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Die Welt · 1903-07-10 · 28 (10.7.1903) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
28 (10.7.1903)
Article
Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis
Date
1903-07-10
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 28 „Die s£ Welt" Seite 11 seure, 5 Glaser, 7 Goldarbeiter, 1 Gürtler, 39 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, 31 Hilfsarbeiter, 2 Hutmacher, 1 Kellerarbeiter, 2 Kellner, 4 Kutscher, 4 Laufburschen, 1 Lederzurichter, 2 Lehrlinge, 4 Magazineure, 2 Maschinisten und Heizer, 6 Metallarbeiter, 5 Monteure, 39 Schlosser. 25 Schneider, 2 Schriftsetzer, 4 Schuhmacher. 31 Spengler, 5 Tapezierer, 2 Taschner, 9 Tischler, 4 Uhrmacher, 2 Zeichner, 9 Zimmermaler, 1 Zuckerbäcker, tüchtige und verlässliche Hausbesorger, II. Klasse. Kaufmännische Angestellte: 4 Branntweinverschleisser, 28 Buchhalter und Korrespondenten., 107 Kommis diverser Branchen, 67 Kontoristen und Strazzisten, 2 Inkassanten, 3 Kanzlisten und Schreiber, 6 Manipulanten und Expedienten, 6 Platz-Agenten und -Vertreter, 4 Praktikanten, 11 Reisende. Weibliche Abteilung: 1 Bonne, 26 Kontoristinnen und Kanziistinnen, 12 Expedientinner! und Manipulantinnen, 1 Kassafräulein, 12 Praktikantinnen, 51 Verkäuferinnen, 10 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Klasse. Geistige Arbeit: 40 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 2 Lehrerinnen. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 4. Juli 1903 6687 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 3134 Vermittlungen in der I. Klasse (manuelle Arbeiter), 1553 in der II. Klasse (Handelsangestellte), 1868 in der weiblichen Abteilung und 132 in der III. Klasse (geistige Arbeit). Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein, Einladung zu dem am Sonntag den 19. Juli 1903 stattfindenden Gartenfest in Leopold Czerny's Gasthofgarten, Grinzing,, XIX., Grinzinger-Allee 50. Konzert einer beliebten Wiener Kapelle. Humoristische, ernste und Gesangs-Vorträge unter Mitwirkung der Theatersektion des Vereines jüdischer jugendlicher Arbeiter. Koriandoliwerfen, Gesellschaftsspiele. Schöllheitskonkurrenz mit 3 Damenpreisen. Im grossen Saale: Tanzkränzchen. — Zusammenkunft präzise 2 Uhr nachmittags. Stadtbahnstationen: Schottenring und Brigittabrücke. — Teilnehmerkarten ä 20 Heller (jugendliche Arbeiter 10 Heller) sind erhältlich im Cafe Blumschein, IL, Unt. Augartenstr. 19, im Cafe Körrrpf, XX., Jägerstr., und im Cafe „Zur Börse", Wipplingerstrasse. — Bei ungünstiger Witterung findet das Fest Sonntag den 26. Juli mit demselben Programm statt. Bei zweifelhaftem Wetter Auskunft im Vereinslokale, Stefaniestr. 8, und in vorerwähntem Lokale. Kollegen, Kolleginnen und Gesinnungsgenossen! Agitiert in Bekanntenkreisen für einen zahlreichen Besuch! * An die jüdischen Abiturienten und Absolventen der Handelsakademien sowie höherer Handelsschulen! Seit einigen Jahren hat eine gewaltige Bewegung das gesamte Judentum ergriffen, sie hat in einer ganz kurzen Zeit einen Siegeslauf vollbracht, wie er in der Weltgeschichte einzig dasteht. — Reich und Arm. Hoch und Niedrig scharen sich um das leuchtende Banner des Zionismus. Auch wir Kollegen, Angestellte des Handels und der Industrie dürfen nicht zurückbleiben. Schon längst ist das Monopol des Handels aus den Händen der Juden gerungen worden, schon längst müssen wir beim Postensuchen in harte Konkurrenz mit christlichen Angestellten treten und dass letztere gewöhnlich den Sieg davontragen, ist genügend bekannt. Der Antisemitismus verfolgt die Juden auf allen Gebieten, aber der Handel, das ist sein Steckenpferd; selbst diese Laiffbahn soll uns, wenn nicht total abgeschnitten, so doch ganz besonders erschwert werden. Und dagegen müssen wir uns schützen! Jüdische Abiturienten! Nebst vielen jüdischen Angestellten-Vereinen ist die „Fraternitas" gegründet worden, um die Interessen — sowohl Fachals auch nationale — der jüdischen Absolventen der Handelsschulen zu vertreten. Aus Handelsakademikern starke Juden, tüchtige Arbeiter in ihrer Sphäre auszubilden, die zionistische Idee überall und immer, bei jeder Gelegenheit zu vertreten, das sind unsere Ziele, und sie zu unterstützen, das ist eure Pflicht. Daher fordern wir euch auf, tretet bei zu unserem Vereine, kämpfet mit uns, Schulter an Schulter, der Lohn, die Entgeltung, sie werden nicht ausbleiben. ' Der Ausschuss des Vereines absolvierter jüdischer Handelsakademiker „Fraternitas14, Prag, Hotel Victoria, Aufruf an die jüdischen Abiturienten! Die Bielitzer zionistischen Abiturienten beabsichtigen am 18. Juli die Veranstaltung eines gross angelegten Kommerses. Damit derselbe sich zu einem würdigen, machtvollen Bekenntnisse zum Zionismus gestalte, ergeht an alle jüd. Abiturienten, insbesondere an die von Mähren, Schlesien und Westgalizien, der dringende Aufruf, denselben durch ihre Teilnahme tatkräftig zu fördern, da der Reinertrag den unglücklichen Blutzeugen von Kischenew zufällt. Jüdische Abiturienten! Wir fordern euch auf, für das Zustandekommen dieser Veranstaltung all eure Kräfte einzusetzen. Für das vorbereitende Komitee: Mannheimer Jakob, Geller Alexander, L ö w y Siegfried, Allerhand Salomon. PS. Zuschriften, Anfragen etc. sind sofort, spätestens bis zum 13. d. M., an Geller Alexander, B i e 1 i t z , Stegg. 14, zu richten. * Verein absolvierter jüd. Handelsakademiker „Fraternitas" Prag, Hotel „Victoria'4, Jungmannsgasse. Prag, Datum des Poststempels. P. T. Die soziale Lage der Handelsangestellten ist bekanntlich eine sehr missliche. Der Kampf ums Dasein wird täglich schwerer und besonders uns Juden werden alle möglichen Existenzhindernisse in den Weg gelegt. Da helfen keine Interpellationen, keine Protest Versammlungen gegen die wütenden. Angriffe des Antisemitismus. Bei uns, unter den Juden selbst, müssen wir Schutz und Hilfe suchen, die Juden müssen dem leidenden Volke, besonders aber der Juerend, eine Stütze bieten, um ihr bei Erreichung des Zieles behilflich zu sein. Der Verein, absolvierter Handelsakademiker Fraternitas" in Prag, der erste dieser Art in ganz Europa, obzwar erst kurze Zeit — ein wenig über ein Jahr — bestehend, betasstc sich eingehend mit dieser Angelegenheit und beschloss, eine Aushilfs- und Unterstützungs-Kassa für studierende bedürftige jüdische Hände 1 s a k a d e m i k e r sowie notleidende jüdische Handelsangestellte überhaupt zu gründen, eine Institution, welche die erste in der ganzen Monarchie, den armen jüdischen Handelsakademikern sowie Handelsaiigestellten eine Hilfsquelle bieten sollte. Den ersteren ihr Studium und Erreichung des Zieles zu ermöglichen, den letzteren im Falle von Stellungslosigkeit oder Erkrankung durch Darlehen oder sonstige Unterstützungen überhaupt zur Seite zu stehen. An der Gründung dieses Unternehmens teilzunehmen, für die jüdische Jugend. Hilfsauellen zu schaffen, der jungen jüdischen Generation ein Mittel zur Erhaltung zu bieten, dazu laden wir die geehrten Leser ein und bitten Sie. durch gütige Spenden beitragen zu wollen, dass unser Ziel sobald als möglich erreicht werde, dass unsere Institution je eher desto besser in Kraft treten und. ihre Tätigkeit beginnen könne — unterstützen Sie unser Beginnen, helfen Sie und der Dank Hunderter und Hunderter, das bleibende Andenken aller wird. Ihnen ewig gewahrt bleiben. Im vorhinein für Ihr freundl. Wohlwollen dankend, bitten wir gütige Geldsendungen an die Administration der „Welt" richten, zu wollen und zeichnen V e r e i n absolvierte r j ü d. H a. n d e 1 s a k ade ni i k c r „Fraternitas". * An die zionistische Studentenschaft Oesterreichs! Liebe Bundesbrüder! Am 30. Juni 1903 hat in Wien der erste jüdische Studententag Oesterreichs — von 19 Verbindungen und Vereinen beschickt — stattgefunden und hat den „Verband zionistischer Studentenkorporationen Oesterreichs" begründet. Wir alle haben bisher bei unseren Arbeiten unter der völligen Systemlosigkeit und Zerfahrenheit gelitten, wir alle wünschten „einen engeren Zusammenschluss der jüdischen Studenten zur gemeinsamen Arbeit im Dienste der zionistischen Idee". Wir zweifeln nicht, dass Ihr die Tatsache der erfolgten Gründung mit Freude begrüssen und. nicht zögern werdet, euch unserem Verbände anzuschliessen. Ihr werdet unsere Organisation stärken und euch jenen Rückhalt verschaffen, dessen ihr zur erfolgreichen Betätigung nicht entbehren könnt. — Beitrittsanmeldungen nimmt entgegen: Die Präsidialkorporation: Verein jüd. Hochschüler „Bar Kochba", Prag, Jerusalemsgasse 4.

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