10.- 10. - 11. - 50.- 50.- 62,- 252.- 252._ 252.- 240.- 240v-

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