Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 26 (26.6.1903)
- Article
- Die Studenten
- Date
- 1903-06-26
- Page
- 4 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 4 „Die # Welt64 Nr. 26 sehen heute ein, dass sie zumeist von dem einer wahrhaft jüdischen Verbindung vorgezeichneten Wege abgekommen sind; sie wissen sehr wohl, dass sie zwar auf ihrer Bude ihre Muskeln stählen können, ebenso gut sind sie sich jedoch dessen bewusst, wie blutwenig sie von dort aus dem eigenen Volke vereinzelt nützen können. Die zionistische Verbindung mag in Gottes Namen auch fürderhin der enge gesellige Kreis derer bleiben, die sich nach vergnüglicher Kameradschaftlichkeit und nach besonderer Rührigkeit der Muskeln sehnen! Nichtsdestoweniger, wo es gilt, die jüdische Nationalität und ihre Ehre an den Hochschulen zu schützen, jüdischnalionalen Nachwuchs zu erziehen, wo es gilt, der Welt zu zeigen, dass es eine geis,tj.ge Wiedergeburt des todgesagten jüdischen Volkes, d/iss es einen jungjüdischen Selbsterhaltungswillen gibt; dort wird die gesamte zionistische Studentenschaft eines jeden Reiches als ein einheitlich geleitetes und somit kraftvolles Ganzes auftreten! Eine Verbindung braucht sich nicht der andern zu unterordnen, nicht ein Verein dem andern, sondern ein gemeinsamer Studententag soll den Arbeitsplan vorzeichnen und ein jährlich^ gewählter Vollzugsausschuss soll die Regelung und Kontrolle der akademischen Tätigkeit handhaben. Nicht das Muskeljudentum allein ist das Wichtigste. Die geistige Tüchtigkeit der organisierten jüdischen Studentenschaft, die Kenntnis jüdischer Literatur und Kunst und ein auf seinem zionistischen Zielbewusstsein basierender Stolz müssten selbst den Widersachern imponieren. Hingegen darf sich das gegen Zion strebende jüdische Volk den Luxus noch nicht gestatten, seine besten, jungen Kräfte für Muskel- und Kehlendressur aufbrauchen zu lassen! Sollte sich eine unter zionistischer Flagge segelnde Verbindung endlich nicht bequemen wollen, auch ihren Tribut an wirklich nationaler Arbeit zu leisten, so bliebe dem Zionismus schliesslich nichts anderes übrig, als höflich zu bitten, jene Flagge abzunehmen, die uns dort so manche jünge arbeitswillige Kraft auf Abwege führen und absorbieren würde. Dr. Alfred L o e w y. Mitteilungen des österreichischen Landeskomitees. Der III. österreichische Zionistentag findet am 28. und 29. Juni (Sonntag und Montag) in Wien, I. Fleischmarkt, „Hotel Post", statt. Die Tagesordnung ist folgende : 1. Rechenschaftsbericht des österreichischen Landeskomitees, erstattet vom Obmann. 2. Kassenbericht, erstattet vom Kassier und den Revisoren. 3. Budget und Parteibeitrag. Ref.: Isidor Ge witsch - Baden. 4. Aenderung der Statuten des Verbandes „Zion" und Organisation der Distrikts-Komitees. Ref.: Dr. Max Bernhardt - Wien. 5. Agitation und Organisation. Ref.: Dr. Sal. Kren berger - Wien. 6. Gestaltung und Zukunft der österreichischen Kultusgemeinden: a) Programm. Ref. : Dr. E. M. Zweig- Wien. b) Taktische Fragen. Ref.: Kultusvorsteher Jul. B o n dy - Horowitz und Dr. Ludw. Goldwasser - Krakau. 7. Kulturelle Fragen. Ref.: Michael Berk o w i t z - Wien; Korref.: Gust. Bader- Lemberg. 8. Gründung eines Zentralorgans der österreichischen Zionisten und sonstige Partei presse. Ref.: Alfr. Weissberger-Wien. 9. Stellungnahme zum Kongress und seinen Organen. Ref. : Dr. J. W. M a r m o r e k- Wien. 10. Neuwahl des Obmannes, der Mitglieder des Landeskomitees und dreier Revisoren. 11. Bestimmung des Ortes für den nächsten Parteitag. Die Thesen der Referate und der Rechenschaftsbericht des Landeskomitees und der Distriktskomitees sind in der in 1000 Stück an die Distriktskomitees und Vereine versandten Nr. 1 der vom Landeskomitee edierten monatlichen Mitteilungen „Zion" erschienen. Die rückständigen Wahlergebnisse sind von den Vereinen unverzüglich dem innerösterreichischen Distriks-Komitee (Wien, IX. Türkenstrasse 9), behufs Uebermittlung der Legitimationskarte und Beglaubigung der Wahl durch den Legitimationsauschuss des Parteitages anzuzeigen. Im Kongressbureau (IX. Bez., Türkenstrasse 9) ist Freitag den 26. und Samstag den 27. von 9 Uhr früh bis 8 Uhr abends Permanenzdienst zur Erteilung aller gewünschten Auskünfte. Die G e s c h ä f ts o r d n u n g des Parteitages ist die gleiche wie in Olmütz und Bieiitz. Die Begrüssung der D e 1 e g i e r t e n erfolgt Samstag den 27., 8 Uhr abends im „Hotel G u t h", II. Stephaniestrasse. Die Beratungen im „Hotel Post" beginnen Sonntag morgens punkt 9 Uhr. Statt der üblichen Glückwunschtelegramme sind uns einfache Zuschriften, verbunden mit Spenden für den Nationalfonds erwünscht. Parteigenossen! Brüder! Auf zum III. österreichischen Zionisten tag, auf, dass er noch ehrenvoller für unsere Organisation werde als seine beiden Vorgänger. Hedad! Bisher angemeldete Delegierte. Das Interesse an dem diesjährigen Parteitage ist ein ausserordentlich reges. Die Delegiertenzahl dürfte die des Vorjahres bei weitem übersteigen. Bis 22. Juni sind nachfolgende Delegiertenwahlen dem i.-ö. D.-R. bekanntgegeben worden: Dr. Ludwig Goldwasser, Dr. Hermann Sy rop, Krakauer D.-K. Sina Aleksandrowicz, Mendel P a n n , Verein „Zion" in Krakau. Siegm. Stegmann, Jonas Kreppet, Lancut- Rzeszow. H. Beutler, A. Eisler, A. H e 11 e r, Kolin. Josef Eckstein, Karl P o r g e s , Eduard Rauscher, Rudolf Reichmann, Pilsen. Hugo Bergmann, „Bar Kochba", Prag. Julius S y r o p , Neumarkt Ludwig Markus, Kuttenberg. cand. mech. Lebensart, cand. iur. Josef H a s s , „Bar K o c h b a", Wien, iur. Josef M e i s 1, „Geulah", Olmütz. S. Deiches, Wien, IX. Dr. Adolf B r y k , Löbel Taubes, Nadworna. Moses Schmidt, „Verein jüdischer Handelsangestellter", Wien. Moriz Bloch, „Achdus", Krakau. Siegm. Bergmann, Wien, I. B. Geiger, „Emunah", Bieiitz. Max Bienenstock, Simon F e 1 d b 1 u m , „Przedswit", Krakau. Gustav Röhn, Samuel I n s 1 i c h t, „Allg. jüd. Arbeiterverein", Wien. H. Schimmer, Rabbiner Dr. D. Fink, Einzelverein „Wien" des Zion. Dr. Max Bernhardt, Moriz Ehrlich, Innerösterr. D.-K. David H a s t e r 1 i k , „Jüd.-nat. Arbeiterverein", Wien. Josefine Kahane, Minna Baad, „Verein zionistischer Frauen und Mädchen" in Fünfhaus. Dr. Martin Engländer, Dr. Isidor S c h a 1 i t, S. E. Michelstädter (Ersatzmänner: Dr. Leopold Kahn, Dr. S. F r ä n k 1, Josef Denker), Einzelyerein „Mariahilf-Neubau". Samuel Bernhardt, S. M. Hönigsberg, Einzelverein „Fünfhaus". Löbel Taubes, Czortkow. Frl. Bertha Hermann, „Moriah", Wien. Frl. Gisela Röhn, „Bikur Chaulim", Wien.