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Die Welt · 1903-06-12 · 24 (12.6.1903) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
24 (12.6.1903)
Article
Nagyszombat [Nachricht]
Date
1903-06-12
Page
13 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 24 „Die s> Welt66 Seite 13 Magyszombat. Sonntag den 10. Mai veranstalteten die hiesigen Zionisten eine Agitationsversammlung. Vorsitzender Herr S.Diamant begrüsst die Anwesenden und setzte den Versammelten die Ziele und Zwecke des Zionismus auseinander. Die Festrede hielt Herr Adolf R e i c h e n th a l, Mitglied des ung. zionistischen Landes¬ Komitees. Die Versammlung wurde durch das Erscheinen Sr. Ehr w. Herrn Oberrabbiners Stein erfreut, der sich mit den Tendenzen des Zionismus einverstanden erklärte. Nyitra. Zufolge der kräftigen Initiative des hiesigen zionistischen Vereines veranstaltete die jüdische Gemeinde eine Sammlung für unsere geplünderten Volksgenossen in Kischenew, deren Erträgnis mehr als 1300 Kronen betrug. Hierzu steuerten die Gemeinde, die „Chewia Kadischa" und der Gemeindepräses Herr Josef Engel je 200 Kronen bei. Die Sammlung des zionistischen Vereines betrug allein 150 Kronen. Am 15. Ijar eröffnete der Verein „Ahawath Zion" seine Bibliothek. Dieselbe bietet dem Pubikum ausser einer reichhaltigen Sammlung Judaica auch zehn jüdische Zeitschriften. Um dem eigentlichen Zweck der zionistischen Vereine, der Propaganda unserer heiligen Idee eher gerecht werden zu können, ist die Bibliothek für jeden Bar-Jiszrael offen, Nach Besiegung eines heftigen Widerstandes seitens der Gemeindeleitung gelang es dem zionistischen Gemeinderepräsentanten durchzusetzen, dass in den Synagogen auch Spenden für den Nationalfonds entgegengenommen werden. Bern. Das Ergebnis der Chargenwahlen der jüdischnationalen Studentenverbindung „Kadimah'-Bern für das Sommersemester 1903 ist: J. M. Salkind, phil., Präs.; M. VVarzelmann, ehem., Vizepräs.; S. Mehier, jur., Schriftf.; S. M. Miil n er, Bibliothekar. Die Verbindung gibt allen A. H. und Freunden bekannt, dass ihr Mitglied und gewesener Zweitchargierter S. Krauss aus Tökes- (Jjfalu (Ungarn) am 27. Mai d. J. an der Universität Bern zum Doktor der Philosophie mit der Note „magna cum laude" promoviert wurde. Berlin. (Freie Verbindung „H a s m o n a e au.) Das Resultat der Chargierten wähl ist: ehem. Rosenberg Präsident; phil. O. Hilf Vizepräsident, phil. O. Treidel Schriftführer. Mittweida. Der Verein „Jü discher Te chniker" feierte am 29. Mai 1. J. das Fest seines einjährigen Bestehens. Nach langjährigen, unausgesetzten Bemühungen war es endlich gelungen, die offizielle Erlaubnis für einen jüdischen Verein einzuholen. Schon vor mehreren Jahren indes existierte hier ein solcher, der aber polizeilich geschlossen und dessen Bibliothek beschlagnahmt wurde. Es galt also das Werk von neuem zu beginnen. Und, wie das verflossene Wirkungsjahr zeigt, fiel der Samen auf nicht ganz unfruchtbaren Boden. Der Verein, der anfangs mit finanziellen Schwierigkeiten viel zu kämpfen hatte, konnte schon in diesem ersten Jahre seines Bestehens eine ziemlich reichhaltige Lesehalle begründen und ist jetzt eben im Begriffe, seine Bibliothek in wünschenswertem Masse zu erweitern. Auch die während des verflossenen Jahres öfters veranstalteten Vorträge und Diskussionsabende riefen lebhaftes Interesse hervor. In der das Fest einleitenden Ansprache legte der Präsident, Herr J. Bojko, die Gründe für die absolute Notwendigkeit eines jüdischen Technikervereires von nationalen, allgemein bildenden und geselligen Standpunkten dar, und die allseitige Zustimmung, die er bei seinen Ausführungen fand, ist eine sichere Gewähr dafür, dass der Verein auch fernerhin seiner Aufgabe gerecht wird. Der Erlös aus dem Programmverkauf ergab für die Kischenewer Opfer zirka 30 "Mark. Focsani. Die jüngst zum Andenken an unsere unglücklichen Glaubensgenossen in Kischenew seitens des Vereines „Chovevo Zion" einberufene Versammlung nahm einen sehr feierlichen und ernsten Verlauf. Nachdem der Kantor in rührender Weise das a^mn na gesungen, bestieg Ehrwürden Rabbiner Dr. NachTdie Tribüne, um in hinreissender Beredsamkeit ein Bild der Schreckenstage von Kischenew zu entrollen. Die gefühlvollen Worte dieses hervorragenden Mannes hatten grosse Wirkung auf die Zuhörerschaft, Der Hinweis des Redners auf den Zionismus als einziges Mittel zur Lösung der Judenfrage wurde mit grossem Beifalle aufgenommen. Die Rede hatte auch grossen materiellen Erfolg. Alle Anwesenden spendeten nach Kräften für unsere unglücklichen Brüder in Kischenew. Auch in der Stadt wurde auf Anregung des Vereines „Choveve Zion Jehuda" eine Kollekte zugunsten unserer unglücklichen Glaubensgenossen veranstaltet, deren Ergebnis sich auf 800 Frcs. belief. Manchester Zion ist Association. Anlässlich des Schekeltages veranstaltete die Association am 10. und 17. Mai je eine Volksversammlung. Die Versammlung vom IG. fand in der „Labour Hall", Strangeways, im Arbeiterviertel, statt. Den Vorsitz führte Mr. Louis Kietz, ein altbewährter Zionist, die Rede hielt Gesinnungsgenosse Mr. M. Sh ire (London). Eine Resolution, die den Zionismns als einzige Lösung der Judenfrage anerkennt und seinen Führern Vertrauen ausspricht, wurde mit ausserordentlichem Beifalle aufgenommen. Neue Mitglieder wurden gewonnen, viele Schekel wurden verkauft. — Das am 17. folgende Massenmeeting in der „Derby Hall" versammelte eine kolossal zahlreiche Zuhörerschaft, Stadtrat Dr. Charles Dreyfus, Friedensrichter und Präsident des Vereines, präsidierte, Dr. J. M.Landau, Dr. M.Bernstein (London) und Mr. M. S h i re (London) gedachten in herzbewegender Weise unserer Märtyrer in Russland und sprachen beredt für den Anschlüssen unsere Bewegung. Der Vorsitzende sprach über die Einwandererfrage. Der Vizepräsident Mr. M. Robinson und Mr. J. Massel dankten den Rednern unter rauschendem Beifall. 400 Schekel wurden an diesem Abende verkauft. Rosa Kratnowska. Montreal. (Aus einem Briefe des Präsidenten der zionistischen Federation in Kanada.) „Ich freue mich, Ihnen weiter berichten zu können, dass der Zionismus bei uns immer grössere Fortschritte macht. Jüngst hat sich eine neue zionistische Vereinigung in Wapella konstituiert. Wapella liegt in der Provinz Assiniboia im Nordwesten von Kanada. Diese Neugründung ist umso bemerkenswerter, weil die Einwohner von Wapella ausschliesslich aus Ackerhauern bestehen, die von der „lea" dort angesiedelt wurden. Die Tatsache, dass die Kolonisten, die man in den fernen Nordwesten von Kanada gebracht hat, sowie sie in ihrer neuen Heimat angesiedelt sind, sich zum Baseler Programm bekennen, zu zionistischen Fondsbeisteuern, um einmal als Bauern in Palästina leben zu können, scheint mir von ganz besonderer Bedeutung. Ks beweist dies nur wiederum, dass trotz aller Anstrengungen der „Ica" die Augen aller Juden nur auf Palästina gerichtet sind. Kapstadt (Südafrika). Am Donnerstag, den 7. Mai, hatte der hiesige Verein „Bnoth-Zion14 einen vokalmusikalischen Abend in der Zionisten-Halle veranstaltet. Frau M. Zuckerln an n präsidierte. Der Zweck dieses Abends war, der bisherigen Schatzmeisterin des Vereines, Frau Joseph Shanban, vor ihrer Abreise nach Europa einen Abschiedsabend zu geben. Ungefähr 175 Personen beiderlei Geschlechts waren anwesend. Die Herren M. L. Genussow und Rev. Glushak haben glänzende Reden gehalten, worin sie unter anderem die Tätigkeit der Heldin des Abends auf dem zionistischen Gebiete in Kapstadt im allgemeinen und für das Gedeihen des Vereines „Bnoth-Zion" insbesonders dargelegt haben. Den musikalischen Teil des Abends hatten die Herren Ettman, A s p e w a d, Cohen, Professor Glushak und Fräulein Cohen in vorzüglicher Weise ausgeführt. Ein goldenes Zionisten-Medaillon mit einem dem Zwecke entsprechenden Texte wurde der Frau Shanban von dem Vereine „Bnoth-Zion" präsentiert, was die so geehrte Dame auch anzuerkennen verstand, indem sie 10 Pfund Sterling für den Nationalfonds geschenkt hat. Die allen hiesigen Zionisten und Zionistinnen, die dem heiligen Gedanken treu sind und gute Tat zu achten verstehen, wünschen Frau Shanban eine glückliohe Reise und baldige Rückkehr, damit sie ihre Tätigkeit in der uns teueren Bewegung mit noch mehr Kraft und Ergebenheit fortsetzen kann. C a d m o n L Johannesburg (Süd-Afrika). Am letzten Pessachtage fand in der hiesigen Zionistenhalle unter dem Vorsitze des Mr. S. G o 1 d r e i c h das erste jährliche Pcssachbankctt statt. Unter den Anwesenden befanden sich Mr. Harry S o 1 o m o n, Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft (Legislative Asscmbly) von Transvaal, Dr. A b e 1 h e i m , C o n i n und Reverend East, der den Segen sprach. Dieses Bankett, das erste dieser Art in Südafrika, legt für die rastlose und fruchtbringende Tätigkeit der Zionisten, und speziell der Herren Caplan Joffe, Chaimowitz, Trager, Judes, Josephson, Meskin und Guilaroff genügendes Zeugnis ab. Es wurden Toaste auf das Gedeihen der zionistischen Bewegung gehalten; Mr. Guilaroff wies darauf hin, dass es gerade Pflicht der Juden in Südafrika, im „Goldenen Lande" sei, die materielle Stütze des Zionismus zu sein, für ihre unglücklichen Brüder mit Rat und Tat einzutreten. Es wurden Toaste auf Dr. H e r z 1, N o r d a u und Marmore k gehalten. Die Sammlung für den Nationalfonds, die darauf stattfand, ergab eine Summe von 50 Pfund. Der allgemeine Eindruck, den das Bankett auf alle Zionisten und auf die Bevölkerung überhaupt gemacht hat, war ein überaus günstiger und anregender.

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