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Die Welt · 1903-06-05 · 23 (5.6.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
23 (5.6.1903)
Article
Sehr geehrter Herr Redakteur!
Date
1903-06-05
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „Dic. & Wettt* mW Versammlung ab, in welcher eine .bestimmte Resolution gefasst und über die Verhaltungsmassregeln der studierenden Jugend bei Judenexzessen beraten wurde.. Ausserdem fasste das Komitee den Beschluss, das Erträgnis des Abends zur Hälfte, für die Opfer zu verwenden. Infolgedessen haben sich alle Kollegen ohne Unterschied der Parteirichtung an der Verteilung der Karten beteiligt. Zwei Tage vor der Akademie wurde die Frage erwogen, ob es angängig sei, den Tanz vom Programm abzusetzen. Aus diesem Anlasse wurde gemeinsam mit dem Präsidium des-Vereines „Leo Pinsker" eine Beratung gepflogen und hier be^ schlössen:. Falls.ein Teil der geladenen Gäste auf die in dem Programm angekündigte Unterhaltung bestehe, müsste diese auch stattfinden. Dieser Beschluss wurde offiziell während des Abends mitgeteilt, als die Fragebezüglich des Tanzes erhoben wurde. Wir glauben darauf verzichten zu dürfen, aufdie Bemerkung desAAutörs über den empörenden Indiff erentis- - mus und die Teilnahmslosigkeit der degenerierten Jugend zu reagieren, aber es wandert uns, dass der Korrespondent, der mit einem bewundernswerten Scharfsinn verstand, Bundisten unter denjenigen zu erkennen, die die Unterhaltung verliessen* sich nicht genau über all die erwähnten Einzelheiten informierte und, über den hauptsächlichen Zweck, welchen das- Komitee verfolgte. Hochachtungsvoll Das Komitee des Vereines von Studenten aus Russland. . Wien, am 27. Mai 1903. An die P. T, Religionslehrer und Lehrer des HöbräisGhdn an > österreichischen Schulen! Auf dem III. Oesterreichischen' Zionißtentage, der am 28. und 89. Juni 1. J, in Wien stattfindet, wird ein Referat über „Kulturelle Fragen" gehalten werden, in welchem die Frage des hebräischen Unterrichtes an den Schulen unserer. Monarchie eingehend besprochen werden soll. Wir bitten daher diejenigen Herren Gesinnungsgenossen unter den hebräischen Lehrern, die zu diesem?Referat sich äussern wollen, uns ihre Wünsche und Anträge bis spätestens 15. Juni zukommen zu lassen. Die Herren Lehrer aus Galizien wollen sich an Herrn Gustav B a d e r, Lemberg, die aus den anderen Kronländern dagegen direkt an uns auf die nachstehende Adresse wenden. Das Oesterreiehische Landes.-Komitee, Verband „Zion* Wien, IX., Türkenstrasse Nr* 9. Korrespondenzen; Wien. Der Präsident und der Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde, die Herren kais. Rat K1 i h g e r und Dr. Alfred Stern, haben ihre Demission gegeben. Wenn es nicht gelingen sollte, die Herren zur Rücknahme der Demission zu bewegen, so dürfte Herr von Taussig in der Kultusgemeinde Alleinherrscher werden. Sammlung der Israelitischen Allianz zu Wien für die Opfer des Massacres von Kischenew. Das Gesamtergebnis hat bis heute einschliesslich der avisierten Beiträge ca. 120 000 Kronen erreicht. Unter den ausserhalb Wiens veranstalteten und der Israelitischen Allianz zugeführten Sammlungen sind, ausser den bereits mitgeteilten folgende zu nennen: Pr a g durch Herrn Dr. Arn. Rosenbacher, weitere Sendungen K. 3354, K. 1179*90, K. 1039 und K. 1770 (zusammen ca. 20000 Kronen). Triest, zweite Sendung K. 3500 (zusammen K. 7631), C ze r no wit z, erste Sendung der Filiale der Isr. Allianz K. 2000, Essegg und Filialgemeinden K. 1318 (darunter vom Slav* allgem. Spar- und Aushilfsverein und von der „Union—Dampfmühl-Aktiengesellschaft je K- 100, von Kultusvorstand Dr. H. Spitzer, Jos. Kraus Söhne, Sorger, Weissmayer u. Co., Ungenannter, I. N. Schulhof u. Djakovärer Walzmühle A.-G. je K. 50, von S;- Köstenbaum, Otto Fellner und Franz Weiss je K. 25, von der Essegger Spargenossenschaft, Sal. Schwarz, Brüder Berger, Rud. Ungar u. Söhne, Bela Springer, Herrmann u. Weiss, Ludwig Frankl, Sam. .Berger, Dr. Wilh. Winter,. Is. Frank je K. 20 und diverse kleinere Spenden,, ferner aus Valpo K.. 33^ aus Dalja K. 28, aus Cepin K. 38); Nach od (durch den Kultus vorstandgesammelt) K- 900, U n g.-H r a d i s c h K. 621, Zn a ira K. 610, N1 kolsburg K. 600, I glau K. 600, Kultusgemeinde K. 200* Chewra Kadischa K. 200. Frauenverein und Tempelgesangverein je K. 100, Te plitz (M. Blochs Söhne) K. 4Q0,. S t a nislau K. 360, Spalato (durch Violetta Goldstein .und, Giuletta Stock) K. 354.20, K ö n i g i n h o f .K. .302, J u n g b u n zf 1 au K. 300, L u.n d e n b u r.g K. 276, S t.. P öl t e n und* Caslau, je K. 240, tachau. K. 233.90, Bi.sc hof t ei n ii.zt R. 203, Bisenz K. 200; Hohen'.ems K. 197, Deutschbröd K. 192, U n g,-B r o d K. 174, T r i e seh K. 174, 1 r e b Us c h K. .183, Slatina (Sfavonien) K. 161, N e u,t i t s c h e i n K. 150, B e 1 o v ä r K. 114. Wien. Ata %. Juni-fand im Bethause des Vereines „Ösen Chesed", Ii; Schifiiamtsgasse Nr". 5, Maskir für die in Kischenew hin gemordeten Brüder statt. Herr Professor Dr. Lie b r eich hielt eine ergreifende Rede, Beim Verlesen der Thora wurden für. die unglücklichen Witwen und Waisen Spenden gesammelt. Die Vereinsleitung wird in einigen Tagen die Beträge an die Redaktion der „Welt" abführen. Weltezkay 18; Mai 190& Die Kischenewer Untaten haben auch hier ein schmerzliches Echo geweckt. Samstag den 16. Mai fand über Einberufung des Herrn Moritz Schaefer eine stark besuchte Versammlung von jüdischen Bürgern aller Parteien statt, bei welcher Herr Rosenzweig dasReferat erstattete. Die Versammlung beschloss nebst einer entsprechenden Resolution als schwachen Beweis ihres Mitfühlens für die unglücklichen Brüder in Wieliczka und Umgebung eine Sammlung einzuleiten, deren Ergebnis nebst dem Ausweise der Spender der Redaktion der „Welt" behufs Weiterleitung nach Kischenew einzusenden sei» Mit der Veranstaltung der Sammlung sind die Herren: M. Schaefer, S. Rosenzwei g, J. Schinagl, I. Lac und A. Hirsch betraut worden und wird das Ergebnis demnächst veröffentlicht werden. Berlin. Auf geringer geistiger Höhe standen zwei Versammlungen,-die im Laufe der letzten Woche in Berlin stattfanden. . Zunächst hielt der Hilfsverein eine Versammlung ab, in welcher die Herren - Justizräte Cassel und Herr Berge! die Ziele des. Hilfsvereines klarlegten. Der Name des Herrn Justizrat Cas^eJ als Vertreter spezifisch, jüdischer Interessen; zieht in Berlin nicht aus Gründen, die wir hier unerörtert lassen wollen. Vielleicht findet der Hilfsverein doch für spätere Veranstaltungen Vertreter, von denen anzunehmen ist, dass, wenn sie den deutschnationalen Standpunkt denn wirklich so sehr betonen, sie wenigstens der jüdischen Konfession auch in ihrem Familienkreise mehr Geltung verschaffen als gewisse; Leute. Uebrigens hat der Hilfsverein für Kischinew 10 000 Mark bewilligt und er lässt gleichzeitig in . den Tageszeitungen grosse Aufrufe,: ebenso wie auch die Allianz. Desgleichen erlassen die „Jüdische Rundschau" und der „General-Anzeiger" Aufrufe zu Sammlungen. Die zweite Veranstaltung war eine Versammlung, in welcher Herr Oskar Berlin aufgefordert wurde, die Demission als Repräsentant zurückzunehmen. Wir sind der Ansicht, dass Herr Berlin, keine Veranlassung hatte, sein Mandat niederzulegen; wenn er es aber einmal getan hatte, und man wollte die Sache redressieren, so hätte man es anders anfangen müssen als durch eine sozusagen unte Ausschluss der Oeffentlichkeit tagende Versammlung, inszeniert von einem namenlosen Komitee, Die ganze Sache machte den Eindruck der Veranstaltung einer Clique, nicht aber einer ernsten Veranstaltung, die sich an die grossen Massen der jüdischen Wähler wendet. Den Vorsitz der Versammlung führte Herr S. Wedell. Sapienti sat. Im Interesse des Herrn Berlin hätten wir gewünscht, dass die Sache unterblieben oder aber in würdigerer Weise vor sich gegangen wäre., Brüssel. (B es u c h desLondon erLo rdra a y o r s.) Lord Markus. Samuel und Lady Samuel, die mit.mehreren hohen Londoner städtischen Beamten der Einladung unserer Stadt-: Verwaltung zum Besuch Brüssels gefolgt sind, haben ausser den offiziellen Ehrungen auch von Seiten der hiesigen jüdischen Bevölkerung viele Ovationen empfangen. Der jüdische Klub hat dem Lordmayor und seiner Gemahlin eine prächtig ausgestattete Adresse überreicht, die nach einer ausführlichen mit Bibelstellen geschmückten Huldigungsrede eine Anzahl stimmungsvoller hebräischer Verse aufweist. Der Lordmayor wurde, von dem jüdischen Klub zum ständigen. Ehrenmitglied ernannt. Die Adresse zeigt auf ihrem Einband die vereinigten Wappen der Städte London und Brüssel und einen Bibelvers in hebräischer Sprache. Die hervorragendsten jüdischen Familien Brüssels haben die englischen Gäste auf das Herzlichste aufgenommen.. König Leopold hat Sir Markus Samuel zum Kommandeur des Leopoldordens ernannt. Brüssel. Hier fand am 50. Mai eine iin.posante,?Erotestversammlung wegen , drr Vor gänge von, Kischeihew,sta,ti Die Versammlung war. von.? der Ligu e, B eXg ^,: cLas Droits & e l'H p m ms.: einberufen.r worden,. Den . Vw^ sitz führte der ~ St;aat8iBiiaißiei:,.vi^/>Li.e^ J,ie.u^Ä*:,:/Ä^to«^-

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