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Die Welt · 1903-05-29 · 22 (29.5.1903) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
22 (29.5.1903)
Article
Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis
Date
1903-05-29
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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feite 8T MBfe & Weit* Weibliche Abteilung: 3 Bonnen. 44 Kontoristinnen und Kanziistinnen, 11 Expedientinnen und Manipulantinnen, 2 Hüfsarbeiterinnen, 15 Praktikantinnen, 46 Verkäuferinnen, 1 Verschleisserin, 6 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. IIL Klasse. Geistige Arbeit: 43 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 3 Lehrerinnen. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 23. Mai 1903 6491 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 3025 Vermittlungen in der I. Klasse (manuelle Arbeiter), 1524 in der II. Klasse (HändelsangestelUe), 1813 in der weiblichen Abteilung, 129 in der III. Klasse (geistige Arbeit). : ffq$ dey ftcffiggaog. Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein IL, Stefaniestrasse 8). Eine der wichtigsten Fragen mit der sich der nächste zionistische Parteitag in Wien zu beschäftigen haben wird, ist die Frage, wie die wirtschaftliche Organisation des jüdischen Proletariats durchzuführen sei und sie wird auch im Referate über „Organisation und Agitation" zum Ausdrucke gelangen. Um der Lösung dieser Frage näher zu kommen, veranstaltet der obige Verein Samstag den 30. d. M. präzise 8 Uhr abends im Vereinslokale eine öffentliche Diskussion mit dem Thema: „Wie soll die wirtschaftliche Organisation des jüdischen Proletariats beschaffen sein?" Wir laden hiermit alle zionistischen Korporationen, wie auch die einzelnen Gesinnungsgenossen zu diesem Diskussionsabend höflichst ein. Zahlreiches Erscheinen erwartet die Vereinsleitung. Floridsdorf. Mittwoch den 4. Juni öffentliche Versammlung des israelitisch-politischen Vereines „ Gleichheit". Eeferent Dr. Leop. Kahn aus Wien. Die Herren Gesinnungsgenossen werden zum Besuche dieser Versammlung herzlichst eingeladen. Karlsbad. Der Einzelverein „Ziontt in Karlsbad gibt allen zionistischen Kurgästen bekannt, dass während der ganzen Saison jeden Mittwoch abends im Vereinslokale Hotel „Terminus", wo auch die meisten jüdischen Blätter aufliegen, Diskussions- und Vortragsabende stattfinden, wozu zahlreicher Besuch erwünscht ist. Der Verein bittet ferner diejenigen Gesinnungsgenossen, die in der Lage wären, hier einen Vortrag zu halten, an das genannte Vereinslokal, Adresse, Thema, ungefähren Termin im voraus bekanntzugeben. Berichte. Wien. Das vorläufige Ergebnis der von der „Israelitischen Allianz" zu Wien eingeleiteten Sammlung für Kischenew beträgt zirka 90.000 Kronen, wovon etwa *fB auf Wien entfallen. Von auswärtigen Gemeinden partizipieren am Ergebnis: Prag mit zirka 15.000 K (darunter Spende des Kultusvorstandes^000 K und einer Bne-Brith-Loge 1000 K), Tri est (erste Sendung) 4131 K, Brünn (vorläufiges Ergebnis) 3300 K, Agram (durch den Kultusvorstand) 1200 K und (durch die „Agramer Zeitung") 421 K, Prossnitz 820 K, Klattau 528 K 40 h, Kolin 500 K, Pardubitz 370 K, Gaya 200 K. Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein, IL, Stephaniestrasse 8.) Die am 5. Mai stattgefundene Monatsversammlung nahm folgenden Verlauf: Der Obmann des Vereines, Gesinnungsgenosse Nathan Gross, begrüsste die erschienenen Mitglieder und gab seiner Freude Ausdruck, dass das Interesse für den Verein stets zunimmt. Hierauf erstattete der Vereinskassier S. Inslicht den Kassabericht, welcher auch mit Befriedigung zur Kenntnis genommen wurde. Aus dem Ausschussbericht ist zu entnahmen, dass der Verein sich im Laufe des Monates April um elf Kollegen vermehrt hat. Weiters ist zu entnehmen, dass die Arbeitsvermittlung des Vereines bereits in voller Funktion ist, und ist nur zu wünschen, dass unsere Gesinnungsgenossen diese Institution des Vereines unterstützen. Die Obmänner der einzelnen Sektionen berichteten dann über deren Tätigkeit und schliesslich wurde zum Punkte „Gründung einer Gesangs-Sektionu geschritten. Zu diesem Punkte sprachen Obmann Gross, Stern, Grünhut, Laufer und Inslicht. Schliesslich wurde das Projekt, wie es vom Ausschusse vorgelegt wurde, einstimmig angenommen. Heir Blann wurde mit der Zusammensetzung eines Gesangsrates betraut. Derselbe wird auch die technische Leitung übernehmen. Nachdem noch mehrere Vereinsangelegenheiten besprochen worden waren, schloss der Vorsitzende die Versammlung. J. Wien. Am 8. d. M. hielt Gesinnungsgenosse Berthold Feiwel im zionistischen Verein „Leo Pinsker" einen Vortrag „Vor dem sechsten Kongress44, der über die neuesten Strömungen imZionismus und ihreBestrebun gen Bericht gab Der Abend war gut besucht. An der Diskussion beteiligte . sich Dr. Weisengrün, der für die Organisierung den proletarisierten jüdischen Masse plaidierte und dies für dir conditio sine qua non des Zionismus angab, Herr Lue betzky, der geistreich diese Ausführungen kritisierte- Herr B u b e r und Herr Kobler. Der Ertrag des Abends war für die Kischenewer Juden bestimmt. Wien. Der Einzelverein „Wien" des zionistischen Verbandes veranstaltete am 16. d. M. im „Restaurant zum schwarzen Bären" imPrater eine Lagbeomer-Feier, die einen überaus würdigen Verlauf nahm. Obwohl das zweifelhafte Wetter viele von dem Besuche des Festes abhielt, war dasselbe doch recht stattlich und verschaffte der Vereinsleitung den Beweis, dass der Gedanke, den Lagbeomer-Tag als Nationalfesttag zu begehen, Lebenskraft besitze. In meisterhafter Weise referierte Herr phil. A. Beck als Festredner; die Damen Frl. Hornig Klaviervirtuosin, Frl. S. Schwalb Sängerin, Herr Ph. Sonnenfeld Violinist, Herr H e n e s als Lektor, sowie die Sänger, die Herren Bratt und Wolfsohn machten sich in würdigster Weise um das Gelingen des schönen Festes verdient. Herr Vizepräsident M. Ehrlich trug selbstverfasste Gedichte vor. Auch wurde eine stattliche Summe für die unglücklichen Kischenewer Brüder gesammelt. Um den Abend machte, sich in hervorragendster Weise Herr Vereinsobmann A. Pineles verdient. Wien. (Innerösterreichisches Distrikts- Komitee.) Seitens unserer Vertrauensmänner in Linz wird uns berichtet, dass der Sekretär des Hilfsvereines für die galizischen Juden, Herr Dr. Alois Pollak, bei Gelegenheit einer Agitationsversammlung für diesen Verein, sich in heftiger und aggressiver Weise gegen unsere Bewegung ausgelassen hat. Wir glauben, dass die Gelder des Vereines für die notleidenden Juden Galiziens und nicht dazu gesammelt werden, dass der Sekretär des Vereines seinem alten Sport der Zionistenanrempelung sich hingibt. Wir hoffen, dass der Vorstand dieses Vorgehen des Dr. Alois Pollak in Hinkunft unmöglich machen wird und lenken die Aufmerksamkeit unserer Gesinnungsgenossen in der Provinz auf diesen famosen Sekretär des Hilfsvereines. Wien. (Gesangs-Sektion des Allgem. jüd. Arbeitervereines IL, Stefaniestrasse 8.) Die bei der Monats Versammlung des Vereines beschlossene Gründung einer Gesangs-Sektion ist verwirklicht worden. * Sie hat sich bereits konstituiert und es sind derselben 28 Herren und 8 Damen beigetreten. Zum Obmann wurde Gg. Rudolf Blann, zum Schriftführer Bobert Blau und zu Gesangsräten Goldfinger, Laufer, Greller, Spiegel, Frl. Feldmann und Stein gewählt. Die Gesangsübungen finden jeden Dienstag präzise 8 Uhr abends im Vereinslokale mit Klavierbegleitung statt. Der Sektion kann jeder, der der zionistischen Organisation angehört, mit einem monatlichen Beitrag von 30 Heller (jugendliche Arbeiter 10 Heller) beitreten. Anmeldungen jeden Abend beim Vereinsfunktionär im Vereinslokale II., Stefaniestrasse 8. Die erste Uebung hat bereits Dienstag den 26. d. M. stattgefunden. Wien. In der am 20. Mai 1903 unter dem Vorsitze des Präsidenten kais. Rat Klinger abgehaltenen Plenarsitzung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurde der Trauer und Entrüstung über die entsetzlichen Vorkommnisse in Kischenew Ausdruck gegeben und einhellig beschlossen, aus Gemeindemitteln einen Beitrag von 10 000 Kronen für die Hinterbliebenen der ermordeten Glaubensbrüder in Kischenew zu widmen. Gleichzeitig wurde der Beschiuss gefasst, sämtliche Gemeinderabbiner zu ersuchen, am Schewuothfeste in der Maskirpredigt der Opfer der traurigen Ereignisse in Kischenew zu gedenken und einen Appell an die werktätige Hilfe der Gemeindemitglieder zu richten. Baden bei Wien. Am .17. Mai fand in Baden eine Agitationsversammlung der Wiener Zionisten statt, welche von grossem Erfolge begleitet war. Herr G e w i t s c h , das eifrige Mitglied des österr. Landeskomitees hatte in umsichtiger Weise alle Vorbereitungen getroffen, so dass die Versammlung im Sitzungssaale der Badener Kultusgemeinde stattfinden konnte. Die Referenten der Versammlung, Frau Feigenbaum, Dr,

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