Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 27 (3.7.1903)
- Article
- Wien [Nachricht] / Iwri
- Date
- 1903-07-03
- Page
- 20 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 20 „Die # Welt" Nr. 27 fall, der dieser Begrüssung folgte, bewies, wie sehr der Redner den Anwesenden aus dem Herzen gesprochen hatte. In Dietmayers Restaurant fanden zuerst Vorträge einzelner Mitglieder und Gäste statt und zwar von Herrn Fritz Lauf er, Emil Pick, Alfred Ehrlich, Leopold und Osias Kleiner. Hierauf folgte ein einaktiges Lustspiel: „Er muss taub sein", dessen Aufführung von Mitgliedern der Theatersektion des Vereines besorgt wurde. Der lustige Schwank wurde flott gespielt und war es vor allem Fräulein Hilda G o 1 d n er, sowie die Hrn. Rosental, Morgenstern und Baue r, die einen glänzenden Erfolg erzielten. Auf einer benachbarten Wiese wurden verschiedene Spiele arrangiert und abends fand im Restaurant ein Tanzkränzchen statt, wobei Kollege Löwy die Klavierbegleitung und Kollege Kleiner das Arrangement besorgten. — Selbstverständlich wurde auch des Nationalfonds und derKischenewer Opfer gedacht. — Die geschickte Ausführung dieser Veranstaltung hat unserer Sache sehr genützt. Vor der Rückfahrt wurde das bekannte Nationallied „Auf mein Volk" mit Begeisterung gesungen und blieb selbst auf Indifferente nicht ohne Eindruck. „Iwri". Wien. (Der Mädchen- und Frauen-Verein „Bikur-Chauli m") erhielt folgendes Schreiben: Löbl. Verein „ßikur-Chaulimu. In der Sitzung des Ehrendamen-Komitees der israelitischen Versorgungsanstalt vom 21. Mai 1003, wurde einstimmig beschlossen, dem verehrl. Vorstande des Vereines „Bikur-Chaulim" und ganz besonders jenen Damen, welche mit Wort und Tat unseren armen Kranken Trost und Freude spenden, den innigsten Dank des Ehrendamen-Komitees auszudrücken. Indem wir diese angenehme Pflicht erfüllen, bitten wir auch in Zukunft um Fortsetzung Ihrer segensreichen Tätigkeit und zeichnen mit verbindlichstem Danke im Namen unserer Kranken mit vorzüglichster Hochachtung für das Ehrendamen-Komitee der Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde Wien, den 3. Juni 1903, die Schriftführerin Rosa Zifferer, die Präsidentin Ida Diamant. Wien. Die Kultusgemeinde hat dem Turnverein „Zion" (Fünfhaus) eine Subvention von K 200 bewilligt. Pomorzany. Am 17. Mai fand in Pomorzany ein Zionistentag unter zahlreicher Beteiligung der Vereine aus den Städten Brzezany, Przemyslany, Glinjany, Zborow, Dunajow und Pomorzany statt. Herr Teller begrüsste die Versammlung mit einem hebräischen Gedichte uPSnrr D^TC- Zum Präsidenten wurde Herr Aren. M. Majb 1 u m-Brzezany, zu dessen Stellvertretern die Herren N a g e 1 b e r g-Zborow und T e 11 e r-Pomorzany, zu Schriftührern : für Hebräisch Herr H. F e 1 d - Brzezany, für die Landessprache die Herren Dr. E. Ebersohn- Brzezany und J. P a 1 1 e k-Przemyslany gewählt. — Es sprachen Herr M. L a u b g r o s s-Przemyslany über die hebräische Sprache, Herr J. W a 11 f i s c h-Pomorzany über die Stellung der Frau im Zionismus, Herr J. Grosskopf über die Ursachen der Untätigkeit einzelner zionistischer Vereine und die womöglicheAbhilfe dieses Uebels. Nach einer lebhaften Debatte wurden folgende Resolutionen angenommen : 1. reformierte Cheder a»:pin& on^in zu gründen. 2 Die Gründung hebräischer Kurse für Analphabeten und hebräische Sprachkurse im Kreise der Vereine (sngenannte j-nyis ^BttO zu veranlassen. 3. Sich an Herrn Professor Kellner zu wenden, damit er behufs intensiverer Pflege der hebräischen Sprache in den Hirsch- Schulen seinen Einfluss geltend mache. 4. Komitees für die Verbreitung hebräischer Werke zu gründen. 5. Die Gründung zionistischer Frauen vereine. 6. Für Bildung und Erziehung der Mädchen im jüdisch-nationalen Geiste zu sorgen. 7. Sich betreffs Bekämpfung eit er geordneten und regeren Agitation und zwecks Verwendung eines Teiles des Schekels für unentgeltliches Verteilen von Broschüren sich sowohl an das Landeskomitee als auch an das Distriktkomitee zu wenden. 8. Gründung eines Agitationskomitees. 9. Jeder Verein soll einen jährlichen Beitrag von 10 K zur Unterstützung der Nationalbibliothek ttmöH rra in Jerusalem spenden. Am Schlüsse wurde dem Vereine Zloczow die Missbilligung für sein Nichterscheinen und indifferentes Verhalten ausgedrückt. Ein Kommers und frohe Zionslieder beendigten den für Pomorzany denkwürdigen Tag. Krakau. II. ordentliche Generalversammlung des jüdischnationalen Frauenvereines „Ruth". Aus dem daselbst gebrachten Rechenschaftsberichte des Ausschusses entnehmen wir folgende Notizen von der Tätigkeit des'Vereines : a) Vortragende und Diskussionsabende: 1. Frl. Rosa Griffel:,, Makkabäer-Epoehe". 2. Herr Bul wa: „Darwinismus und die Philosophie".3.HerrS. Gottlieb: „Etwasvon Zionismus*. 4. Frl. Birkner: „Der Fall des jüdischen Staates". 5. Frl. Wetzl er: „Das Individuum und die Gesellschaft". 6. Frl. Emilia Griffel: „Das Interessante". 7. Herr Danziger: „Der Einfluss der Frau als Erzieherin". 8. Herr Dr. Goldwasser: „II. österr. Zionistentag*. 9. Frl. A. Silberfeld: „Der Jude in der polnischen Poesie". 10. Herr Rein hold: „Kant's Kritizismus". 11. Herr H erstein : Wassermann's „Die Juden von Zirndorf". 12. Fri. Eugenia Schern b eck (aus Bielitz): „Die Frau einst und jetzt". 13. Frl. Karolina Griffel: Die Ideale der Frauen0. 14. Hr. Berko wi cz : „Die Frau in den Gedichten Gordons'. 15. G.-G. Frl. Emilia Griffel: „Das Genie". 16. Herr B i e n e n s t o c k: „Heines und Börnes Verhältnis zum Judentum". 17. Herr Dr. Thon: „Die Grundlagen des Zionismus*. 18. Herr Dr. Landau: „Ueber die Entstehung der Religion". 19. Frl. F e 1 d b 1 u m : „Die Geschichte der Juden von der Zerstörung Jerusalems bis zum Jahre 476". 20. Herr Simon F e 1 d b 1 u m : Die nächsten Aufgaben der Zionisten". 21. Hr. Bienenstock: Die jüdische Frau und der Zionismus". 22. Frl. Wetzler:,, Das dritte Geschlecht". 23. Frl. Goldberger: „Die Geschichte der Juden in der Talmud-Epoche", b) Sektion zur Pflege der jüdischen Geschichte und hebräischen Sprache" c) Gründung der Bibliothek, d) Manifestation nach Aussen (Konzertabend), e) Agitationsversammlung, f) Geselligkeits-Abende. Die hierauf vorgenommene Neuwahl des Vereins-Ausschusses ergab folgendes Resultat: Frau Dr. Thon (Vorsitzende); Frl. Wetzl er Vertreterin); Frl. Michnik und Sussmann (Schriftführerinnen); Frl. F e 1 d b 1 u m (Kassierin); Frl. Mahler, Mohr, B a u m in g e r, Ti ef enbr unn und Goldberger, S k o n t o. - K o m m i s s io n : Frau Dr. Goldwasser, Frl. B e 11 e r und Oberleder. Küssow. Vorigen Monat referierte in der hiesigen Hauptsynagoge vor mehr als 1200 Zuhörern ein Delegierter der jüdischen akademischen Verbindung „Zephirah" in Czernowitz im Namen des „Europäischen Bundes jüdischer Studenten für die rumänischen Juden" über die Lage in Rumänien. Es wurde gemäss seiner Ausführungen eine Resolution angenommen, die die Solidarität der Versammelten mit ihrenrumänischen Brüdern und ihre Bereitwilligkeit ausdrückt, Aktionen zu deren Gunsten energisch zu unterstützen. Bobice. Hier wurde ein neuer zionistischer Verein „Aha was Zion", gegründet. Präsident ist Herr 5. Sohlender, Vizepräsident Herr L. Mais und Kassier Herr M. Ausstein. Radautz. Bei der am 24. Mai 1. J. stattgefundenen Generalversammlung der „Dorsche Zion" wurden folgende Herren in den Ausschuss gewählt: Dr. B ie r e r als Obmann, Is* M e n s c h e 1 als Obmannstellvertreter, B. Lehrer als Kassier, Mag. Tittinger als erster Schriftführer, Is. Tropper als zweiter Schriftführer, Sam. Harth sen. als Bibliothekar, Arn. O s t f e 1 d als Hausverweser, M. B.Mick, H. L u 11 i n ge r, F. F r ä n k e 1, Jakob Ziegler und M.Her er junior als Ausschussmitglieder. Czernowttz, Wir erlauben uns hiermit anzuzeigen, dass in Czernowitz ein neuer jüdisch-nationaler akademischer Leseverein „Emunah" ins Leben gerufen wurde. Sereth. Nach vieler Bemühung ist es unserem wackeren Gesinnungsgenossen Herrn Dr. J. Benkendorf gelungen, einen Verein „Zion" ins Leben zu rufen. Bei der am 14. v. M. abgehaltenen konstituierenden Generalversammlung und der am 18. v. M. abgehaltenen konstituierenden Ausschusssitzung wurde Herr Dr. J. Benkendo r f zum Präsidenten, Herr Dr. M. VVeidenfeld zum Vizepräsidenten, Herr Samuel Rapp aport zum Kassier, die Herren A. Pariser und M. Grün berg zu Schriftführern und Herr J. Jampolski zum Bibliothekar gewählt. In den Ausschuss wurden gewählt die Herren: Jakob Klausner, Kaiman Hecht, Moses Rosen berg, Emil G o t tl i e b, Seide Hutman und Nathan Janas. Mitgliederzahl bis jetzt 66. Düsseldorf. In Düsseldorf gab am 20. Mai in einer sehr gut besuchten zionistischen Versammlung Dr. Klee aus Berlin eine glänzende, eindrucksvolle Darlegung des zionistischen Gedankenkreises. Die unmittelbare Wirkung der Rede erhellt am deutlichsten aus den sofort wie auch in den nächsten Tagen erfolgten Beitrittserklärungen von Angehörigen aller Stände. In der anregenden Diskussion sprach unter anderen Rabbiner Dr. David, der, von der Unangreifbarkeit des Heimstättenprogramms ausgehend und die erziehliche Wirkung der Bewegung hervorhebend, den Zionismus allseitiger Unter-