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Die Welt · 1903-05-19 · 25 (19.5.1903) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
25 (19.5.1903)
Article
Jüdischer Wissensdrang [Nachricht]
Date
1903-05-19
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 4Die & Welt" Nr. 25 Bevölkerung ausmachen, so muss man zugebon, dass sie mit 544 Mittelschülern (9 13% aller) die Mittelschulen am stärksten frequentieren, in Agram besuchten im gleichen Jahre das Realgymnasium unter 531 Schülern 90 Juden, die höhere Handelsschule unter 101 Schülern 23 Juden, die Präparandie unter 147 Schülern 1 Jude und das Gymnasium unter 731 Schülern 73 Juden. J. Th. Antisemitismus bei den Buren. Das Blatt „Land en Volk" in Maocco (Transvaal) schreibt nach dem Krieg: „Die alten Läden sind wieder eröffnet und neue worden errichtet Die Geschäftsleute scheinen zu denken, dass die Buren reich oder bereichert aus dem Kriege zurückgekehrt sind. Es ist nur zu hoffen, dass das Geschäft einen mehr nationalen Charakter annimmt und wir allmälig von den nach Gold dürstenden Juden erlöst werden. Einigen von der alten Nation sind wir begegnet, die es mit dem Bur wirklich gut meinen, aber die grosse Masse frisst wie ein Krebsschaden am gesellschaftlichen Leben des Bürgers. Was aus dem Bur herauszupressen ist, weiss der Jude auch zu kriegen. Eduard v. Hartmann und die Juden. Bekanntlich galt Eduard v. Hartmann den Antisemiten lange Zeit neben D ü h - ring als derjenige Mann, der ihre Praktiken theoretisch begründet habe. Man kann auch dem Philosophen nicht nachsagen, dass er sich durch Vorliebe oder auch nur Gerechtigkeit gegen die Juden hervorgetan habe. Aulässlich der deutschen Reichstagswahlen hat nun Hartmann wieder einmal in einem Artikel seiner Meinung über die deutschen Juden Ausdruck gegeben. Man kann nicht behaupten, dass er trotz seiner Philosophie jetzt über die Juden richtiger denkt als früher. Dass er aber manches jetzt in anderem Lichte sieht als früher, erweist sich aus diesem Artikel zur Genüge. Er schreibt: „In der deutschen Judenschaft eine Gefahr für das Deutsche Reich sehen wollen, kann nur ein Gespensterseher. Wenn nicht die Sozialdemokratie noch eine Anzahl Juden in den Reichstag einführte., so wären diese dort schon nahezu ausgestorben. Keine der anderen Parteien wagt mehr, einen jüdischen Kandidaten aufzustellen, aus Furcht, eine Anzahl wertvoller Stimmen abzuschrecken; da scheint es kaum noch nötig, für den Wahlkampf gegen das Judentum mobil zu machen. Die jüdische Bevölkerung im Deutschen Reich ist von 1871 bis 1895 von 1,25 auf 1,19 v. H. herabgesunken. Die deutsche Judenschaft strömt mehr und mehr vom Lande und den kleinen Städten in wenige grössere Städte zusammen, steigt dort zu Wohlstand und Bildung auf und verliert damit die konfessionelle Beschränktheit, die das grösste Hindernis der deutschen Naturalisierung bildet. Die Zahl der Geburten nimmt mit dem Aufstieg zu Wohlstand und Bildung auch bei den Juden ab: die Zahl der Uebertritte und der Misch-Ehen, insbesondere die statistisch nicht nachweisbare Zahl jüdischer Kindertaufen nimmt zu. Bald dürfte der Punkt erreicht sein, wo die Zahl der Juden im Deutschen Reiche nicht nur relativ, sondern absolut abnimmt. Dies alles spricht Hegen die Fortdauer des politischen Antisemitismus, der sich bereits mehr und mehr umgewandelt hat, bei uns in Anti¬ Kapitalismus und Alldeutschtum, in Oesterreich in einen Ultramontanismus mit christlich-sozialer Färbung. Der Antisemitismus trügt Mitschuld an dem Vorrücken des Polentums, weil er die Juden in den polnischen Landesteilen, die die besten Bundesgenossen der Germanisierung waren, teils zur Abwanderung, teils zum Uebergang ins polnische Lager gezwungen hat. Die Judenaustreibungen haben den westeuropäischen Ländern ebensowenig zum Vorteil gereicht, wie die übermässige Judeneinwanderung den osteuropäischen Ländern. Deutschland und die Vereinigten Staaten scheinen gerade einen solchen Prozentsatz zu haben, wie er als Sauerteig dienlich und doch ohne Indigestion zu verdauen ist.** Spende der Chinesen. Wie verlautet, haben die Chinesen in San Franzipko eine Benpflzevorstelluner zu Gunsten der Kischenewer Juden veranstaltet. Auch in New-York taten sie dasselbe und der Reinertrag der Vorstelluner, der beinahe 300 Dollars beträert, fallt den Ki^chenewar Juden zu. Diese Spende ist eine merkwürdige Tatsache. Die gelben Chinesen scheinen zivilisierter und humaner als m an che europäische Nation zu sein. Publikation. Di^ bei der Tranerfeier für die Opfer von Kischenew im Tempel des IX. Bezirkes von Herrn Prediger Dr. Gel bh aus gehaltene Gedenkrede ist im Verlage von R. L ö w i t, Rotenturmstrasse 22, erschienen und zum Preise von 40 Heller — ausser Porto — zu beziehen. Das Reinerträgnis ist den von der Katastrophe Heimgesuchten gewidmet. Eine Ehrung Zangwills. Auf einem Bankett der „Compai/y of Stationers" in London, wo auch Mr. Z an g will als Ehrengast anwesend war, sprach Mr. John Murray pinen Toast auf Mr. Zangwill, in dem er xrntpr anderem Zangwills Arbeit für den Zionismus, ' der die allgemeine Sympathie verdiene, hervorhob. Ein ausgezeichneter jüdischer Bildhauer. Emanuel Hannaus aus Metz hat auf der Pariser Ausstellung für seine Gruppe „Dichter und Sirene* die grosse goldene Medaille erhalten. Das Werk soll im Museum Luxemburg aufgestellt werden. Personalnachrichten. Unser geschätzter Gesinnungsgenosse Dr. H. Schachtel-Breslau erfreute uns durch die Nachricht von der glücklichen Ankunft eines Sohnes. —• Unser werter Gesinnungsgenosse Rabbiner Dr. J. L. Landau, bisher Rabbiner in Manchester, ein Schüler des Wiener isr.-theol. Seminars, wurde einstimmig zum Rabbiner von Johannesburg gewählt. Frl. Sara Rabinowitsch, Mohilew, wurde in Freiburg i. B. an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät auf Grund einer Dissertation üuer „Die Organisation des jüdischen Proletariats in Russland" promoviert. Jüdischer Nationafonds. Das Goldene Buch. Feiga Jonis Söhne und Töchter zum Andenken an den verewigten Salomon Jonis aus Odessa...............Kronen 252.— The Central Comite of the Zion Association in Cleveland..............Kronen 240.— Frau Valentine Berger in Paris..... Kronen 252.— Agudas Hazioniom Leman Zion in Kupni . Kronen 241.80 Herr J. Kark in Johannesburg.......Pf. Sterl. 10.— B. T. Eydenow in Balachan (durch Herrn Ussischkin)..............Kronen 252.— „Chowewei Zion" Section Samuel in Giurgiu zur Eintragung des Herrn Dr. Max Nordau . . .............Pf. Sterl. 10 — Fräulein Basja Freid zur Eintragung des Vereines „Bnoth Zion" in Kalwarya (durch Gebr. Bachrach)........Kronen 240.— Richtigstellung. In Nr. 21 soll es statt Verein „Zeirei Zion Bonczany" richtig heissen Roncz^ny. Weiters soll es dort heiss'en Verein „Scharei Zion" in Schauten per J. M. J. M. Rubinstein Kronen 240.— und die jüdische Gemeinde in Wirbaien per Verein „Chowewei Zion" (resp. H. S. Dangelajcky) Pf. Sterl. 10.10. Mitteilungen des österreichischen Landeskomitees Parteigenossen! Gedenket der Opfer von Kischenew! Sorget für die Eintragung der Märtyrer ins goldene Buch durch wöchentliche Leistung von bloss 50 h. Der III. österreichische Zionistentag findet am 28. und 29. Juni in Wie n statt. Die Tagesordnung wurde bereits publiziert. Die Thesen der Referate und die Rechenschaftsberichte des L.-K. und der D.-K. erscheinen am 18. Juni in der Nr. 1 der vom L.-K. edierten monatlichen Mitteilungen „Zion4'. Die Wahlen zum Parteitag sind unverzüglich vorzunehmen und ihr Resultat dem D.-K. (Wien, IX., Türkenstrasse 9) behufs Beglaubigung durch den Legitimationsausschuss des Parteitages anzuzeigen. § 17 des Bielitzer Org. - Stat. bestimmt hierzu: „An dem Parteitage nehmen nur Personen von mindestens 20 Jahren teil, u. zw.: A. MitSitz und Stimme: 1. Die Mitglieder des L.-K., sowie 2 Mitglieder von jedem D.-K., 2. Die Delegierten der Vereine, u. zw. entsenden Vereine mit einer steuernden Mitgliederzahl von bis 50 einen, über 50—100 zwei, über 100—200 drei und über 200 vier Delegierte, bezw. deren Ersatzmänner. Jeder Delegierte führt nur eine Stimme, kein Mandat ist übertragbar. B. Mitbloss beratender Stimme: 1. Die Mitglieder des engeren A.-C, die österreichischen Mitglieder des grossen A.-C. und die restlichen Mitglieder des D.-K., 2. die Distrikts-Vertrauensmänner.' Parteigenossen! Auf zum III. österreichischen Zionistentag, dass er noch ehrenvoller für uns werde als seine beiden Vorgänger. Die Parteiblätter werden um Nachdruck dieser Mitteilungen ersucht.

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